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Medien Pressefoto des Jahres prangert Homo-Hass an
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16:01 12.02.2015
Deutliches Statement gegen die Homophobie in Russland: Das Pressefoto des Jahres 2014. Quelle: Mads Nissen
Amsterdam

Ein deutliches Statement gegen die Verfolgung von Homosexuellen in Russland ist zum weltweit besten Pressefoto des Jahres gewählt worden. Die Jury des Wettbewerbs World Press Photo zeichnete am Donnerstag in Amsterdam den dänischen Fotografen Mads Nissen mit dem mit 10.000 Euro dotierten renommierten Preis aus. Er fotografierte das schwule Paar Jon und Alex in einem intimen Moment nachts in ihrer Wohnung in Sankt Petersburg. Ausgezeichnet wurde auch der russische Fotograf Sergei Ilnitsky von der Europäischen Fotoagentur EPA für ein Stilleben aus dem Krieg in der Ostukraine.

Das Sieger-Foto ist Teil eines größeren Projekts des Dänen Nissen zum Thema „Homophobie in Russland“. Es nehme auf eindrückliche Weise gegen die zunehmende Verfolgung von Homosexuellen, Lesben, Bisexuellen und Transgender in Russland Stellung, erklärte die Jury. „Sexuelle Minderheiten werden mit rechtlicher und sozialer Diskriminierung konfrontiert, Verfolgung und sogar gewalttätigen Hass-Verbrechen von konservativen religiösen und nationalistischen Gruppen“, heißt es in dem Bericht der Jury.

„Dieses Foto hat eine große ästhetische Kraft und zeigt Menschlichkeit“, sagte die Vorsitzende der Jury Michele McNally, Direktorin für Fotografie bei der „New York Times“. Er wollte „Liebe und Hass“ abbilden, sagte Nissen, der für die dänische Tageszeitung Politiken arbeitet. „Zwei Menschen haben sich lieb, aber andere lassen das nicht zu.“

Gleich zwei Preise gewann der russische Fotograf Sergei Ilnitsky von der Europäischen Fotoagentur EPA. Sein Foto von einem mit Staub und Scherben bedeckten Küchentisch nach einem Granatenangriff auf die ukrainische Stadt Donezk im August 2014 erhielt den ersten Preis in der Kategorie Allgemeine Nachrichten. Den zweiten Platz erreichte Ilnitsky in der Kategorie Sport mit einem Foto vom Weltcup im Skispringen in Russland.

Die Jury verwies auch auf die große Bedeutung von Fotos in den Medien. „Terroristen benutzen heute anschauliche Bilder für Propaganda“, sagte das Jury-Mitglied Alessia Glaviano. „Darauf müssen wir mit subtileren, intensiven und nachdenklicheren Fotos reagieren.“

Aus rund 98 000 Fotos aus 131 Ländern bestimmte die Jury die Sieger. Preise wurden in acht Kategorien an 42 Fotografen vergeben, dazu gehören auch die beiden Deutschen Sandra Hoyn und Christian Ziegler, für die Zeitschrift Geo. Die Siegerfotos werden in einer Ausstellung ab April in Amsterdam und anschließend in 45 Ländern gezeigt.

dpa

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