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08:03 15.02.2016
Opfer im Koma: Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) mit Marie und deren Mutter. Quelle: ARD

Das Ludwigshafener „Tatort“-Team bricht mehr und mehr auseinander. Kopper nimmt es Lena Odenthal immer noch übel, dass sie aus der gemeinsamen WG ausgezogen ist. Odenthal ist genervt von Koppers schlechter Laune. Und Johanna Stern, die ambitionierte junge Fallanalytikerin, scheint sich mit Kopper und Odenthal ohnehin wie in einem Schimanski-Krimi aus längst vergangenen Zeiten vorzukommen. So geht jeder seines Weges.

Vom Dienst suspendiert

Kopper (Andreas Hoppe) gibt den Lonesome Cowboy in seinem ganz persönlichen Italo-Western: Cowboystiefel, Wildpinkeln, zu viel Alkohol. Odenthal (Ulrike Folkerts) übernachtet bei einer Tatverdächtigen und wird dort am nächsten Morgen bei einer Wohnungsdurchsuchung von ihrer Kollegin Johanna Stern (Lisa Bitter) entdeckt. „Haben Sie hier übernachtet?“ „Frau Rainders war in einem labilen Zustand, da wollte ich sie nicht allein lassen.“ „Sie übernachten bei einer Tatverdächtigen? Haben Sie noch einen Funken Verstand?“ Odenthal wird vom Dienst suspendiert. Natürlich ermittelt sie trotzdem weiter.

Stern ist die Einzige, die sich Mühe gibt, neben Job und Familie auch noch das Team zu retten. Dafür geht sie mit Kopper sogar zu seinem Stammitaliener. Die junge, ernährungsbewusste Analytikerin und der schlecht rasierte Bulle mit Hang zum Alkohol – das kann nichts werden.

Einer der besseren Odenthal-"Tatorte"

Dabei könnte sie ihr Fall lehren, dass sich Gegensätze durchaus anziehen können. Der vorbestrafte Rapper Yago Torres (Matthias Weidenhöfer) liebt die angehende Primaballerina Marie (Elisa Afie Agbaglah). Marie wird in einem Parkhaus vergewaltigt und schwer verletzt. Sie liegt im Koma. Ob sie wieder aufwachen wird, ist ungewiss. Ihre Vergewaltiger, zwei Typen aus der Bodybuilder-Szene, sterben einer nach dem anderen. Der eine verbrennt, der andere wird vergiftet und stirbt blöderweise während einer Vernehmung durch Stein und Kopper.

Der Zuschauer ahnt schnell, wer hinter den Morden steckt. Und trotzdem ist „Du gehörst mir“ einer der besseren Odenthal-„Tatorte“. Denn diesmal wird dem Zuschauer durchaus zugetraut, selbst mitzudenken. Und da Odenthal, Kopper und Stern kaum noch miteinander reden, sind die Dialoge in dieser Folge nicht so nervtötend wie in manch anderer. Das liegt auch daran, dass ständig das Musikvideo des Rappers zu sehen ist, in dem Marie tanzt.

"Tatort"-Macher übertreiben

Elisa Afie Agbaglahs Spiel ragt in diesem „Tatort“ heraus. Es ist ein großes Vergnügen, ihr dabei zuzugucken, wie sie als Marie tanzt, mit ihrer Freundin plaudert und mit ihrem Freund turtelt. Der Zuschauer lernt Marie anhand von verwackelten Handyvideos recht gut kennen.

Man mag seine Vorbehalte gegen Fitnessstudios haben. Dieser „Tatort“ übertreibt es. Die Tussi am Empfang wirkt so doof, dass man staunt, dass sie es überhaupt hinkriegt, sich beim Sex mit einem Bodybuilder zu filmen und das Video hinterher auf Facebook zu posten. Und die Typen, die dort trainieren, verhalten sich wie Gorillas im Zoo und sabbern gegen die Fensterscheibe, sobald eine Frau vorbeiläuft.

Besonders rücksichtsvoll gehen auch Kopper, Stern und Odenthal nicht miteinander um. „Was ist das hier? Ein Ermittlerwettstreit?“, pampt Odenthal ihre beiden Kollegen irgendwann an. Eher nicht, Kopper zumindest fehlte dazu inzwischen eindeutig der Ehrgeiz. Immerhin finden sie am Ende alle auf ihrem eigenen Weg zum Mörder. Aus dem Kaffee zu dritt wird trotzdem nichts.

Von Wiebke Ramm

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