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17:59 10.04.2011
Von Stefan Stosch
Sie liebt ihn, und er liebt sie – und dann kommt die Krankheit: Dinah (Nicolette Krebitz) und Roger (Jan Plewka). Quelle: ZDF

Ein rockiges „Liebeslied“ ist gleich zu Beginn zu hören, vorgetragen mit viel Leidenschaft von den beiden Hauptdarstellern Nicolette Krebitz und Jan Plewka – inklusive einer kleinen Tanzeinlage. Dann hört die Musik auf, und weiter geht’s mit Roger (Plewka) und seinen immer stärker zitternden Händen. Roger leidet an der Parkinson-Krankheit, landläufig auch Schüttellähmung genannt. In diesem Drama – ausgestrahlt am Welt-Parkinson-Tag – wird immer wieder mal gesungen, aber im Kern handelt es sich doch um ein echtes Familiendrama.

Kann das gut gehen? Ein Parkinson-Musical? Es geht ziemlich gut, und das liegt auch daran, dass Jan Plewka von Haus aus Musiker und nicht Schauspieler ist, nämlich Sänger der Band Selig. In Hannover ist Plewka auch durch die Auftritte mit seinem Rio-Reiser-Programm bekannt. Die rauen Texte in „Liebeslied“ stammen aus seiner Feder (und der seines Bandkollegen Christian Neander) und wirken beinahe gar nicht wie Fremdkörper innerhalb der Handlung. Dass Nicolette Krebitz singen kann, hat sie schon in „Bandits“ (1997) bewiesen.

Allerdings geht es in dem ZDF-Film von Anne Høegh Krohn zuerst auch um die Liebe zwischen dem Zimmermann Roger und der Supermarktkassiererin Dinah (Krebitz) und dann erst um die Krankheit. Wer einfühlende Therapiegespräche oder womöglich sogar Erkenntnisse über den Umgang mit Parkinson erwartet, ist deshalb fehl am Platz. Die eigentliche Frage in „Liebeslied“ ist: Wie kriegen es Roger und Dinah hin, zusammenzubleiben? Klar, sie liebt ihn, und er liebt sie, doch von einem Tag auf den anderen wird den beiden ihre so wohlgeordnete Zukunft genommen, in der das Häuschen und das eigene Geschäft doch schon fest eingeplant waren.

Erst einmal muss Roger sich selbst eingestehen, dass mit ihm etwas nicht stimmt. Seine Kollegen auf dem Bau unterstellen ihm, dass er Alkoholiker ist, als ihm immer wieder gefährliche Fehler beim Zupacken unterlaufen. Nach den ärztlichen Untersuchungen kann er seinen Gesundheitszustand vor sich selbst nicht mehr verheimlichen, wohl aber vor seiner Frau und den beiden Kindern. Seine zunehmende Aggressivität gefährdet mehr und mehr den Familienzusammenhalt.

Und doch glaubt man zu keinem Zeitpunkt, dass Dinah und Roger endgültig auseinanderdriften könnten. Das ist der Preis, den die Regisseurin mit ihrer Musik zahlt. Roger singt „Halt mich fest“ und Dinah „Ein Leben zueinander stehn / Den ganzen Weg zu Ende gehn“. In wirklich tragische Dimensionen lässt sich so nur bedingt vordringen, doch hält die aus Norwegen stammende und in Berlin lebende Regisseurin ihren Film fern von jedem Kitschverdacht. Und vor allem: Die musikalischen Dreingaben eröffnen neue Möglichkeiten im Umgang mit der Krankheit.

Ein Kabinettstückchen ist der surreale „Spastische Staatszirkus“, der Dinah in einem Albtraum heimsucht und in dem ihr geliebter Roger wild zucken darf, während sie auf einer überdimensionierten Supermarktkasse herumtippt. So etwas Makaber-Komisches bekommt der ZDF-Zuschauer nicht allzu oft zu sehen – allerdings haben die Programmmacher wieder mal den Fehler gemacht, einen aus dem üblichen Format herausragenden Film auf einen viel zu späten Sendeplatz zu verbannen. Dass Parkinson eine schlimme Krankheit ist, vergisst man in „Liebeslied“ nicht, aber man erstarrt auch nicht vor Schreck.

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