Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Medien Wikipedia-Streik beschert US-Büchereien hohe Nachfrage
Mehr Welt Medien Wikipedia-Streik beschert US-Büchereien hohe Nachfrage
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:59 18.01.2012
Schwarze Schatten im Netz: Die US-Wikipedia-Seite.

Nachmittags erinnert das Starbucks-Café an der Wisconsin Avenue in Washington zumeist an eine Bibliothek. Schweigend sitzen Studenten und junge Berufstätige vor ihren Computern, um ihre Arbeiten zu erledigen. Gäste, die sich hier zum Plaudern treffen, wirken eher störend. Doch an diesem Mittwoch ist alles anders: Über die Tische hinweg diskutieren die jungen Leute über die Chancen und Gefahren des freien Internetzugangs. Ist es akzeptabel, wenn Raubkopien von Kinofilmen und Musiktiteln kostenfrei aus dem Netz heruntergeladen werden?

Grund der neuen Gesprächigkeit: Die Internet-Enzyklopädie Wikipedia streikt, zumindest der englischsprachige Teil. Unzählige Internetanbieter folgen dem Protestaufruf. Nicht nur die Studenten in dem kleinen Starbucks-Café haben Mühe, ihre Hausarbeiten fortzusetzen. In den gesamten USA ärgern sich die Internetnutzer: Wer an diesem Tag das Nachschlagewerk anklickt, sucht vergeblich nach schnell verwendbaren Informationen. Stattdessen erscheint eine grau-schwarze Seite, die einer düsteren Zukunftsvision gleicht. Die Dramatik ist gewollt: Die in Kalifornien beheimatete Stiftung, die das digitale und kostenfreie Lexikon betreibt, protestiert gegen politische Initiativen zur Kontrolle des Netzes. Das Repräsentantenhaus beschäftigt sich zurzeit mit dem SOPA – „Stop Online Piracy Act“, und der Senat verhandelt über das PIPA – „Protect IP Act“. Demokraten wie Republikaner wollen den Zugang zu Webseiten erschweren, die gegen das Urheberrecht verstoßen.

Nicht alle teilen die Aufregung über die neuen „Zensurmöglichkeiten“. Dort, wo Bücher noch in die Hand genommen werden, zeigt man sich gelassener: Alexander Louis unterrichtet an der „Sidwell Friends School“, die ebenfalls an der Wisconsin Avenue liegt, und hilft hin und wieder in der schuleigenen Bücherei aus. Am Mittwoch freute er sich über die unerwartet starke Anfrage: „Sonst verbringe ich hier immer recht ruhige Stunden. Aber heute ist endlich mal etwas los.“ Mehrere Schüler hätten ihn bereits nach den alten Lexika gefragt. Ein Erlebnis, das auch an höheren Dienststellen zum Nachdenken führen dürfte – werden in der „Sidwell Friends School“ doch auch die Obama-Töchter Malia und Sasha unterrichtet. Erwartungsgemäß darf Lehrer Louis keine Auskunft über die Präsidentenkinder geben. Schon gar nicht über die Fragen, ob auch Malia und ­Sasha in die Bücherei kamen. Nur so viel: „Warum sollten ausgerechnet diese Kinder die einzigen sein, die ihre Hausaufgaben ohne Wikipedia erledigen?“

An eine Renaissance der Büchereien glaubt der 46-jährige Louis dennoch nicht: „Wir haben uns schon viel zu sehr an den schnellen Zugriff auf die Informationen gewöhnt.“

Medien Eurovision Song Contest in Aserbaidschan - Baku 2012: Zwischen Pop und Propaganda

Vor dem Song Contest in Aserbaidschan beginnt eine Debatte um Menschenrechte und Pressefreiheit.

Imre Grimm 19.01.2012

Für seinen Showklassiker „Wetten, dass..?“ hat das ZDF noch immer keinen neuen Moderator – obwohl die Sendung im Frühjahr wieder starten soll. Auch Thomas Gottschalk übt jetzt Kritik an der Suche nach seinem Nachfolger.

20.01.2012

Ein kurioser Fall um ein Mobiltelefon im Wert eines Mittelklassewagens beschäftigt derzeit den Bundesgerichtshof: Die Richter müssen klären, ob Ebay-Käufer ein Recht auf Originalware haben, auch wenn der Auktionstext nicht ausdrücklich von „Original“ spricht.

18.01.2012