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Medien Und es hat „Zoom“ gemacht
Mehr Welt Medien Und es hat „Zoom“ gemacht
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00:15 30.06.2013
Wir können was, was ihr nicht könnt: Simon Bellamy (Iwan Rheon, von links), Curtis Donovan (Nathan Stewart-Jarrett), Nathan Young (Robert Sheehan), Kelly Bailey (Lauren Socha) und Alisha Daniels (Antonia Thomas) müssen lernen, ihre Superkräfte zu beherrschen. Quelle: ZDFneo

Bänke streichen. Wie öde. „Fuck off!“ Doch das Jammern hilft nichts: Die Kleinkriminellen Kelly (Lauren Socha), Simon (Iwan Rheon), Curtis (Nathan Stewart-Jarrett), Alisha (Antonia Thomas) und Nathan (Robert Sheehan) können noch so viel fluchen. Ihre Sozialstunden müssen sie dennoch abreißen. Schnell kommt jedoch Spannung in den tristen Alltag – als ein Unwetter über die Stadt zieht, trifft die fünf buchstäblich der Schlag: Nach einem Blitzeinschlag stellen die Jugendlichen plötzlich fest, dass sie übernatürliche Fähigkeiten haben. Kein Wunder, dass sie das etwas überfordert. Das war ja bei Spider-Man nicht anders: Auch Peter Parker wusste nach dem verhängnisvollen Spinnenbiss nicht so recht, wie er seine Superkräfte kontrollieren sollte – geschweige denn, was er mit ihnen anfangen soll.

Kelly hört plötzlich die Gedanken der anderen, Simon kann sich unsichtbar machen und Curtis die Zeit zurückdrehen. Alisha mutiert gar zur Sexbombe: Jeder, der sie berührt, will sofort mit ihr schlafen. Nur Nathan scheint verschont geblieben zu sein. Bevor die fünf lernen, mit ihrer Superkräften umzugehen, müssen sie erst mal Sozialarbeiter Danny (Tony Morecombe) loswerden: Der ist zu einer Art Zombie-Hulk geworden und will die Gruppe töten.

Die britische Serie „Misfits“ ist der Gegenentwurf zu Mystery-Fernsehserien wie „Heroes“ oder der „X-Men“-Kinoreihe. Auch hier geht es um Menschen mit Superkräften, die sich in die Gesellschaft integrieren müssen. Doch anders als in vergleichbaren Formaten verschreiben sich die „Misfits“-Hauptfiguren keinen übergeordneten Idealen, und sie wollen mit ihren Fähigkeiten auch nicht sofort die Menschheit beschützen. Die fünf sind Außenseiter (auf Englisch „Misfits“), die in einer zynischen, kalten Welt zurechtkommen müssen – einer Welt, in der kein Platz ist für klassische Helden.

Das Leben von Kelly, Simon, Curtis, Alisha und Nathan dreht sich um alltäglichere Probleme: die erste Liebe, Sex, Drogen, das Loslösen von den Eltern. „Misfits“ zeigt Jugendliche, die der Realität näher scheinen als die schönen und reichen Kids in Mainstream-Teenagerserien wie „O. C., California“. Die Charaktere sind politisch unkorrekt, sie haben Ecken und Kanten. Die Dialoge sind lebendig, bissig und oft vulgär – etwa, wenn Nathan sagt „Das ist unsere Chance, andere Straftäter kennenzulernen. Wir sollten Tipps austauschen, ’n Brain­storming machen: Komm schon, was hast du getan?“, und Kelly erwidert: „Ne Tusse hat mich ,Schlampe‘ genannt“, da habe sie ihr eine reingehauen. Besonders Lauren Socha verkörpert Kelly mit ihrem Gossenslang überaus authentisch. Ebenso glaubwürdig sind ihre Schauspielkollegen. Denn sie sind keine Supermodels. Sie sind Typen, wie man sie auf jedem Schulhof treffen kann.

Ungewöhnlich für eine Teenieserie ist der harte Inszenierungsstil. „Misfits“ zeigt stellenweise harte Brutalität – und dazu tiefschwarzen britischen Humor. Diese Mischung mag gewöhnungsbedürftig sein, aber sie funktioniert. Die Serie ist in Großbritannien ein Publikumshit. Seit 2009 wurden rund 30 Episoden in vier Staffeln ausgestrahlt, eine fünfte ist derzeit in Arbeit.

Und auch bei der Kritik kommt die Genremischung aus Drama, Comedy und Fantasy gut an. „Misfits“ hat in den vergangenen Jahren mehrere Preise gewonnen, darunter die renommierten BAFTA TV Awards in den Kategorien „Beste Dramaserie“ und „Beste Nebendarstellerin“ für Laura Socha. Nach „Sherlock“ ist „Misfits“ eine weitere innovative Serie der BBC. Ob sie auch in Deutschland funktioniert, zeigt sich am Freitag und Sonnabend. ZDFneo strahlt die komplette erste Staffel in zwei Blöcken zu jeweils drei Folgen aus.

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