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20:03 24.02.2015
Von Ronald Meyer-Arlt
Breitet sich in einer bestimmten Gegend eine Krankheit wie die Grippe aus, schreiben in Netzwerken wie Twitter oder Facebook mehr Menschen als sonst, dass es ihnen schlecht geht. Quelle: dpa
Hannover

Eine Grippewelle hinterlässt Spuren - auch in den sozialen Netzwerken, in Internetforen und in Weblogs. Breitet sich in einer bestimmten Gegend eine Krankheit wie die Grippe aus, schreiben in Netzwerken wie Twitter oder Facebook mehr Menschen als sonst, dass es ihnen schlecht geht. Dabei benutzen sie Begriffe wie Kopfweh, Fieber, Bett oder Arzt. Und deren Aufkommen man messen.

Die gewaltigen Datenfluten, die täglich in den sozialen Netzwerken entstehen, können von speziellen Programmen analysiert werden. An derartigen Programmen arbeitet man am „L3S-Forschungszentrum der Leibniz Universität. Bis vor zwei Jahren lief dort „M-Eco“, ein Forschungsprojekt, mit dem man herausfinden wollte, ob eine internetbasierte Analyse zur frühzeitigen Erkennen von Krankheitsausbrüchen möglich sei. Nattiya Kanhabua, eine der Forscherinnen bei diesem Projekt, sagt: „Wir wollten herausfinden, ob Twitter Leben retten kann. Und wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass soziale Netzwerke durchaus dabei helfen können, Leben zu retten.“

Die Forscher haben nicht nur Grippewellen analysiert sondern auch die Spuren anderer gefährlicher Infektionskrankheiten. Ihr Ergebnis: Das Netz reagiert auf Ansteckungen. Die Analyse von Informationen aus sozialen Netzwerken könnte andere Frühwarnsysteme gut ergänzen. Im niedersächsischen Gesundheitsministerium arbeitet man weiter mit dem bisherigen Überwachungssystem: Man erfasst Meldungen aus Kindertageseinrichtungen und aus Arztpraxen.

Auch der Suchmaschinenbetreiber Google kann erkennen, ob eine Grippewelle da ist. Unter Google-Trends kann man nachschauen, wie häufig gewisse Suchbegriffe benutzt werden. Das Ergebnis wird dann grafisch aufbereitet. Häufige Suchanfragen sind rot markiert. Schaut man zum Thema Grippe auf die Deutschlandkarte, findet man zurzeit das ganze Bundesgebiet rot eingefärbt.

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