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11:59 15.02.2014
Von Christiane Eickmann
Der „Tatort“ aus Ludwigshafen taucht in die Welt des Zirkus ein. Quelle: ARD

Manchmal benehmen sich WG-Bewohner, die lange zusammenleben, wie ein altes Ehepaar. Die Ludwigsburger Kommissare Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und Mario Kopper (Andreas Hoppe) sind so ein Fall. Die beiden diskutieren mittlerweile gern darüber, wer das Katzenklo sauber machen oder das Geschenk für die Kollegin besorgen muss. Abends sitzen sie dann zusammen in der Kneipe oder sehen sich eine Zirkusvorstellung an. Und wie es der Zufall so will, wird just in der Manege des kleinen Familienzirkus „Burani“  ein Feuerschlucker erschlagen aufgefunden – einen Tag, nachdem Odenthal und Kopper dort mit leuchtenden Augen die Vorstellung verfolgt haben.

„Zirkuskind“ ist schon der zweite „Tatort“ innerhalb weniger Monate, der im Milieu der Clowns, Messerwerfer und Dompteure spielt. Erst kürzlich recherchierte Ulrich Tukur undercover für den HR als Pianist in einer Zirkusband. Und warum denn auch nicht? Ein kleiner Familienzirkus mit seinen Existenznöten, teils verschrobenen Charakteren und zahlreichen Figuren, die schon von Berufs wegen täglich ihr Leben riskieren, bietet ja auch einen geeigneten Rahmen für einen Fernsehkrimi – wenn er denn nicht zur bloßen Kulisse degradiert wird. Und Letzteres ist im aktuellen Ludwigsburger „Tatort“ leider der Fall.

Odenthal und Kopper verfolgen anfangs jeweils eine Lieblingstheorie bei ihren Ermittlungen: Kopper glaubt an eine Beziehungstat. Schließlich verstricken sich doch Feli (Liv Lisa Fries), die wortkarge Tochter der Zirkuschefin, und der vorbestrafte Bruder des Toten, Robbi (Hanno Koffler), in Widersprüche. Odenthal dagegen glaubt an Drogenschmuggel: Der Zirkus hatte sein Winterlager in Tunesien aufgeschlagen, und das Mordopfer kurz vor seinem Tod mehrere Anrufe von einem tunesischen Handy erhalten. Die Drogenhunde schlagen jedoch bei einer Durchsuchung der Zirkuswohnwagen nicht an.

Bis Motiv und Täter gefunden werden, wirkt dieser  „Tatort“ seltsam langsam und unentschlossen. Regisseur Till Endemann („Unter Anklage: Der Fall Harry Wörz“) und Drehbuchautor Harald Göckeritz („Mord in der ersten Liga“) werfen einen melancholischen Blick ins Zirkusmilieu, nutzen aber nicht im Ansatz die Möglichkeiten, die diese Welt geboten hätte.

Sie zeigen zwar, dass die „Patriarchin“ Lousiana (Steffi Kühnert) um die Existenz ihres Zirkus’ kämpfen muss, dass junge Leute nicht mehr zufrieden sind mit der Rolle als „Zirkuskind“. Doch die große Verzweiflung, die über einen kleinen Zirkus hereinbricht, wenn er aufgrund von polizeilichen Ermittlungen mehrere Tage lang schließen muss, zeigt der „Tatort“ nicht. Auch der raue Alltag von Artisten und Tieren wird allenfalls  angedeutet. Viele Dialoge wirken hölzern und aufgesagt (besonders Routinier Andreas Hoppe wirkt, als synchronisiere er gerade ein Hörspiel), die Schauspieler zeigen erst beim Finale Emotionen.

Doch es gibt einen Lichtblick: Liv Lisa Fries als Feli ragt in diesem Krimi heraus. Wie sie 90 Minuten lang mehr oder weniger schweigend die Rolle des traurigen „Zirkuskindes“ spielt, lebt und interpretiert, ist beinahe das Einzige, was diesen „Tatort“ sehenswert macht.

„Zirkuskind“ | ARD
Krimi aus der Reihe „Tatort“
Sonntag, 20.15 Uhr

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