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Medien Manege frei für Murot
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15:29 08.12.2013
Ermittlungen im Zirkus: Felix Murot (Ulrich Tukur) und Rosalie (Zazie de Paris). Quelle: HR
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Die gute Nachricht gleich vorweg: Felix Murot (Ulrich Tukur) ist in „Schwindelfrei“ wieder gesund. Der Gehirntumor, der den Wiesbadener LKA-Beamten in seinen ersten beiden „Tatort“-Fällen gequält hat, ist erfolgreich wegoperiert worden. Auch die damit verbundenen Wahnvorstellungen sind verschwunden. Und die Nachricht seiner Genesung erhält unser Ermittler am Ende seiner Reha in Fulda. Zur Feier des Tages lädt er seine treue Mitarbeiterin Magda Wächter (Barbara Philipp) spontan nach Fulda ein.

Abends besuchen die beiden eine Vorstellung eines drittklassigen Zirkus, dessen Programmhöhepunkt eine Pudeldressur ist. Und der dennoch – zumindest in Fulda – eine solche Attraktion darstellt, dass er offenbar gleich an mehreren Tagen hintereinander vor Hunderten von Zuschauern gastiert. In diesem Zirkus gerät Murot nun mitten hinein in einen Kriminalfall. Während der von ihm besuchten Vorstellung springt plötzlich eine Zuschauerin auf und ruft erregt: „Da ist er, lasst ihn nicht entkommen!“ Dann folgt ein Stromausfall. Und als das Licht wieder angeht, ist die aufgeregte Dame spurlos verschwunden. Als Murot am nächsten Tag im Hotel erfährt, dass die Fuldaer Polizei nach der verschwundenen Frau sucht, wittert er gleich ein Verbrechen.

Und da gerade – welch ein Zufall! – der Pianist der Zirkusband wegen einer gebrochenen Hand ausgefallen ist, übernimmt er vertretungsweise dessen Job. In der Hoffnung, so mehr über die Hintergründe des vermeintlichen Verbrechens zu erfahren. Der Zuschauer ist jedoch schon längst weiter als Murot, sodass Spannung in diesem Kriminalfall erst gar nicht aufkommt. Zudem leidet der Film darunter, dass zum x-ten Mal als Hintergrund eines Verbrechens die kriegerischen Auseinandersetzungen im ehemaligen Jugoslawien herhalten müssen. Das kann man zwar machen, aber originell ist das nicht.

Immerhin bleiben den Zuschauern zukünftig ja die mehr als merkwürdigen Dialoge zwischen Murot und seinem Tumor „Lilly“ erspart. Nicht erspart bleibt einem jedoch der Anspruch des Hessischen Rundfunks, mit Tukur ungewöhnliche „Tatorte“ zu drehen, die vermeintlich die Konventionen des Krimi-Genres kunstsinnig sprengen oder mit ihnen zumindest ironisch spielen.

Ein löbliches Unterfangen, das dann aber schiefläuft, wenn – wie in diesem von Justus von Dohnànyi geschriebenen und inszenierten Fall – das Gebälk der erzählten Geschichte so unüberhörbar und unübersehbar ächzt. Und zudem auf arg ausgelutschte Klischees zurückgegriffen wird. Sehenswert allerdings sind die nostalgischen Bilder aus dem heruntergekommenen Zirkus, dazu gibt es ein paar nette kleine Gags. Und einen launig aufspielenden Tukur, der seiner großen Leidenschaft, der Musik, nachgehen darf. Begleitet wird er dabei auch im Film von seinen „Rhythmus Boys“, mit denen er im realen Leben häufig auf Tournee ist. So werden zumindest seine Fans auf ihre Kosten kommen. Alle anderen können sich ja vom Weihnachtsmann spannendere Tukur-„Tatorte“ wünschen.

Von Ernst Corinth

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