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Medien TV-Tipp: Eine Kommissarin unter Mordverdacht
Mehr Welt Medien TV-Tipp: Eine Kommissarin unter Mordverdacht
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15:21 05.12.2016
Auf der Flucht: Jana Winter (Natalia Wörner) trifft heimlich ihren Kollegen Matthias Hamm (Ralph Herforth). Quelle: ZDF
Hannover

Wenn sich alle Welt gegen einen verschworen hat, helfen am besten loyale Partner Kameraden und Freunde. Bei der alleinerziehenden Hauptkommissarin Jana Winter (Natalia Wörner) sind das der Kollege Matthias Hamm (Ralph Herforth) und ihr Chef Arne Brauner (Martin Brambach). Die Ermittlerin gerät dieses Mal selbst ins Visier: Externe Ermittler bringen sie in Untersuchungshaft. Sie wird verdächtigt, Ricky Rehberg erschossen zu haben. Der hatte sie kurz vorher noch verfolgt, ihr gedroht und sie glauben lassen, in der Nacht ihr Kind entführt zu haben.

Die Kommissarin fährt panisch zu ihm und findet seine Leiche. Dann hat Winter vier Probleme: Sie hat zu viel Alkohol im Blut, ihr Sohn liegt heil daheim im Bett, neben dem Toten aber liegt eine Patronenhülse aus ihrer Dienstwaffe. Dazu gibt es eine Sprachaufzeichnung zu ihren Ungunsten. Wer will die Kommissarin aufs Kreuz legen? Den neuen Fall „Tod eines Stalkers“ der ZDF-Reihe „Unter anderen Umständen“ erzählt Regisseurin Judith Kennel rasant mit vielen Schnittfolgen und Bildern. Das musste sie wohl bei dem vollgepackten Drehbuch der Autoren Sören Hüper und Christian Prettin, die mit Wendungen nicht gespart haben. Lange bleibt offen, wer die Fäden in der Hand hält.

Ermittler will eine alte Rechnung begleichen

Der Verdacht liegt nahe, dass Ermittler Harald Voss (Johannes Zeiler) eine alte Rechnung begleichen will. Vor Jahren zeigte Jana Winter ihn, der damals noch Lehrer an der Polizeihochschule war, wegen sexueller Belästigung an. Lange sieht es in diesem Krimi so aus, als würde er sich rächen wollen. Allerdings erweist sich Voss neben Ricky Rehberg nicht als der einzige Mann aus alten Tagen mit einem möglichen Motiv dafür. So wühlen sich die Polizisten durch Winters alte Fälle, während ausgerechnet der Ganove Gluseck (Felix Manteuffel) ihre Flucht aus dem Gefängnis organisiert und sie mit Taschenlampe, Handy und einer präparierten Bibel per Rettungswagen in eine abgelegene Waldhütte lotst, wo ein Motorrad, eine passgenaue Lederkombi und andere Brauchbarkeiten bereitliegen.

Bleibt ganz gelassen: Jana Winter (Natalia Wörner) wartet im Gefängnis auf Neuigkeiten. Quelle: ZDF

Obwohl die Hauptfigur als Bikerbraut hübsch anzusehen ist – mit solchen Äußerlichkeiten ist der Krimi unnötig überladen. Klischeehaft wird das Setting Schrottplatz gezeichnet, wo Jana Winter zu Beginn der 90 Filmminuten in die Falle tappt, während im Hintergrund ein unsympathischer Hund kläfft. Ähnlich lieblos werden die Figuren behandelt. Gluseck etwa betreibt alles, was Kriminelle so betreiben: Spielhallen, Erotikshops, Nachtbars, Kneipen, Bordelle und eine Logistiksparte. Seine schlimme Kindheit findet ebenso Erwähnung, wohingegen die durchaus raffinierte Konstruktion um den wahren Strippenzieher am Ende wenig Raum bekommt.

Ein weiteres verzichtbares Stereotyp ist die Verbrüderung von Insassen mit Justizvollzugsbeamten. Es wäre abwechslungsreich gewesen, Wärter und Aufpasser vor Krankenhauszimmern, in Verhörräumen und in Gefängnissen filmisch anders darzustellen denn als Dauereinschläfer und Versager.

Jana Winter bleibt souverän und lässt sich nicht verunsichern. Das kann sie auch dank ihres Teams, das niemals an ihr zweifelt, was den Film sympathisch macht. Die Kollegen kümmern sich um Sohn Leo und erzählen dem Jungen eine Heldengeschichte von seiner untergetauchten Mutter. Wie gut, wenn man weiß, wem man vertrauen kann.

Von RND/Michaela Grimm

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