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Medien Stuttgarter „Tatort – Grabenkämpfe“ am Ostermontag in der ARD
Mehr Welt Medien Stuttgarter „Tatort – Grabenkämpfe“ am Ostermontag in der ARD
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20:37 22.04.2011
Von Stefan Stosch
Die Untersuchungen von Kriminaltechnikerin Nika Banovic (Miranda Leonhardt) am Tatort helfen den Kommissaren Thorsten Lannert (Richy Müller, Mitte) und Sebastian Boots (Felix Klare, rechts) weiter, denn Nika findet einen Hinweis auf die Mordwaffe. Quelle: ARD

Was müssen sich die beiden Drehbuchautoren des neuen Stuttgarter „Tatorts“ (Stefan Cantz, Jan Hinter) geplagt haben, um das unendliche Streitobjekt im neuen Fall „Grabenkämpfe“ unterzubringen. Der Arbeitsauftrag dürfte ungefähr so gelautet haben: Bitte hier und da ein Hinweis, aber lieber durch die Brust ins Auge.

Das Ergebnis wirkt jedenfalls sehr angestrengt. Der Fernsehzuschauer sollte am besten drüber weghören, wenn in dem Krimi von Regisseur Zoltan Spirandelli Slogans wie „Stuttgart muss bunt bleiben!“ oder „Wir sind die tapferen Gallier im kleinen Dorf“ verbraten werden. Solche Protestzitate führen letztlich nur in die Irre.

Die Kommissare Thorsten Lannert (Richy Müller) und Sebastian Boots (Felix Klare) lassen sich auch nicht von ein paar versprengten Galliern beeindrucken. Sie machen einfach ihren Job als eingespieltes Team, ganz entspannt und ohne sich mit irgendeiner Seite gemein zu machen – auch wenn der (erste) Tote der Betreiber eines alternativen Stuttgarter Kulturprojekts ist. Jemand hat dem Mann mit einer Rohrzange hinterrücks den Schädel eingeschlagen. Nun, da der ärgste Widersacher tot ist, scheint das ambitionierte Neubauprojekt kaum noch aufzuhalten zu sein, von dem hier dauernd die Rede ist, ohne dass man darüber etwas Substanzielles erführe.

Baulöwe Walter Rühle (Rüdiger Vogler) findet sich logischerweise ganz oben auf der Verdächtigenliste. Der Mann ist unausstehlich im Umgang mit Freund wie Feind. Er hat nur seinen eigenen architektonischen Nachruhm im Blick. Da kann man schon ins Grübeln kommen: Soll dieser Menschenfeind womöglich stellvertretend für leibhaftige Bauherren im Umfeld des Stuttgarter Bahnhofsprojekts stehen?

Bald stellt sich jedoch heraus, dass auch die anderen Protagonisten in Konflikten gefangen sind. Die kickboxende Witwe (Jasmin Gerat) war eifersüchtig mit durchschlagenden Folgen für ihren Mann, der Partner des Toten (Guntbert Warns) will das Kulturprojekt jetzt erst recht mit allen Mitteln retten. Und auch der Anwalt des Baulöwen (Hans Löw) und ein Museumskurator (Arnd Klawitter) kochen ihr persönlichen Süppchen. In diesem undurchsichtigen Beziehungsgeflecht überdeckt das Private bald schon jeden gesellschaftspolitischen Ansatz, mögen die SWR-Programmmacher auch von der „aktuellen Brisanz“ dieses Falls durch die „aufgeladene Stimmung in Zusammenhang mit „Stuttgart 21“ und den damit verbundenen städtebaulichen Planungen“ schwadronieren.

Lannert und Boots sind bald schon vollauf damit beschäftigt, die privaten Verbindungen aufzudröseln. Grabenkämpfe, wie im Titel angekündigt, werden viele ausgetragen. Spannender wird der Krimi durch diesen Hickhack nicht. Als endlich nur noch ein Verdächtiger übrig geblieben ist, wissen die beiden Ermittler auch nicht so recht, wie sie ihn dazu bringen sollen, ein Geständnis abzulegen.

Selbstverständlich erfüllen die Kommissare dann doch ihre Pflicht, bevor die „Tatort“-Titelmelodie erklingt. Die beiden sind schließlich Profis und arbeiten ab, was auf den (Leichen-)Tisch kommt. Aber zu diesem Zeitpunkt hätte man sich längst ein gellendes Protestkonzert gewünscht, um ein bisschen Leben in die Stadt und in diesen Fall zu bringen. Vielleicht sollte beim nächsten Stuttgarter „Tatort“ „Stuttgart 21“-Gegner und Schauspieler Walter Sittler mit seiner Trillerpfeife gleich selbst mitspielen. Dann müsste niemand herumeiern, auch kein armer Drehbuchautor.

„Grabenkämpfe“ | ARD
Krimi aus der Reihe „Tatort“
Ostermontag, 20.15 Uhr

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