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Medien Jan Böhmermann kündigt TV-Rückkehr an
Mehr Welt Medien Jan Böhmermann kündigt TV-Rückkehr an
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17:40 25.04.2016
Mitte Mai endet seine "kleine Fernsehpause": Jan Böhmermann. Quelle: Ben Knabe/ZDF/dpa
Hannover

Böhmermann hatte Mitte April "eine kleine Fernsehpause" angekündigt, "damit  sich die hiesige Öffentlichkeit und das Internet mal wieder auf die wirklich wichtigen Dinge wie die Flüchtlingskrise, Katzenvideos oder das Liebesleben von Sophia Thomalla konzentrieren kann". Seitdem hatte er auch keine weitere Radio-Sendung "sanft & sorgfältig" mit Olli Schulz gemacht – sie läuft sonst im Programm von Radio Eins des RBB und einiger anderer Sender.

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Vorher hatte die Bundesregierung die Strafverfolgung gegen den Satiriker zugelassen. Böhmermann hatte Ende März in seiner Sendung "Neo Magazin Royale" ein Gedicht über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan vorgetragen, das zahlreiche Beleidigungen enthielt.

Böhmermanns Redaktion verlost Tickets

Das ZDF hatte Böhmermanns Fernsehpause Mitte April knapp kommentiert. "Das ZDF respektiert diese Entscheidung", teilte der Sender mit und kündigte eine Produktionspause für "Neo Magazin Royale" bis zum 12. Mai an. Und dabei bleibt es offenbar auch.

Gewinne zwei Tickets für die Aufzeichnung am 11.05.: Wieviele Meta-Ebenen hat der Talk mit Anne Will? https://www.youtube.com/watch?v=Ro6CSNEnBKY

Gepostet von NEO MAGAZIN ROYALE am Montag, 25. April 2016

Böhmermanns Redaktion veröffentlichte am Montag einen Aufruf auf der Facebook-Seite der Sendung: "Gewinne zwei Tickets für die Aufzeichnung am 11.05.". Und auf der Internetseite der Show nannte das ZDF den 12. Mai als nächsten Sendetermin. Ein Sprecher des Senders bestätigte auf Nachfrage Böhmermanns Rückkehrtermin.

Aus für "sanft & sorgfältig" mit Olli Schulz

Dagegen wird es keine weitere Ausgabe der Radiosendung "sanft & sorgfältig" geben. Das kündigte Böhmermann zusammen mit Olli Schulz auf Facebook an. "Hörer wissen, dass wir seit längerem in der Show ganz offen übers Aufhören nachgedacht haben", schrieben sie. "Völlig unabhängig davon, dass Jan gerade quasi das Bundeskanzleramt in Brand gesetzt hat, ist der Zeitpunkt unseres Abschiedes nun tatsächlich gekommen."

Liebe Freunde, seit über drei Jahren entblößen wir uns jeden Sonntag in unserer Gesprächstherapiesendung „sanft &...

Gepostet von Olli Schulz am Montag, 25. April 2016

Böhmermann und Schulz wollen aber weiter zusammenarbeiten. "Wir haben ein paar tolle Pläne für die Zukunft, dazu können wir aber noch nicht mehr verraten", erklärten sie auf Facebook. "In ein paar Tagen verraten wir mehr…" Zuletzt hatten sie die Talkshow "Schulz & Böhmermann" im ZDF gemeinsam moderiert.

Merkel: "Das war ein Fehler"

Am Freitag hatte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) einen Fehler im Umgang mit Böhmermann eingeräumt. Sie verteidigte zwar ihre Entscheidung, die Strafverfolgun von Jan Böhmermann zuzulassen – wegen Beleidigung des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan.

Sie ärgere sich aber darüber, dass sie das Schmähgedicht als "bewusst verletzend" bezeichnet hatte, sagte Merkel. Damit sei der Eindruck entstanden, dass hier ihre "persönliche Bewertung zu irgendetwas etwas zählt". "Das war im Rückblick betrachtet ein Fehler", räumte die Kanzlerin ein.

Ihre Aussage habe zu dem Eindruck geführt, "Meinungsfreiheit sei nicht mehr wichtig, Pressefreiheit sei nicht mehr wichtig". Ihr seien diese Grundrechte aber wichtig. "Und das leitet mich bei allen Gesprächen", betonte Merkel.

Die Justiz soll das letzte Wort haben

Böhmermanns Strafverfolgung hatte die Kanzlerin wie folgt begründet: "Im Rechtsstaat ist es nicht Sache der Regierung, sondern von Staatsanwaltschaften und Gerichten, das Persönlichkeitsrecht des Betroffenen und andere Belange gegen die Presse- und Kunstfreiheit abzuwägen." In Deutschland solle nicht die Regierung, sondern die Justiz "das letzte Wort" haben.

Grundlage für die Entscheidung ist Paragraf 103 des Strafgesetzbuchs (StGB). Wer einen ausländischen Staatschef beleidigt, muss demnach mit bis zu drei Jahren Haft oder einer Geldstrafe rechnen. Ist Verleumdung im Spiel, drohen sogar bis zu fünf Jahre Freiheitsentzug. Die Bundesregierung will den Paragrafen noch in dieser Legislaturperiode abschaffen.

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