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Medien „Das sind alles Freaks!“
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20:12 11.09.2014
Produzent, Aushängeschild, Geldsammler: Das Schauspielerpaar Christian Ulmen und Collien Ulmen-Fernandes hat im wahren Leben den Singlealltag, von dem die neue Serie „Mann/Frau“ handelt, schon hinter sich gelassen. Quelle: dpa

Kommt ein Mann in eine Bar und heult sich beim Barkeeper aus. Seine Freundin habe ihn verlassen, weil sie einfach nicht mit einem Typen zusammen sein könne, der mit sich selbst nicht klarkäme. Dabei sei er doch mit sich im Reinen: Er sei der Typ, der nachts zu ihrer Rettung eile, wenn Spinnenalarm im Badezimmer herrsche, der den Fußballabend mit Freunden früher verließe, um bei ihr zu sein, und der noch ein paar andere furchtbar romantische Dinge für sie tun würde. Dann folgt der Perspektivwechsel: Ja, gut, er sei auch der Typ, der sich beinahe noch mehr vor Spinnen fürchte als sie und der fürs frühe Nachhausekommen eine Gegenleistung (Sex) erwarte ...

Die neue Webserie „Mann/Frau“ aus dem TV-Labor von Christian Ulmen beleuchtet von heute an in 20 Folgen die absurd-komischen Seiten im Leben von Großstadtsingles aus Berlin – abwechselnd aus Männer- und aus Frauensicht. So fängt die zweite Folge dann auch damit an, dass eine Frau in eine Bar kommt und sich bei der Barkeeperin ausheult, ihr Leben habe sich nicht wie geplant entwickelt. Die Thematik und Episodenhaftigkeit der Thekenbeichten erinnern ein wenig an den Film „Das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit“.

Der Perspektivwechsel zwischen den Geschlechtern überzeugt – vor allem, weil gängige Klischees à la „Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken“ immer wieder gebrochen werden. Einseitige Rollenzuschreibungen sind nicht Ulmens Sache. Im Interview witzelt er: „Vielleicht machen wir als nächstes eine Mann/Mann-Staffel oder eine Shemale/Frau-Staffel.“ Der Moderator, Schauspieler („Männerherzen“) und Produzent experimentiert gerne mit Formaten im Internet wie im Fernsehen, so etwa mit „ulmen.tv“ oder „Uwe Wöllner will’s wissen“. In Weimar gab er Ende 2013 sein Debüt als „Tatort“-Ermittler. In „Mann/Frau“ spielt Produzent Ulmen allerdings nur eine Nebenrolle als Barmann.

Im Mittelpunkt stehen Lore Richter und Mirko Lang als zwei Berliner um die 30, die sich im alltäglichen Chaos aus Freundschaft, Arbeit und Beziehungsstress behaupten. Auch mit dabei: Edeka-Werbeheld Friedrich Liechtenstein („Supergeil“) als Nachbar sowie Ulmens Ehefrau Collien Ulmen-Fernandes – in der Rolle der besten Freundin. Ein schnell geschnittenes Vergnügen – mal lustig, mal nachdenklich. Immer aber so unterhaltsam, dass die drei Minuten viel zu schnell vorbei sind. Normal scheint hier keiner zu sein, wie die „Frau“ im Skype-Gespräch mit ihrer Freundin feststellt: „Das sind alles Freaks!“ Dabei wird wahlweise gelästert oder geschwärmt. Es geht um Socken beim Sex, Liebesgedichte und Betten ohne Laken, aber auch um das eigene Aussehen („immer noch wie eine Studentin“).

Redaktionsleiter Ingmar Grundmann vom Bayerischen Fernsehen sagt, es wurde bewusst darauf verzichtet, den Hauptfiguren Namen zu geben. Sie sind nur Mann und Frau. Innerhalb des öffentlich-rechtlichen Fernsehens ist es die erste Webserie in diesem Umfang und mit diesem Budget.

Die Folgen sind nach und nach im Internet zu sehen. Von Freitag an zeigt der Bayerische Rundfunk die kleinen Filmchen ganz altmodisch in seinem dritten Programm.

von Cordula Dieckmann und Nina May

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