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00:20 20.07.2015
Grumpy Cat: Die schlecht gelaunteste Katze des Internets leidet an genetisch bedingtem felinem Kleinwuchs, der ihren Gesichtsausdruck erklärt. Quelle: dpa
Hannover

Der kleine Sender RTL II hat es nicht leicht am Sonntagabend. Der „Tatort“ in der ARD ist für zahlreiche Fernsehzuschauer immer noch Pflichtprogramm. Andere Privatsender zeigen dann gern Kinofilme. Nun im Sommerloch möchte RTL II gleich drei Sonntage (ab 20:15 Uhr) mit einer Unterhaltungsshow bestreiten, in der Inhalte aus dem Internet im Mittelpunkt stehen.

„Like! Die größten Internetstorys“ lautet der reichlich unoriginelle Titel, die Sendung hat eine Länge von unglaublichen drei Stunden. Immerhin – so verspricht RTL II – werden nicht nur die Clips selbst, sondern auch Hintergrundgeschichten drumherum gezeigt. Moderiert wird die Show von Florian Ambrosius, der im vergangenen Jahr zwischenzeitlich beim Boulevard-Magazin „Gossip“ bei Sat.1 zu sehen war und außerdem Kindersendungen bei Super RTL betreut.

"Zum Nachdenken und zum Weinen"

Die Idee zur Sendung ist nicht neu: Bereits ZDFinfo hatte sich 2014 in „15 Minutes of Fame“ auf die die Spuren des Youtubers George Miller („Filthy Frank“) begeben. Der damals 19-Jährige verkleidete sich als „Pink Guy“ und tanzte wild herum. Der sogenannte „Harlem Shake“ nahm ab dem 30. Januar 2013 seinen Lauf, als Filthy Frank das Video auf Youtube hochlud. Der zahlreich nachgestellte „Harlem Shake“ entpuppte sich als Marketinggag des Musikproduzenten Harry Rodrigues.

Doch zurück zu RTL II. „Das Format bietet Stoff zum Lachen, aber auch zum Nachdenken oder zum Weinen. Genau diese inhaltliche Vielfalt hat mich gereizt“, sagt Ambrosius. Nun dann. Auf der eigenen Homepage kündigt RTL II die Sendung derweil mit folgenden Worten an: „Warum bewegt ein Youtube-Video die ganze Welt? Aus welchem Grund verbreitet sich ein Selfie millionenfach? Ist das Foto echt oder gefaked? Und was passiert, nachdem ein Internet-Hype vorbei ist?“

Gestern spannend, heute alt?

Antworten auf diese Fragen zu erhalten, wäre tatsächlich interessant. Doch ob eine dreistündige Show der richtige Rahmen ist, dies zu klären? Und ob die klassische RTL II-Zielgruppe die Internetschnipsel und -bilder, die sie noch vor Monaten spannend fand, mittlerweile nicht für veraltet hält?

Diese Möglichkeit nehmen die Showverantwortlichen wohl in Kauf. Denn zahlreiche Internetphänomene, auch Memes genannt, sind tatsächlich lustig, unterhaltsam oder anrührend. Aus dem Netz gefischt und zusammengeschnitten geben sie leicht das Gerüst einer günstig produzierten Sendung.

ce/aks

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