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Medien "Mein verficktes, erstes Interview"
Mehr Welt Medien "Mein verficktes, erstes Interview"
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11:40 21.07.2015
"Ich war schweinenervös", verteidigt sich Florian Mundt alias LeFloid gegen jene, die sein Interview mit Bundeskanzlerin Angela Merkel für einen Flop halten. Quelle: Youtube/LeFloid
Hannover

Der junge Typ mit der Basecap sollte es richten. Den Verrissen zu urteilen, die nach dem Interview von Florian Mundt alias LeFloid mit Bundeskanzlerin Angela Merkel niederprasselten, stand nicht weniger als die Zukunft der Jugend auf dem Spiel. Wenn es LeFloid mit seiner zappeligen, direkten Art nicht schaffte, Merkel aus ihrem immergleichen Kanzlerinnenmodus zu reißen, wer dann?

Die Erwartungen an das Interview waren groß gewesen. Es war das erste Mal, dass sich Merkel den Fragen eines Youtubers stellte. Außerdem hatte jeder Internetnutzer unter dem Hashtag #NetzfragtMerkel Fragen vorschlagen können. Tatsächlich sprach Mundt viele Themen an, die vorher auf Twitter, Facebook und Youtube diskutiert worden waren. Und dann war die Kritik umso schärfer – vor allem von Seiten der etablierten Medien. Einen "braven Stichwortgeber" nannte ihn Journalist Richard Gutjahr.

Sechs Tage später: Am Sonntag treten mit Tina Hassel und Rainald Becker zwei renommierte ARD-Journalisten der Kanzlerin gegenüber – und auch ihnen gelingt es nicht, den Pudding namens Merkel an die Wand zu nageln. Das kann LeFloid natürlich nicht auf sich sitzen lassen. Bei Twitter postet er: "Man Waren das krasse & weltverändernde Enthüllungen im Sommer-Interview. Chapeau. #nicht #hype Und jetzt reicht's auch. ;) Cheers."

Auf die kleine Retourkiste gegenüber den "klassischen Medien und Profijournalisten" folgt am Montag die große Klatsche. In seinem neuesten Video nimmt LeFloid Stellung zu der Kritik an ihm – auf der für ihn typisch-lakonische, mit Schimpfwörtern garnierten Art und Weise. Bei Minute 5:35 geht es los. LeFloids zentrales Argument ist: Er sei doch auch nur ein Anfänger. "Ich war schweinenervös", sagt er. "Es war mein verficktes, erstes Interview." Aber: „Du sagst vor einem Videospiele-Endboss auch nicht: ,Ne, den Schritt gehe ich jetzt nicht. Das traue ich mich nicht.‘“

In drei Minute versucht LeFloid vor allem, seine Fans auf seine Seite zu holen. Die Fragen, die er gestellt habe, seien von seinen Followern auf Twitter und Youtube gewesen. Das Problem seien wohl eher die Erwartungen. „Ich habe eure Fragen an sie herangetragen, und sie hat sie mehr oder weniger klar beantwortet. Einige sogar sehr klar", sagt LeFloid. "Aber offensichtlich sollte ich mich dann doch hinsetzen, einmal laut ,Penis‘ rufen und dafür sorgen, dass die Kanzlerin anfängt zu heulen und dass das Video abgebrochen wird.“

Er könne die ganze Aufregung nicht verstehen, LeFloid, und schließt dann aber doch mit einem Seitenhieb gegenüber der Kanzlerin. „Hunderttausende haben das Interview gesehen. Hunderttausenden haben ihre Fragen beantwortet bekommen. Und Hunderttausende werden auch nach diesem Interview garantiert nicht CDU wählen. Mich eingeschlossen.“

aks

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