Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Medien Niveaulimbo beim Ballermann
Mehr Welt Medien Niveaulimbo beim Ballermann
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:40 09.06.2013
Unten durch: Moderator Markus Lanz geht in der Stierkampfarena „Coliseo Balear“ in Palma de Mallorca mit gutem Beispiel voran. Quelle: dpa
Palma de Mallorca

Ein bisschen wird Markus Lanz  aufgeatmet haben am Ende seiner ersten „Wetten, dass …?“-Ausgabe aus Mallorca. „Echt gute Wetten“, sagte sein Gast Stefan Raab, „ehrlich.“  Wie Raab die Show insgesamt gefallen hat, sagte er allerdings nicht. Und das war vielleicht auch besser so für Lanz.

Schon vor der Sommerausgabe aus der Stierkampfarena von Palma de Mallorca hatte es diverse Probleme gegeben. Gleich drei Gäste sagten ab: Michael Jacksons Tochter Paris (15) hatte in der vergangenen Woche angeblich versucht, sich das Leben zu nehmen. Ex-„Baywatch“-Bikimodel Pamela Anderson soll zu hohe Ansprüche gehabt haben. Und Stangentänzerin Jacqueline Siemsen, die mit einer Schnupperwette auftreten wollte, hatte Schnupfen bekommen.

In der sechsten von ihm moderierten Ausgabe musste Lanz einmal mehr mit einer mäßig prominent besetzten Couch leben. Ex-Thomas-Gottschalk-Assistentin Michelle Hunziker und Stefan Raab nahmen zuerst auf dem Sofa Platz. Letzterer nutzte die Gelegenheit schamlos, um seinen neuen Duschkopf bekannt zu machen. Lanz’ Unterbindungsversuch, das sei Schleichwerbung, konterte Raab frech: „Nee, das war Werbung!“ Mit der Lässigkeit von Raab konnte Lanz nicht ganz mithalten. Immerhin gab sich der Moderator aber sichtlich Mühe, entspannter als sonst zu wirken.

Der kurzfristig eingesprungene Schotte Gerard Butler sprach über seinen Film „Olympus Has Fallen“, der Rest der Gäste aber wurde offensichtlich  für ein Ballermann-Publikum gecastet. Das  Trash-TV-Millionärspärchen Geissen durfte seine Show auf RTL II bewerben – unterbrochen von Lanz’ Hinweis auf die kongeniale Geissens-Parodie des „Switch Reloaded“-Teams auf PRO7. Neben Comedian Paul Panzer und Howard Carpendale durften auch die Ballermann-Barden Tim Toupet, Jürgen Drews und Mickie Krause nicht fehlen.

Die von Raab gelobten Wetten erforderten dieses Mal vor allem Kraft. Die bekamen die TV-Zuschauer auch zu sehen – und viel nackte Haut. Der spätere Wettkönig Andreas Hofer hangelte sich mit freiem Oberkörper eine Feuerwehrleiter herauf, Sebastian Mirz machte Salti in Badehosen, und Berend Breitenstein  und sein Bodybuilder-Team zeigten erst ihre imposante Bauchmuskulatur, ehe sie ein Zwei-Tonnen-Auto stemmten. Auf dem Rücken liegend bewegten sie es nur mithilfe ihrer Beine stolze 15 Meter weit. Willi Brozmann schließlich knackte Nüsse mit seinem Hintern.

Weil Gerard Butler nicht glaubte, dass der das hinbekommt, musste sich der Schauspieler zuerst selbst an den Nüssen versuchen. Dann verpflichtete Lanz den Schauspieler, sich Eiswürfel in die Hose zu schütten – so hatte Butler sich einmal bei einem Dreh bei sehr hohen Temperaturen abgekühlt – und den Erlkönig vorzulesen. „Erzählen Sie das Tom Hanks“, empfahl Raab. Hanks hatte sich nach seinem „Wetten, dass  ...?“-Besuch öffentlich beklagt, welch Albernheiten da im deutschen Fernsehen abliefen. Als Butler sich dann umständlich die Eiswürfel aus der Hose fingerte, war das nicht nur Raab unangenehm. „Ich wollte mal sagen: Ich bin hier nur Gast“, sagt der TV-Moderator und hielt sich die Hand vor die Augen. Als sich dann auch noch Robert Geissen über das eiswürfelgekühlte Geschlechtsteil Butlers äußerte, schämte sich sogar Geissens Frau.

Bei der sogenannten Lanz-Challenge, bei der der sportaffine Moderator gegen einen Zuschauer antritt, drohte die Stimmung zu kippen. Mit Applaus hatten sich die Zuschauer für eine Herausforderin entschieden, die Lanz im Limbotanzen bezwingen wollte. Da die Regeln aber nicht klar waren, tanzte Lanz nach hinten gebeugt unter der Stange durch – während seine Gegnerin plump auf Knien darunter durchrutschte. Das Publikum buhte. Auch als Lanz versuchte, durch ein Kugelstoßen mit Sänger Howard Carpendale zu schlichten, hielten die Buhrufe an. Während Lanz etwas hilflos „Alles gut“ wiederholte, erklärte Raab: „Ich kann die Leute verstehen.“

Immerhin die Publikumswette war ein Erfolg: Lanz bat um Spenden zugunsten der Hochwasseropfer. Die geforderten  500.000 Euro wurden sogar um mehr als 80.000 Euro getoppt.

Mehr Lacher als der betont juvenile   Lanz hatte seine Assistentin Cindy aus Marzahn auf ihrer Seite. Dem Arenen-Publikum gefielen vor allem ihre Zickigkeit, nachdem Lanz der schwangeren Hunziker als Wetteinsatz abgerungen hatte, demnächst Cindy als seine Assistentin zu vertreten. Nicht nur das war der von Lanz’ Fragen zu ihrem Aussehen leicht genervten Hunziker sichtlich unangenehm. Rasch sprang sie Cindy bei: „Wir sind dann zusammen deine Assistentin!“

Die durchwachsene Show verfolgten nur 6,74 Millionen Zuschauer, halb so viele bei Lanz’ Premiere. Wegen des sommerlichen Wetters hatte viele offenbar Besseres zu tun. Man kann es ihnen nicht verdenken.

Von Sebastian Scherer und Karsten Röhrbein

Die Angst vor Cyberattacken wird ein immer beherrschenderes Thema. Das Bedürfnis nach Sicherheit wird dabei immer stärker. Die USA wollen ihren Alliierten in Nahen Osten und Asien im Kampf gegen iranische Cyberattacken einem Zeitungsbericht zufolge zur Seite stehen.

09.06.2013

Schlicht ist schön: „Flat Design“ erobert die Computerwelt – funktional, zweidimensional, asketisch. Google & Co. machen’s vor. Denn je komplexer die Datenflut, desto größer der Wunsch nach Klarheit.

Imre Grimm 08.06.2013

Versehentlich versendete Gewinnversprechen könnte eine große Zahl von Paypal-Nutzern in Deutschland um 500 Euro reicher machen – und die europäische Tochter des US-Bezahldienstes in Luxemburg an den Rand des Ruins treiben.

07.06.2013