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Mehr Welt Medien LG stellt das erweiterbare Smartphone vor
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06:34 23.02.2016
Teilmodularer Aufbau: Der Akku des LG G5 lässt sich wie eine Schublade entnehmen. Quelle: Simon Nagel/dpa
Barcelona

Schon seit einiger Zeit arbeiten Firmen an modularen Smartphones. Der Benutzer soll die einzelnen Bauteile der Geräte - zum Beispiel die Kamera, die Batterie und den Speicher - austauschen können, wenn die Technik nicht mehr funktioniert oder ihm nicht mehr reicht. Das Fairphone ermöglicht das zum Teil: Es lässt sich einfacher als andere Geräte auseinander nehmen, wenn etwas repariert werden muss.

Auf dem Mobile World Congress (MWC) in Barcelona hat LG dagegen ein Smartphone vorgestellt, das sich nachträglich erweitern lässt. Der Hersteller bewirbt das G5 deshalb als erstes modulares Smartphone. Der Nutzer kann die Unterseite abziehen und durch ein anderes Modul austauschen - zum Beispiel durch ein Bauteil, mit dem das Smartphone einfacher als Kamera benutzt werden kann. Der Zoom lässt sich dann über ein Drehrad einstellen, und um ein Foto zu machen, kann der Anwender einen Knopf drücken - wie bei einer Kleinbildkamera.

LG will Reaktion des Kunden abwarten

Beim Ausprobieren auf dem MWC funktionierte das gut. Ein Motiv zu fokussieren, einen Ausschnitt heranzukommen - das war mit dem Modul einfacher, als mit dem Finger über den Bildschirm des Smartphones zu wischen. Auch das Austauschen der Module klappte einwandfrei. Der Nutzer drückt einen Knopf an der Seite des G5, dann löst sich die Arretierung, und die Unterseite lässt sich abziehen. Sobald sie wieder ins Gehäuse zurückgeschoben worden ist, rastet sie ein und sitzt fest. Der Mechanismus soll unter einer regelmäßigen Benutzung auch nicht leiden, versichert LG.

Das Unternehmen hat noch ein zweites Erweiterungsmodul entwickelt, zusammen mit B&O Play: Damit verbessert der Nutzer sie Soundqualität seines Smartphones, egal ob er die Musik über den Kopfhörer oder über externe Lautsprecher hört. Weitere Module sind denkbar, aber bisher noch nicht geplant, wie LG-Mitarbeiter berichteten. Das Unternehmen will erst einmal abwarten, wie die Idee von den Kunden aufgenommen wird. Sie können auch heute schon ihr Smartphone erweitern: durch Zubehör wie spezielle Kamera-Aufsätze von externen Anbietern. Die Lösung von LG ist allerdings eleganter und komfortabler.

Zuerst sollte nur der Akku austauschbar sein

Ursprünglich hatte das Unternehmen nur ein Smartphone mit einem Metall-Gehäuse entwickeln wollen, dessen Akku ausgetauscht werden kann. Auf diese Möglichkeit hatte LG einmal verzichtet - und daraufhin viele Beschwerden erhalten, wie Firmenvertreter berichten. Dadurch sei die Idee mit der abziehbaren Unterseite entstanden: Um den Akku auszutauschen, zieht der Nutzer die Schublade heraus, wechselt die Batterie und schiebt die Unterseite wieder in das Gehäuse.

Das G5 ist das neue Flaggschiff des Herstellers aus Südkorea. Innen arbeitet der Snapdragon 820 Prozessor von Qualcomm, der Arbeitsspeicher ist 4 Gigabyte groß, der 32 Gigabyte große Speicher lässt sich um bis zu 2 Terabyte erweitern. Das 5,3 Zoll große Quad-HD-Display hat eine Auflösung von 2560 mal 1440 Pixel (554 ppi). Das G5 soll Ende März/Anfang April auf den Markt kommen. Wie viel es kostet, will LG in den nächsten Wochen bekannt geben. Spekuliert wird über einen Preis zwischen 500 und 700 Euro.

Von Markus Werning

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