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Medien Kabinett schaltet DVB-T ab
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10:56 12.02.2015
Überall fernsehen? Wer sein TV-Programm weiter per Antenne empfangen will, muss sich umstellen. D Quelle: dpa
Berlin

Fernsehzuschauer, die ihr Programm über das digitale Antennenfernsehen DVB-T empfangen, werden sich demnächst umstellen und neue Geräte kaufen müssen. Das Bundeskabinett hat am Mittwoch den Weg für die Versteigerung der Frequenzen frei gemacht, auf denen die Fernsehsender derzeit noch ihre Programme ausstrahlen. Die 700-Megahertz-Frequenzen, die von DVB-T belegt werden, sollen künftig für den Ausbau des schnellen mobilen Internets genutzt werden.

Das Aus für das alte DVB-T bedeutet zugleich den Startschuss für den Nachfolger, DVB-T2. Der neue Standard kann im Unterschied zum Vorgänger auch hochauflösende Programme (HD) ausstrahlen, zudem soll es eine größere Programmvielfalt bieten und einen besseren mobilen Empfang ermöglichen. Allerdings sind die beiden Standards nicht mitein­ander kompatibel: Wer sein Programm weiterhin über Antenne empfangen möchte, muss sich für einen neuen Decoder für sein Fernsehgerät kaufen. Die Geräte kosten im Handel ab etwa 30 Euro. Ansonsten bleibt nur ein anderer Empfangsweg für das TV-Programm über Kabel, Satellit oder Internet.

Auktion für 2015 geplant

Der Servicegedanke beispielsweise an ein schärferes Bild spielte beim Kabinettsbeschluss allerdings keine vorrangige Rolle. Infrastrukturminister Alexander Dobrindt (CSU) erwartet aus der Versteigerung der Nutzungsrechte für die Frequenzen einen Milliardenbetrag, der nach Abzug von Umstellungskosten für den Breitbandausbau reserviert werden soll. Die Bundesregierung hat das Ziel ausgegeben, bis 2018 flächendeckend Übertragungsgeschwindigkeiten von 50 Megabit pro Sekunde zu erreichen. Bundesweit sind solche schnellen Internetzugänge aktuell für ungefähr zwei Drittel der Haushalte verfügbar. Vor allem in dünn besiedelten Gebieten soll die Abdeckung über mobiles Breitband erfolgen, statt Kabel zu vergraben.

Eine Vollabdeckung mit 50 Megabit erfordert laut Schätzungen Investitionen von bis zu 20 Milliarden Euro. SPD-Fraktionsvize Sören Bartol sagte: „Wir wollen die digitale Spaltung zwischen Stadt und Land überwinden und das schnelle Internet für alle.“ Der Ertrag aus der Versteigerung der 700-Megahertz-Frequenzen soll je zur Hälfte zwischen Bund und Ländern aufgeteilt werden. Dann soll das Geld für den Ausbau der Internetversorgung über Förderprogramme von Bund und Ländern eingesetzt werden.

Aus den Einnahmen durch die Versteigerung werden auch Nutzer von drahtlosen Mikrofonanlagen entschädigt, die dann ebenfalls auf neue Technik umsteigen müssen. Die Auktion ist für das zweite Quartal 2015 geplant.

Der Verkauf der Nutzungsrechte bedeutet aber nicht das sofortige Aus für das alte Überallfernsehen, wie DVB-T auch gern genannt wird. Wie schon beim Ausbau des Netzes wird es auch für die Umstellung des Standards einen Ausbauplan geben, der nach und nach umgesetzt wird. Wann und wo die ersten alten DVB-T-Geräte keine Signale mehr empfangen und wann auch der letzte Bildschirm schwarz bleibt, steht derzeit noch nicht fest.

Von Sascha Meyer und Christoph Dernbach

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Nach Darstellung der Kommission können auch Angebote sozialer Netzwerke wie Facebook meinungsrelevant sein, wenn sie „journalistisch-redaktionell“ gestaltet sind. Der Zuschaueranteil der Fernsehsender könne nicht länger die alleinige Messgröße sein. Auch die über Onlineformate erzielte Reichweite müsse einbezogen werden, wenn der „Gesamtmeinungsmarkt“ betrachtet werden solle, sagte Müller-Terpitz.

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