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Medien Hacker stehlen Daten von Playstation-Kunden
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21:06 27.04.2011
Nutzer von Sonys Playstation sind betroffen. Quelle: dpa

Es ist einer der größten Datendiebstähle der Geschichte: Hacker sind in die Computersysteme des Softwaregiganten Sony eingedrungen und haben persönliche Informationen von Millionen Nutzerkonten gestohlen. Wie das Unternehmen mitteilte, sind Kunden des beliebten Onlinedienstes Playstation Network betroffen. Die die über 75 Millionen Mitglieder können dort gegeneinander Spielen sowie Chatten und Filme ansehen.

Die Hacker haben laut Sony sensible Nutzerdaten entwendet, darunter Name, Alter, Wohnort, Mail-Adresse und Passwort. Wie viele Nutzer genau Betroffen sind, Ob auch Kreditkartendaten gestohlen wurden, war zunächst unklar. Zwar gebe es derzeit keine Anzeichen dafür, „wir können diese Möglichkeit aber nicht gänzlich außer Betracht lassen“, warnte Sony in einer an seine Kunden gerichteten Stellungnahme. Die Prüfnummern, auf der Rückseite der Karte stehen, wurden aber „mit absoluter Sicherheit“ nicht gestohlen, sagt ein Unternehmenssprecher.

Der Datendiebstahl hat sich laut Sony bereits vor zehn Tagen ereignet. Nachdem der Hacker-Angriff entdeckt wurde, nahm der japanische Konzern sein Online-Angebot bis auf Weiteres vom Netz. Wann die Plattform wieder zur Verfügung steht, ließ Sony offen. Die Japner haben nach eigenen Angaben eine externe Sicherheitsfirma mit der Untersuchung des Vorfalls beauftragt. Nach Ansicht von Sascha Pfeiffer von der Internetsicherheitsfirma Sophos zeuge Sonys Vorgehen von großer Hilflosigkeit. Er glaubt, Sony sei bei der Datensicherheit schlampig vorgegangen.

Über die Urheber der Cyberattacke wird derzeit heftig spekuliert. So wurde vermutet, dass es ein Racheakt aus der Szene gewesen sein könnte, nachdem Sony einen Playstation-Hacker verklagte. Der junge Mann, der schon Apples iPhone gehackt hatte, knackte den Schutzmechanismus der als besonders sicher geltenden Konsole, sodass auf ihr kopierte und selbst gemachte Spiele laufen konnten. Die entsprechende Anleitung veröffentlichte er im Internet. Erst vor wenigen Tagen hatte Anonymus, ein Zusammenschluss internationaler Hacker, zu einem Angriff auf das Playstation Network aufgerufen. Anonymus-Mitgliedern erklärten allerdings, mit dem Einbruch nichts zu tun zu haben.

Ob nun Kriminelle oder rachsüchtige Hacker hinter dem Angriff stecken – Experten raten Sony-Kunden auf jeden Fall zu erhöhter Wachsamkeit. „Wir empfehlen unseren Kunden, ihre Kontoauszüge genau zu prüfen“, sagte Thomas Schlüter, Sprecher des Zentralen Kreditausschusses, gegenüber der HAZ. Bei Unstimmigkeiten sollte man umgehend sein Kreditinstitut informieren, das gelte auch für kleine Beträge. Sollten Betrüger Geld von einem fremden Konto abheben, springe die jeweilige Bank ein und erstatte den Betrag. „Kein Kunde muss für den Schaden haften“, betonte Schlüter. Er warnte zugleich vor Panikmache. Da die Kriminellen keine Prüfnummern von Kreditkarten entwendet hätten, sei das Missbrauchsrisiko im Internet und beim Telefonbanking relativ gering. „Wir können aber noch keine Entwarnung geben“, sagte Schlüter.

Ein Sicherheitsrisiko sind auch gestohlene Passwörter, da Internetnutzer häufig ein Kennwort bei mehreren Onlinediensten einsetzen. „So können die Hacker gleich auch noch auf die E-Mails, das Facebook-Profil oder den Bank-Account zugreifen“, sagt IT-Experte Pfeiffer. Sony-Kunden sollten gleichlautende Kennwörter bei anderen Online-Diensten umgehend ändern. Betrüger könnten zudem versuchen, gefälschte Mails zu verschicken und weitere Daten zu ergaunern. Sony erklärte deshalb, seine Kunde vorerst nicht per E-Mail zu kontaktieren.

frs/dpa

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