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Medien "Schneiden Sie Herrn Böhmermann die Eier ab"
Mehr Welt Medien "Schneiden Sie Herrn Böhmermann die Eier ab"
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00:24 13.04.2016
Grünen-Politiker Boris Palmer unterstützt Jan Böhmermann und macht sich über den türkischen Präsidenten Erdogan lustig. Quelle: dpa/Boris Palmer/Facebook
Tübingen

Palmer veröffentlichte auf seiner Facebook-Seite einen offenen Brief an Erdogan. Mit dem Schreiben macht sich Tübingens Oberbürgermeister über den türkischen Präsidenten lustig und ergreift in der Debatte um eine Bestrafung von Jan Böhmermann Partei für den Fernsehmoderator (auf unserer Themenseite finden Sie Hintergründe und Analysen zu dem Thema).

"Als Bürger der Bundesrepublik Deutschland möchte ich mich bei Ihnen für die 'schweren Verbrechen gegen die Menschlichkeit' entschuldigen, die Herr Böhmermann Ihnen gegenüber verübt hat", schreibt Palmer. Es sei "völlig inakzeptabel", dass ein Satiriker ein Staatsoberhaupt "unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit" beleidige.

Palmer: Deutsches Strafrecht ist zu schwach

Palmer spricht sich deshalb für eine angemessene Strafe aus. "Dies gilt um so mehr, als Sie den Kampf gegen die Meinungsfreiheit im eigenen Land mit großer Überzeugung und glaubwürdig führen." Allerdings erscheine ihm das deutsche Strafrecht für eine spürbare Strafe zu schwach, erklärt Palmer in seinem Brief an Erdogan. "Ich möchte Sie daher dazu ermutigen, nach einer Verurteilung dieses unverschämten Mannes ein Auslieferungsersuchen einzureichen."

Mit Problemem müsse Erdogan nicht rechnen. "Angesichts Ihrer großen Verdienste in der Flüchtlingskrise können Sie von Deutschland eine bevorzugte Behandlung erwarten", meint Palmer. Und Tübingens Oberbürgermeister schließt seinen Brief mit der Aufforderung: "Schneiden Sie Herrn Böhmermann die Eier ab, damit er sich nie wieder über Präsidenten mit kurzem Schwanz lustig macht."

Böhmermann spricht nicht für Deutschland Sehr geehrter Herr Präsident Erdogan, Als Bürger der Bundesrepublik...

Gepostet von Boris Palmer am Dienstag, 12. April 2016

In den vergangenen Tagen haben immer mehr Menschen Partei für Böhmermann ergriffen, unter anderem Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner, Kabarettist Dieter Hallervorden und Griechenlands Ex-Finanzminister Yanis Varoufakis. Außerdem unterstützen schon mehr als 128.000 Menschen die Online-Petition "Freiheit für Böhmermann" (die Online-Petition finden Sie hier).

Der Druck auf Böhmermann nimmt aber zu. Am Dienstag sagte der Satiriker deshalb die nächste Ausgabe seiner Sendung "Neo Magazin Royale" ab. Außerdem steht der Fernsehmoderator bis auf Weiteres unter Polizeischutz.

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