Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Medien Welcher Streamingdienst ist der richtige für mich?
Mehr Welt Medien Welcher Streamingdienst ist der richtige für mich?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 01.10.2014
Von Imre Grimm
Netflix ist nur ein Anbieter unter vielen: Wer sich für ein Streamingportal entscheidet, muss vorher genau überlegen. Quelle: dpa

Der Chromecast-Stick von Google, die neue Fire-TV-Box von Amazon, der Streamingdienst Netflix, Maxdome, Watchever, Apple TV - wer soll da denn bitte noch durchsteigen?

Die Begriffe klingen verwirrend, im Grunde ist die Sache aber ganz simpel: Bei allen neuen TV-Diensten geht es im Kern darum, Filme oder Serien direkt von den Servern der großen Anbieter auf den eigenen HD-Fernseher zu übertragen. Dafür wird der Fernseher mittels einer speziellen Box und dem hauseigenen WLAN mit dem Internet verbunden. Viele neue Fernseher haben zwar WLAN an Bord, aber die Boxen sind komfortabler und bringen simple Zugänge zu den großen Videoarchiven mit. Das Geschäft ist lukrativ, deshalb drängen vor allem drei US-Weltkonzerne mit Macht auf den deutschen Markt: Amazon mit seiner neuen Box Fire TV (99 Euro), die am 25. September in Deutschland erschienen ist. Google mit seinem Chromecast-Stick (35 Euro), der wie ein USB-Stick in den Bildschirm gesteckt wird, aber im Wesentlichen genauso funktioniert. Und Apple, das seiner in die Jahre gekommenen „Apple TV“-Box (79 Euro) gerade ein großes Softwareupdate spendiert hat.

Und was ist jetzt der Unterschied zwischen Apple TV oder Fire TV und zum Beispiel Netflix oder Maxdome?

Apple TV ist eine Box, die Zugang zu Apple-eigenen sowie diversen Fremdangeboten bietet. Watchever dagegen ist - genau wie Netflix - ein Flatrate-Streamingdienst für Filme und Serien, der ohne eigene Box auskommt. Zusätzlich gibt es reine Video-on-Demand-Dienste wie Videoload, Videobuster oder das Sony Entertainment Network sowie Mischformen wie Maxdome und Amazon Prime Instant Video. Sie alle sind über den Browser, über iPhone- oder Android-Apps, über direkt in den HD-Fernseher integrierte Apps oder zum Teil auch über die Geräte der Konkurrenz erreichbar: Die Apple-TV-Box zum Beispiel hat auf der Startseite auch Watchever oder (nach dem neuesten Update) Netflix im Angebot. Stellen Sie sich Apple TV und die anderen Boxen als Warenhaus vor, in dem es neben dem riesengroßen, zentralen Apple Store nebenan auch einen Netflix-Laden gibt - genauso bei Amazons Fire TV und Googles Chromecast. Die Streamingdienste sind quasi Geschäfte.

Und welcher Streamingdienst ist nun der richtige für mich?

Da hilft nur: vergleichen. Alle bieten einen kostenlosen Probemonat und sind monatlich kündbar. Die Unterschiede sind groß, und die Angebote wechseln ständig, weil Lizenzen auslaufen. Neuzugang Netflix hat neben Fremdmaterial starke selbst produzierte Serien wie „Orange is the New Black“, „House of Cards“ sowie hochgelobte Serienadaptionen wie „Fargo“ und „From Dusk Till Dawn“ und die Thrillerserie „Penny Dreadful“ im Programm. Erfreulich: Alle Episoden laufen auf Wunsch mit Originaltonspur und Untertiteln. Amazon Prime Instant Video hat zwar zahllose Kauf- und Leihvideos. In dem für Amazon-Prime-Kunden ohne Zusatzkosten zugänglichen Prime-Instant-Videodienst (früher Lovefilm) finden sich für 49 Euro im Jahr (4,10 Euro pro Monat) bisher aber nur 1500 Filme und etwa 800 Serien wie „Breaking Bad“, „Mad Men“ und „The Big Bang Theory“. Maxdome nennt sich mit 60 000 Film- und Serientiteln zwar „die größte Onlinevideothek in Deutschland“. Aber: Nur etwa 200 Serien und 3700 Filme sind im Flatrate-Preis enthalten, der Rest kostet einzeln. Watchever aus dem Vivendi-Konzern hat sich etabliert. Er bot anfangs zwar ein großes, allerdings noch nicht sehr aktuelles Archiv an. Inzwischen ist die Lage deutlich besser. 13 000 Filme und Serien warten auf den Servern.

Welche Details sind wichtig?

Prüfen Sie, welcher Streamingdienst auf welcher für Sie praktikablen Plattform angeboten wird (iOS, Android, Mac, Windows, Playstation, Apple TV, Fire TV, Chromecast). Und: Der HD-Anteil liegt bei Amazon bei um die 60 Prozent, bei Watchever sind es 50, bei Maxdome aber nur 20. Sehr praktisch ist ein Offlinemodus, bei dem man Inhalte - zum Beispiel für eine Flugreise - temporär auf sein Gerät laden kann. Netflix ist da außen vor, bei Amazon klappt’s nur mit dem hauseigenen Kindle-Reader, Watchever ist hier vorbildlich.

Und was sind die Unterschiede bei den Geräten? Was kann zum Beispiel die Fire-TV-Box?

Die Box von Amazon (99 Euro) streamt (für Amazon-Prime-Kunden ohne Zusatzkosten) natürlich Amazon-Instant-Video-Inhalte auf den HD-Fernseher, verfügt aber auch als einzige Box über direkte Apps für die ARD- und die ZDF-Mediathek - sehr praktisch. Sie bietet zudem Verleih- und Kaufvideos, Sportübertragungen on demand und ein wachsenden Spieleangebot. Die Nutzeroberfläche ist schick, schnell und simpel, die Suche funktioniert auch per Spracheingabe über ein Mikrofon in der Fernbedienung. Bei den Konkurrenten muss man für die Suche umständlich per Wippschalter über ein Alphabet hüpfen. Aber: Es gibt weder Netflix noch Watchever, die direkten Konkurrenten. Eine Maxdome-App ist erst in Planung.

Und was kann Apple TV?

Apple TV hat Watchever und Netflix an Bord sowie das komplette iTunes-Angebot als Video-on-Demand-Dienst plus YouTube und andere Netzangebote. Eine Flatrate gibt es nicht. Das kann teuer werden. Die Benutzung ist simpel und bequem, die Hardware des aktuellen Apple TV 3 ist allerdings nicht mehr ganz taufrisch.

Und der Chromestick von Google?

Google setzt auf ein offenes System, um die Zahl der Apps für den Stick so schnell wie möglich zu erhöhen. Vorinstalliert sind unter anderem Watchever und Maxdome, die Fernbedienung ist das eigene Smartphone. Kinosound gibt’s allerdings nicht, und ab und an ruckelt es, weil der Stick als Pufferspeicher nur Minimal-Hardware an Bord hat. Und was benötige ich eogentlich für all diese Angebote? Die Grundanforderungen sind überall gleich: Erforderlich sind ein Internetzugang, ein Fernseher mit HDMI-Anschluss, ein stabiles WLAN. Und viel Zeit zum Ausprobieren.

Medien Facebook-Gegenentwurf - Online-Angriff auf Ello

Das junge Online-Netzwerk Ello, das ein Gegenentwurf zu Facebook sein will, ist in der Nacht zum Montag Ziel eines Online-Angriffs geworden. Die Website wurde für einige Stunden mit einer sogenannten DDOS-Attacke lahmgelegt.

29.09.2014

Beim „Tatort“ haben hannoversche Zuschauer am Sonntag möglicherweise kurz gestutzt. In der Sendung ist ein echtes Phantombild aufgetaucht, das die Polizeidirektion Hannover im November 2011 im Mordfall Annika B. veröffentlicht hatte. Die Polizei war nicht informiert und zeigt sich irritiert.

Tobias Morchner 29.09.2014

Die Kölner Kommissare Ballauf und Schenk enttäuschen mit einer schwachen Story um „Wahre Liebe“. Anlass dafür ist die Ermordung einer schönen Frau, die eine Internetpartnerschaftsvermittlung namens Lovecast leitet.

28.09.2014