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Medien "Pokémon Go"-Spielern droht Bußgeld
Mehr Welt Medien "Pokémon Go"-Spielern droht Bußgeld
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18:18 09.08.2016
"Pokémon Go"-Spielerin auf virtueller Monsterjagd: In einer hessischen Kleinstadt häufen sich die Beschwerden über nächtliche Ruhestörung. Der Bürgermeister droht den Spielern deshalb mit Konsequenzen. Quelle: Peter Steffen/dpa
Steinau an der Straße

"Ich will niemandem etwas Böses. Aber wenn es zu laut wird, ist Schluss mit lustig", sagte Malte Jörg Uffeln am Dienstag. Er ist Bürgermeister der hessischen Stadt Steinau. Dort häufen sich seit Wochen Beschwerden über nächtliche Ruhestörungen.

Brunnen wird zu ersten "Pokémon-No-Go-Area"

Denn die virtuelle Monsterjagd findet nicht nur tagsüber auf den Straßen und Gassen der kleinen Fachwerk-Innenstadt statt. Die Spieler sind mit ihren Smartphones auch noch zu später Stunde auf virtueller Monsterjagd. "Die Spieler müssen Rücksicht nehmen und können nachts nicht so herumlärmen", schimpfte Uffeln und drohte den Spielern nun mit Platzverweisen und sogar Bußgeldern. 

Auch in der 10.000-Einwohner-Stadt gibt es an einigen Ecken für Pokémon-Spieler reizvolle Orte, wo sie Monster fangen und kämpfen lassen können. Der Bürgermeister will nun beim Anbieter des Online-Games dafür sorgen, dass die Orte aus dem Spiel genommen werden. Auf seiner Facebook-Seite erklärte er den Marktplatz mit dem Märchenbrunnen in der Stadt – der "Kumpen" in Steinau – bereits zur "Pokémon-No-Go-Area".

"Es wird gelärmt, aber auch Müll produziert"

Dazu schrieb Uffeln: "Wer sich künftig nachts auf dem Kumpen aufhält und lärmt, muss damit rechnen, dass er ordnungsrechtlich zur Verantwortung gezogen wird. Empfindliche Geldbußen und auch Strafverfahren können folgen." Er forderte die Einwohner der Gemeinde außerdem dazu auf, "ihm unverzüglich nächtlich lärmende Pokémon-Go-User" zu melden.

Denn offenbar zieht vor allem der Marktplatz die Spieler an. "Am Kumpen geht seit einigen Wochen nachts die Luzie ab. Es wird gelärmt, aber auch Müll produziert, der nicht sein muss", erklärt der parteilose Uffeln. "Ich erwarte, dass auf das Ruhebedürfnis der Menschen in der Stadt Rücksicht genommen wird, auch und gerade in der Ferienzeit!"

Kritik von Facebook-Nutzern

Für seinen öffentlichen Vorstoß, den Uffeln als "pädagogische Peitsche" bezeichnet, erntete er in den sozialen Medien auch Kritik. "Das ist ja lächerlich", schrieb eine Facebook-Nutzerin. "Die Autos und Rollerfahrer sind noch viel lauter!!" Darüber beschwerten sich auch andere. "Wer nie 14 war in einer Kleinstadt, werfe den ersten Stein", meint jemand anderes. Uffeln reagierte auf die Kritik. "Und was sage ich den Gastwirten, die um 22.00 Uhr Ruhe haben müssen, wenn um 24.00 Uhr die Pokémon-Go-Party abgeht?"

dpa/RND/wer

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