Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Medien „Dunkelfeld bei Cybercrime wird immer größer“
Mehr Welt Medien „Dunkelfeld bei Cybercrime wird immer größer“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:02 27.08.2014
Bundeskriminalamt: Internetkriminalität ist auf dem Vormarsch. Quelle: Symbolbild
Berlin

Gehackte Rechner, geklaute Daten, geplünderte Konten: Die Kriminalität im Internet nimmt zu. Das Bundeskriminalamt registrierte 2013 einen Zuwachs an Fällen von Computersabotage, Erpressung von Internetnutzern und Betrug beim Online-Banking. "Die Internetkriminalität ist weiterhin auf dem Vormarsch", sagte BKA-Präsident Jörg Ziercke am Mittwoch in Berlin bei der Vorstellung des neuen Bundeslagebildes zur Cyberkriminalität.

Insgesamt stieg die Zahl der gemeldeten Delikte im Vergleich zum Vorjahr zwar nur leicht auf 64 426 Fälle. Das BKA geht aber von einem sehr großen Dunkelfeld aus: Das wahre Ausmaß könnte Schätzungen zufolge elf Mal so groß sein. Das BKA legt jedes Jahr ein Lagebild zur Internetkriminalität vor. Die Gesamtzahl der gemeldeten Fälle lag 2013 demnach nur ein Prozent höher als im Vorjahr. Seit 2009 stieg die Zahl aber um mehr als 20 Prozent. Nur 25 Prozent der Fälle wurden 2013 aufgeklärt. Unter den registrierten Delikten beobachtete das BKA im vergangenen Jahr vor allem eine Zunahme der Computersabotage.

Gemeldet wurden hier fast 12.800 Fälle - ein Plus von rund 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Vergehen wie Computerbetrug und Datenausspähung gingen laut der offiziellen Statistik dagegen leicht zurück. 2013 erlebte laut BKA auch das sogenannte Phishing ein Comeback, bei dem sich Kriminelle Zugangsdaten zum Online-Banking erschleichen und Konten leer räumen. Fast 4100 solche Fälle wurden registriert. Im Schnitt entstand ein Schaden von 4000 Euro pro Fall - und ein geschätzter Gesamtschaden von 16,4 Millionen Euro. Ziercke sagte, die Täter hätten Wege gefunden, verbesserte Sicherheitsvorkehrungen beim Online-Banking zu umgehen.

Die Cyberkriminellen würden generell immer professioneller und ihre genutzte Schadsoftware immer komplexer. Ausgebreitet hat sich nach Einschätzung des BKA auch die digitale Erpressung im Netz. 6.754 solcher Fälle wurden im vergangenen Jahr gemeldet. Kriminelle infizieren dabei beispielsweise die Rechner ihrer Opfer und suggerieren mit einer eingeblendeten - und angeblich vom BKA stammenden - Meldung, dass der Computer im Zusammenhang mit Straftaten aufgefallen und deshalb gesperrt worden sei. Zur Entsperrung des Rechners wird dann die Zahlung von 100 Euro verlangt.

Die Statistiken haben laut BKA aber nur eine begrenzte Aussagekraft. "Das Dunkelfeld bei Cybercrime wird immer größer", sagte Ziercke. Ein Großteil der Straftaten im Netz werde nicht angezeigt. Zum Teil bemerkten die Bürger und Unternehmen nicht einmal, dass sie Opfer von Cyberkriminellen geworden seien. Vor allem Firmen scheuten sich aber auch bewusst davor, Angriffe auf ihre Netzwerke zu melden. Eine Dunkelfelduntersuchung des Landeskriminalamts Niedersachsen aus dem vergangenen Jahr ergab, dass nur neun Prozent aller Cybercrime-Delikte angezeigt werden.

Laut BKA müssten die vorliegenden statistischen Zahlen daher mit dem Faktor elf multipliziert werden, um ein annähernd realistisches Bild zur Cyberkriminalität in Deutschland zu bekommen. Auch eine aktuelle Studie des Branchenverbandes Bitkom gibt Hinweise auf ein weit größeres Ausmaß der Cyberkriminalität. Der Verband befragte Anfang August rund 1000 Internetnutzer zu ihren Sorgen und Erfahrungen beim Umgang mit dem Netz. 55 Prozent gaben an, sie seien in den vergangenen zwölf Monaten selbst Opfer von Cyberkriminalität geworden.

Hochgerechnet entspreche das rund 29 Millionen Betroffenen. Der Studie zufolge wächst unter den Internetnutzern die Angst vor Bedrohungen aus dem Netz. Nur jeder Zehnte fühlt sich gar nicht gefährdet. Vor drei Jahren lag die Zahl der Sorglosen noch bei 21 Prozent. Wegen Sicherheitsbedenken verzichten viele Verbraucher demnach inzwischen auch bewusst auf die Nutzung bestimmter Online-Dienste. Bitkom-Präsident Dieter Kempf sagte, die Internetkriminalität sei inzwischen allgegenwärtig.

Nutzer meiden bestimmte Online-Dienste

Immer mehr Internetnutzer verzichten wegen der Gefahr von Cyberattacken auf bestimmte Online-Dienste. 47 Prozent verschickten vertrauliche Dokumente nicht mehr per E-Mail, fast ein Drittel verzichte auf Online-Banking und ein Viertel auf das Einkaufen im Internet, ergab eine am Mittwoch in Berlin vorgestellte Umfrage des Branchenverbands Bitkom unter 1000 Internetnutzern. Ebenfalls ein Viertel mache einen Bogen um soziale Netzwerke wie Facebook, ein Fünftel nutze keine Cloud-Dienste und 17 Prozent buchten weder Reisen noch Mietwagen im Netz. "Das sind alarmierende Zahlen, weil dieser Trend die digitale Entwicklung bremst", sagte Bitkom-Präsident Dieter Kempf.Der Umfrage zufolge treibt die Menschen vor allem die Sorge um, dass persönliche Daten ausgespäht werden. Vier von fünf Internetnutzern fürchten eine Spionage durch Staat, Kriminelle oder Unternehmen. An zweiter Stelle (68 Prozent) folgt die Angst, dass der Computer mit schädlicher Software wie Viren oder Trojanern infiziert wird, 63 Prozent haben Angst vor Betrug beim Online-Shoppen oder Online-Banking.Laut der im Frühjahr vorgestellten Polizeilichen Kriminalstatistik ist im Jahr 2013 die Anzahl der Cybercrime-Fälle um rund ein Prozent gestiegen. Das Dunkelfeld bei Cybercrime werde aber immer größer, betonte der Präsident des Bundeskriminalamts (BKA), Jörg Ziercke. Studien zufolge würden nur neun Prozent aller Fälle gemeldet. Immer häufiger würden beim sogenannten "Phishing" persönliche Daten entwendet, etwa über gefälschte Webseiten oder E-Mails. Der Bitkom-Umfrage zufolge wurden in den zurückliegenden zwölf Monaten mit 55 Prozent mehr als die Hälfte der Internetnutzer Opfer von Cyberkriminalität.

dpa/rtr

Medien „Dr. Gressmann zeigt Gefühle“ - Elternabend mit Quentin Tarantino

Es ist die vielleicht schrägste Komödie des Jahres, fast als hätte Quentin Tarantino in Partylaune einen ARD-Film über einen missglückten Elternabend inszeniert.

27.08.2014
Medien "Ice-Bucket Challenge" - Ein Eimer Eis geht um die Welt

Die einen lachen noch immer über das Videophänomen der "Ice Bucket Challenge", die anderen können das ewig gleiche Bad im Eiswasser schon nicht mehr sehen. Klar ist: Selten hat sich ein Internet-Trendspaß so schnell verbreitet. Wie schnell, zeigt eine neue Online-Karte.

27.08.2014
Medien Ulrich Reitz wird Focus-Chef - Magazine im Fokus

In den Verlagen herrscht Nervosität: Erst tauscht der „stern“ seinen Chefredakteur aus, jetzt der „Focus“. Ulrich Reitz, ehemaliger Chefredakteur der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ („WAZ“), ersetzt Jög Quoos.

26.08.2014