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00:16 23.02.2015
Zählt seine Aussage, auch wenn er alkoholisiert war? Kriminalhauptkommissar Frank Steier (Joachim Król) leidet als Belastungszeuge vor Gericht. Quelle: ARD

Fünfmal ermittelte er an der Seite von Nina Kunzendorf - und nun quittiert Joachim Król als Hauptkommissar Steiner mit seinem insgesamt siebten Fall leider den Dienst. Was besonders schade ist, da seine Filme stets zu den besten Beiträgen dieser Reihe gezählt haben. Dazu gehört auch „Das Haus am Ende der Straße“, ein gelungener Genremix aus Psychothriller, Horrorfilm und menschlichem Drama, der von Regisseur Sebastian Marka nach einem Drehbuch von Erol Yesilkaya und Michael Proehl bis zum Schluss äußerst packend inszeniert ist.

Mal wieder steht der unter seinen Kollegen so unbeliebte Frank Steier (Król), der zum Lachen vermutlich mit dem Fahrstuhl in die Tiefgarage fährt, vor einem Scherbenhaufen: Vor Gericht hat er als Hauptbelastungszeuge gerade eine schmerzliche persönliche Niederlage erlitten. Da er bei einem Einsatz, bei dem ein kleines Mädchen erschossen wurde, noch unter Alkohol stand, erscheint seine Aussage den Richtern als nicht belastbar. Daraufhin wird der Todesschütze, ein gewisser Nico (Maik Rogge), freigesprochen. Und der alkoholkranke Steier polizeiintern zu einem Entzug sowie einer anschließenden Therapie verdonnert.

Doch das lässt der eigensinnige Kommissar natürlich nicht mit sich machen, und nach kurzer Überlegung quittiert er lieber seinen Dienst. Doch da ihn auch weiterhin Schuldgefühle am Tod des Mädchens und am Freispruch des Täters quälen, lässt ihn dieser tragische Vorfall keine Ruhe. Als er zufällig erfährt, dass Nico mit seinem Bruder Robin (Vincent Krüger) und dessen drogensüchtiger Freundin Lisa (Janina Schauer) einen Einbruch plant, begibt er sich sofort und wie immer allein an den Tatort, eine Villa in einem Frankfurter Vorort. Dort ist gerade der überraschend zurückgekehrte Hausbesitzer von dem Trio getötet wurden. Ein Nachbar, der Ex-Streifenpolizist Poller (Armin Rohde), hat dies allerdings beobachtet und wird daraufhin von den Einbrechern verfolgt. Sie dringen schließlich sogar in sein „Haus am Ende der Straße“ ein, um ihn auszuschalten.

Erzählt wird diese Geschichte in spannenden Szenen, die in ihrer düsteren Machart an amerikanische Horrorklassiker erinnern. Dass dann auch noch auf einem Monitor der Abspann des blutrünstigen „The Texas Chainsaw Massacre“ zu sehen ist, ist zwar eigentlich überflüssig, aber ein netter Insider-Scherz. Doch dann nimmt die Story eine überraschende Wendung: Bei dem Versuch, Poller zu befreien, wird Steier plötzlich niedergeschlagen. Und während im Polizeipräsidium Steiers Kollegen die Schnittchen für dessen Abschiedsfeier vorbereiten, entwickelt sich in dem Haus ein unglaubliches Psychospiel, das man als Zuschauer so schnell nicht vergisst.

Sehenswert ist neben Króls fast schon gewohnt guter Leistung vor allem Armin Rohde, der den tragisch gebrochenen ehemaligen Polizisten erschreckend glaubhaft und vor allem vielschichtig verkörpert. Dabei schwankt diese Figur tatsächlich zwischen eiskaltem Sadismus und warmer Fürsorglichkeit, entwickelt gar väterliche Gefühle für einen der jungen Gangster. Und vor allem trägt sie Züge, die der Kommissar erschrocken an sich selber erkennt. Umso überraschender ist dann der Schluss, bei dem sogar Steier ausnahmsweise mal lächelt. Aber natürlich nur ganz kurz, alles andere wäre ja auch völlig übertrieben.

Von Ernst Corinth

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