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Medien Twittern mit angezogener Handbremse
Mehr Welt Medien Twittern mit angezogener Handbremse
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20:54 07.02.2014
Können diese Hände twittern? Skistar Maria Höfl-Riesch mit gestylten Nägeln. Quelle: dpa
Sotschi

Ein Bild von den schwarz-rot-goldenen Fingernägeln, ein Blick hinter die Stahlrohrtribüne im Alpincenter – das wäre wohl okay. Fotos von Anti-Putin-Demonstranten aber oder Werbung für die eigenen Sponsoren – da hört der Spaß auf für das Internationale Olympische Kommittee (IOC). Olympia-Stars wie die deutsche Fahnenträgerin Maria Höfl-Riesch dürfen ihre Fans daheim zwar auch aus Sotschi via Twitter auf dem Laufenden halten – dabei müssen sich die Athleten aber den strengen Internetregeln des IOC beugen. So hat beispielsweise Biathlon-Altmeister Ole Einar Björndalen gleich seine komplette Website während der Zeit der Winterspiele vom Netz genommen. Sicher ist sicher.

Auf sieben Seiten hat das IOC seine „Social-Media-, Blogging- und Internet-Richtlinien“ festgehalten. Zwar werden die Athleten – so wie alle anderen Akkreditierten – ermutigt, aus Sotschi zu twittern oder zu bloggen. Allerdings nur aus der Sicht der ersten Person im „Tagebuchformat“ – in eine Reporterrolle dürfen die Sportler also nicht schlüpfen. Und sie müssen zudem die strikten Werberegelungen beachten. Videos sind generell verboten.

Laut IOC-Charta, Regel 40, dürfen Teilnehmer „ihre Person, Namen, ihre Bilder oder sportliche Leistung“ während der Spiele nicht zu Werbezwecken nutzen. So ist sämtliche Promotion „einer Marke, eines Produkts oder eines Services“ selbst auf der eigenen Internetseite untersagt. „Liebe Fans! Diese Seite ist aus Werberechtsgründen rund um die Olympiade bis zum 5. März 2014 nicht zu erreichen“, schreibt der Norweger Björndalen.

Private Werbung bei Olympia ist schon lange ein heikles Thema. So kassierte Skispringer Sven Hannawald 2002 in Salt Lake City wegen eines nicht genehmigten Fernsehspots eine „informelle Warnung“ durch das IOC. Die Leitlinien sorgen allerdings auch aktuell noch für Verwirrung. So schreibt Österreichs Alpin-Ass Marcel Hirscher auf seiner Homepage, es sei ihm „nicht gestattet, euch wie gewohnt auch während Olympia auf meiner Website und im Blog auf dem Laufenden zu halten“. Dies ist allerdings nicht generell verboten. Die Sportler müssen zudem darauf achten, keine Bilder aus dem Olympischen Dorf zu veröffentlichen, auf denen andere Personen ohne Einwilligung zu sehen sind.

Sie werde sich zurückhalten, sagte Biathletin Laura Dahlmeier, „und versuchen, mich auf die Rennen zu konzentrieren und erst einmal schauen, dass das Sportliche passt“. Dass es trotz aller Reglementierungen auch während Olympia kontrovers im Netz zugehen kann, bewiesen die Snowboarder. Der Rückzug von Shaun White aus der Disziplin Slopestyle sorgte bei Kontrahenten für dezente Kritik und Spott. „Mr. White, es ist einfach, Entschuldigungen zu finden, um aus einem Wettbewerb zurückzuziehen, wenn du denkst, dass du nicht gewinnen kannst“, twitterte Kanadas Medaillenkandidat Sebastien Toutant.

Gerüchte, wonach Sportler in den offiziellen Arenen die Apple-Logos ihrer
iPhones abkleben müssen, weil Apples Hauptkonkurrent Samsung offizieller Olympiasponsor ist, wies das IOC gestern zurück. Unabhängig von den twitternden Stars häufen sich Beschwerden von Journalisten über die Bedingungen in Sotschi. Ausländische Berichterstatter, die ins Hinterland vordringen wollten, wurden mehrfach behindert und schikaniert.

Twittern aus Sotschi

  • Maria Höfl-Risch: @Maria
  • Alexander Owetschkin: @Ovi8
  • Claudia Pechstein: @cpechstein
  • Sidney Crosby: @sidney_crosby
  • Bode Miller: @MillerBode
  • Jens Weinreich: @jweinreich
  • Kritisches: @NoSochi2014
  • ARD: @ARDolympia
  • ZDF: @ZDFsport

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