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18:20 02.03.2014
Die Nerven liegen blank: Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) bedroht seinen Kollegen Markus Frey (Michael Dangl). Quelle: rbb/ORF

Die wurde 1998 in Wien als Zehnjährige entführt und konnte sich nach mehr als acht Jahren Gefangenschaft befreien – der Täter beging kurz darauf an einem Bahnübergang Selbstmord. Der „Tatort“ setzt dort ein, wo der echte Fall aufhörte. Das Haus des Täters wird von der Abrissbirne zerstört, um einen Schlussstrich unter das fünf Jahre dauernde Martyrium der kleinen Melanie Pölzl zu ziehen. Doch bei den Abrissarbeiten machen die Arbeiter einen grausigen Fund. In einem kellerähnlichen Raum finden sie eine verwesende Frauenleiche – ein Fall für den Wiener Oberinspektor Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Major Bibi Fellner (Adele Neuhauser).

Der Anruf erwischt das Polizistenduo – mittlerweile mit dem achten gemeinsamen „Tatort“-Krimi betraut – mitten beim Streit um eine Autopanne, an der eine defekte Wasserpumpe schuld ist. Am Fundort wird Eisner kreidebleich, Bibi Fellner muss ihm einen Schnaps geben. Die Tote ist keine Geringere als die Kollegin Franziska Kohl, früher Leiterin der „Soko Melanie“. Sie sei verdurstet, lässt die Polizei in der Öffentlichkeit verbreiten – ein Unglücksfall. Doch die Gerichtsmedizinerin ist sich sicher: Beim Tod von Kohl muss kräftig nachgeholfen worden sein. Franziska Kohl war „karenziert“, wie die Österreicher sagen, sie war beurlaubt, ihr war der Fall entzogen worden. Merkwürdig nur: Hat sie sich freiwillig in einen Keller begeben, von dem sie wissen musste, dass er innen keine Klinke hatte? Und warum hatte die Ermittlerin kein Mobiltelefon dabei? „Ohne Telefon stinkt die Nummer“, beschwert sich auch Bibi Fellner. Moritz Eisner ist erleichtert, dass seine Kollegin ihn in seiner Auffassung bestärkt, dass Franziska Kohl ermordet worden sein muss. Doch wer steckt dahinter?

Die Ermittlungen der beiden ergeben: Der erste Anruf des mittlerweile toten Entführers ging bei der Polizei ein, beim Kollegen Nussbaumer – schon mal sehr kurios. Bei der Entführung selbst sind offenbar zwei Personen beteiligt gewesen und nicht der Kriminelle allein. Ein Jugendlicher aus dem Freundeskreis des Mädchen schweigt beharrlich auf Nachfrage von Eisner und Fellner. Sie bekommen es trotzdem allmählich raus: Ein fast wasserdichtes Netz krimineller Machenschaften zieht sich bis in die Chefetagen der Polizei, „Abgründe“ tun sich auf. Doch „Abgründe“ wird seinem Titel nicht nur inhaltlich gerecht: Regisseur Harald Sicheritz und Kameramann Thomas Kürzl haben mit den blaugraustichigen Winteraufnahmen eine sehr beredte Bildsprache für die finstere Geschichte gefunden.

Auch immer wieder sehenswert: Neuhauser und Krassnitzer im Duett – skurril, rau, zuweilen herzlich. Auch die unübersehbaren Annäherungsversuche der jungen Kollegin Stefanie Dvorak (Julia Wiesner), die sich sehr für den Oberinspektor Eisner interessiert, können der Vertrautheit nichts anhaben.

dpa

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