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Medien Steve Jobs verteidigt Apples umstrittene iPhone-Ortung
Mehr Welt Medien Steve Jobs verteidigt Apples umstrittene iPhone-Ortung
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23:35 28.04.2011
Apple-Chef Steve Jobs Quelle: dpa

Die Daten seien nur erhoben worden, damit das iPhone schnell seine Position ausmachen könne, etwa für die Nutzung von Landkarten, sagte Jobs dem „Wall Street Journal“. Der präzise Standort sei nie an Apple übertragen worden. „Wir haben niemanden verfolgt“, beteuerte Jobs auch in der „New York Times“. „Wir haben es niemals, wir werden es niemals.“

Der Elektronikkonzern hatte zuvor von einem Software-Fehler gesprochen, durch den Ortsdaten auf iPhone-Handys und iPad-Computern über lange Zeit gespeichert worden seien. Laut Jobs, der derzeit eine krankheitsbedingte Auszeit vom Tagesgeschäft nimmt, ist das erst vor einigen Tagen entdeckt worden. Ein Update des Betriebssystems soll den Fehler in wenigen Wochen beheben. „Es hat uns eine Woche gekostet, das Ganze zu untersuchen und eine Stellungnahme zu verfassen“, sagte Jobs: „Das ist ziemlich schnell für eine derart komplizierte technische Angelegenheit.“

Das Software-Update soll auch den Fehler beheben, dass Geodaten bei deaktivierten Ortungsdiensten weiter gesammelt werden. Apple kündigte zudem an, die auf iPhones und iPads gespeicherten Ortsdaten künftig zu verschlüsseln. Aus der Sicherheitskopie des Geräts, die über das Apple-Programm iTunes auf dem angeschlossenen Rechner abgelegt wird, soll die umstrittene Datei sogar ganz verschwinden. Die fehlende Verschlüsselung sowie die Kopplung an die Sicherheitskopie hatten Sicherheitsexperten als mögliches Einfallstor für Datendiebe bezeichnet.

Auch der für Apple Deutschland zuständige Datenschutzbeauftragte Bayerns, Thomas Kranig, hatte Kritik an dem Speicherverfahren geübt und ein Bußgeld angedroht. Kranig hatte das Unternehmen aufgefordert, bis zum 10. Mai zu erklären, was es mit den Daten seiner Kunden mache. Ein Apple-Sprecher betonte am Mittwoch, der Konzern werde der Forderung in Kürze nachkommen.

Zwei IT-Experten hatten die Datenschutz-Diskussion ins Rollen gebracht, indem sie die fragliche Datei mit den Ortsangaben aufspürten und öffentlich machten. Nach Angaben des Unternehmens werden nicht genaue Positionsdaten aufgezeichnet, sondern Informationen über nahe gelegene Mobilfunkantennen oder WLAN-Hotspots.

dpa/frs

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