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23:36 21.04.2011
iPhones und iPad erfassen detailliert die Aufenthaltsorte ihrer Besitzer. Quelle: dpa

Die Entdeckung der beiden IT-Experten Peter Warden und Alasdair Allan hat die Besitzer von Apple-Geräten aufgeschreckt: iPhones und iPad erfassen detailliert die Aufenthaltsorte ihrer Besitzer und speichern diese unverschlüsselt und somit ohne jeden Schutz gegen Datendiebe ab.

Wird ein iPhone an einen Computer angeschlossen, landet eine entsprechende Kopie der Ortungsdaten automatisch auf der Festplatte – auch dort liegen die Daten völlig ungeschützt. Bislang war dies nur einem kleinen Expertenkreis bekannt, erst Warden und Allan machten die fragwürdige Praxis am Mittwoch auf einer Konferenz in San Francisco der breiten Öffentlichkeit bekannt.

Gesammelt werden die Daten offenbar seit Mitte 2010, als Apple ein Update für sein Betriebssystem iOS bereitstellte. Der Standort wird dabei über die Mobilfunkzelle bestimmt, in der sich das Gerät gerade befindet, vermuten Warden und Allan. Dies sei zwar häufig nicht so genau wie die Ortung via GPS, weshalb es immer wieder zu Fehlortung käme, es verbrauche aber deutlich weniger Strom als die GPS-Ortung. Warum Apple die Daten sammelt, darüber sind auch Experten uneins. Vermutet wird, dass die Datenspeicherung im Zusammenhang mit einem Apple-Dienst steht, der bei der Suche gestohlener oder verlorener Geräte hilft. Bislang ist das aber alles Spekulation, da sich Apple beharrlich ausschweigt. Auch auf Nachfrage dieser Zeitung hieß es: Kein Kommentar.

Warden und Allan haben zwar keine Anzeichen finden können, dass die Daten an Apple weitergeleitet werden, sie sehen in der fehlenden Verschlüsselung aber ein mögliches Sicherheitsrisiko, weil Datendiebe förmlich eingeladen werden.

Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) forderte von Apple Klarheit. Apple müsse offenlegen, wo und wie lange und zu welchem Zweck die Daten gespeichert werden, wer Zugriff auf diese Informationen habe und wie ein unbefugter Zugriff verhindert werde.

Der Bundesdatenschutzbeauftragte Schaar sagte, die Datenschutzbehörde Bayern habe sich der Angelegenheit angenommen. „Sie recherchiert und wird Apple auch formell auffordern, diese Fakten zu klären und dazu Stellung zu nehmen. Dann wird es eine Bewertung geben, und wenn die negativ ist, wovon ich ausgehe, dann muss Apple seine Praxis ändern." Weiter sagte er: „Diese Speicherung von Standortdaten ohne Kenntnis der Betroffenen wäre nach deutschem Datenschutzrecht sicherlich nicht zulässig."

Visualisierung der Ortungsdaten mit dem iPhone-Tracker.

So schützen iPhone-Besitzer ihre Daten

Andreas Beier, Apple-Experte des Heise-Verlags aus Hannover, rät allen Besitzern von mobilen Apple-Geräten, beim Anlegen von Backups über das Programm iTunes die Daten unbedingt zu verschlüsseln. Wer sein Gerät an den PC anschließt, kann bei iTunes unter "Übersicht" die Option "Backup verschlüsseln" anwählen. Nur so werden die Bewegungsdaten auf dem Rechner geschützt abgespeichert und gegen den direkten Zugriff durch Datendiebe gesichert.

Zudem hat Apple bereits seit Längerem eine Widerspruchsseite ins Netz gestellt. Dort lässt sich nach Apple-Informationen die automatische Datenerfassung für die Verwendung zu Werbezwecken stoppen. Allerdings bleibt unklar, ob durch den Widerspruch auch die laufende Speicherung von Positionsdaten durch das Gerät unterbunden wird. Bereits im Gerät gespeicherte Bewegungsprofile lassen sich auf dieser Seite allerdings nicht löschen.

Zudem bleibt noch die Möglichkeit, die Übermittlung von Positionsdaten in den Geräteeinstellungen zu unterbinden: Dafür muss der Nutzer in den Einstellungen die Option "Ortungsdienste" öffnen und dort die Aufzeichnung von Geodaten abschalten. Das bedeutet allerdings, dass sich Programme, die auf Geodaten aufbauen, nicht mehr vollständig nutzen lassen. Nach Apple-Angaben umfasst diese Option die Echtzeit-Ortung via GPS, WiFi und Mobilfunkmast. Die Speicherung der Ortungsdaten innerhalb des jeweiligen Geräts, die Warden und Allan beschreiben, wird nach den derzeitigen Erkenntnissen dadurch jedoch nicht unterbunden.

Frerk Schenker (mit Material von dpa)

Zum Download des iPhone-Trackers und weiteren Informationen.

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