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Medien Königin mit Kuschelmaus
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00:15 04.02.2014
Von Christiane Eickmann
Melanie ist die neue Dschungelkönigin. Quelle: RTL
Hannover

Da waren es nur noch drei: Larissa, Melanie und Jochen machten am Ende den albernen, aber dennoch begehrten Titel des „Dschungelkönig 2014“ unter sich aus, ließen sich für eine „Krone aus Gestrüpp“ noch einmal mit Ekelprüfungen vor einem Millionenpublikum quälen.

Im Grunde genommen aber war das – über weite Strecken äußerst langweilige - Finale von „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“ auf RTL ein Duell zwischen zwei Frauen, die unterschiedlicher nicht seien könnten: Auf der einen Seite die „patscherte“ Österreicherin Larissa, auf der anderen die handfeste Leipzigerin „Melli“.

Jochen Bendel, der einzige Mann im Finale, hatte gegen Larissa und Melli keine Chance. Nett, einfühlsam und gelegentlich sogar witzig („Die Schweinschnauze schmeckte schnauzig“ ) – das reichte in dieser Staffel nicht für die Krone.

Larissa, die von RTL ursprünglich als Quoten-Zicke für „Ich bin ein Star, holt mich hier raus!“ gecastet worden war, entwickelte sich schon bald von der Außenseiterin zum Publikumsliebling des Dschungel-Knasts – unter eifriger Mitwirkung ihrer machohaften Mitinsassen. Österreichs „Topmodel“, stolperte tapfer durch acht Prüfungen, lebte ihre Spinnen-Phobie unter allerlei Gekreische aus , redete viel und zwar ausschließlich von sich und zermürbte ihre Mitbewohner mit Angstausbrüchen und tollpatschigen Fehltritten. Schnell war sie für die anderen Kandidaten die  Buhfrau für jede Gelegenheit.

Doch Larissa überstand nicht nur die Dschungelprüfungen, den Hunger und die Kakerlaken, sie überstand auch den gönnerhaften Mola Adebisi und den aggressiven „Wutfried“ Glatzeder. Im Finale hielt sie es gar aus, fünf Minuten lang mit allerlei Getier begossen zu werden.  Die ehemalige Schauspielschülerin mit Hang zum Drama wird an der ein oder anderen Stelle  etwas dicker aufgetragen haben,  ein kindlicher, leicht realitätsferner Geist ist sie mit hoher Wahrscheinlichkeit auch außerhalb des Dschungelcamps. Eine Persönlichkeit also, die abstößt und fasziniert zugleich. Selbst Roger Willlemsen widmete sie sich im Feuilleton der „Süddeutschen Zeitung“ beinahe hymnisch ihrer Lebendigkeit.

Doch das Feuilleton entscheidet nicht, wer im Privatfernsehen Siegerin wird: Larissas Konkurrentin Melanie „Melli“ Müller schaffte es mit Verhaltensmustern ins Finale, die in einer Gesellschaft, die Frauen immer noch als das „schwache Geschlecht“ sehen möchte, normalerweise „männlich“ konnotiert sind. Ausgerechnet die großbusige ehemalige „Bachelor“-Teilnehmerin wurde in Internet- oder Medienkommentaren der „Busen-General“ oder „einzige Kerl im Camp“ genannt. „Melli“ war unerbittlich gegen sich und andere, aß wirklich ALLES, was ihr vor die Nase gesetzt wurde (ja, auch Hoden!), hatte bei Geschicklichkeitsprüfungen schnell die beste Strategie parat und lebte das Kahnsche Lebensmotto „Weitermachen, immer weitermachen“ in Reinform vor. Das beeindruckte im Camp und vor den Fernsehgeräten.

Offenbar hatte Melanie nicht nur im Osten der Republik Fans, auch wenn sie die Ost-Karte gern strapazierte („Hallo Genossen!“). Hinzu kam, dass ausgerechnet ein schönheitsoperiertes Erotik-Model im Camp überraschend natürlich wirkte. Ungeschminkt, mit Kuschelmaus im Schlepptau und immer offen in der Kritik an anderen Kandidaten, nahm man ihr auch die dicken Tränen um ihre kranke Mama ab. Dass „Melli“ gewann, als die Medien sich in seltener Einigkeit auf Larissa geeinigt hatten, ist eine schöne Pointe im Drehbuch des diesjährigen Dschungelcamps.

 Ob aber Melanie mit ihrem Titel glücklich werden wird, ist unklar.  So bitter es ist: Dass Larissa für „seriöse Projekte“ gebucht werden könnte - wie sie sich am Ende wünschte - ist gar nicht mal so unwahrscheinlich.

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