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Medien "Panama Papers" schlagen im Netz hohe Wellen
Mehr Welt Medien "Panama Papers" schlagen im Netz hohe Wellen
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15:12 04.04.2016
Ein enormes Datenleck soll nach Informationen von "Süddeutscher Zeitung", WDR und NDR Geschäfte von mehr als 200 000 Briefkastenfirmen offengelegt haben. Quelle: Soeren Stache/dpa
Berlin

Ein enormes Datenleck soll nach Informationen von "Süddeutscher Zeitung", WDR und NDR Geschäfte von mehr als 200 000 Briefkastenfirmen offengelegt haben. Eine Auswahl erster Reaktionen auf die am Sonntagabend veröffentlichten Recherchen:

Als einer der Ersten äußerte sich dier amerikanische IT-Techniker und "Whistleblower" Edward Snowden zu dem Datenleck: Mit den Worten "Das größte Leck in der Geschichte des Daten-Journalismus ist gerade veröffentlicht worden, und es geht um Korruption" verwies der 32-Jährige auf den Beitrag der "Süddeutschen Zeitung".

Der Bundesvorsitzende der Partei Bündnis 90/Die Grünen, Cem Özdemir, twitterte: "Größtes Datenleck, größte Recherche. Weltweit. Fehlende Steuerehrlichkeit bekommt ein Gesicht! #panamapapers"

NRW-Finanzminister entzückt über "Panama Papers"

Der für den Ankauf von Steuer-CDs unter seiner Ägide bekannte Finanzminister Nordrhein-Westfalens hat die Veröffentlichung der sogenannten Panama Papers begrüßt. Über Twitter sprach Norbert Walter-Borjans (SPD) den an der Recherche beteiligten Sendern NDR und WDR sowie der "Süddeutschen Zeitung" seinen Dank aus. In Anlehnung an ein bekanntes Zitat von US-Präsident Barack Obama schrieb Borjans auf Englisch: "Investigative journalists show: Yes, we can! Still a long way."

Österreichs Bundeskanzler fordert rigorose Aufarbeitung der Hintergründe

Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) fordert nach den Enthüllungen über in Panama gegründete Briefkastenfirmen eine rigorose Aufarbeitung der Hintergründe. "Wenn Staaten um gerechte Einnahmen aus dem Vermögen jener, die es sich richten können, durch solche Konstruktionen gebracht werden, muss es klare Antworten geben", teilte Faymann am Montag mit. Einerseits müssten Länder verschärfte Gesetze und Strafen einführen, um den Steuerbetrug künftig zu verhindern. Auf der anderen Seite brauche Europa eine gemeinsame Lösung, um das Problem international bekämpfen zu können. Gegen nicht kooperative Drittstaaten müsse schärfer vorgegangen werden. "Für Staaten, deren Geschäftsmodell offenbar darin besteht, mit Briefkastenfirmen Steuerbetrug zu verschleiern, muss es Sanktionen geben", sagte Faymann. In Österreich wurden nach den Panama-Enthüllungen bislang keine Untersuchungen der Steuerbehörden eingeleitet. "Derzeit ist mir kein Verfahren bekannt", hieß es in einer Stellungnahme der Staatsanwaltschaft zur Verfolgung von Wirtschaftstrafsachen und Korruption.

dpa/are