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Medien Online-Geschäft füllt Lücke der Musikindustrie nicht
Mehr Welt Medien Online-Geschäft füllt Lücke der Musikindustrie nicht
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10:11 15.04.2011
Erfolgreichste neue Musikgruppe war „Unheilig“ 2010. Quelle: dpa

Die erhoffte Trendwende in der Musikindustrie lässt auf sich warten. Zwar werden die Angebote im Internet immer stärker nachgefragt, aber die massenhafte Verbreitung unbezahlter Musik bleibt das große Existenzproblem der Branche. Dieter Gorny wird nicht müde, seine Kernforderung zu wiederholen: „Was wir brauchen, ist ein gesellschaftlicher Konsens für den Schutz der Urheberrechte und die legale Nutzung von Musik im Internet“, sagt der Chef des Bundesverbands Musikindustrie.

Das Geschäftsmodell der Plattenfirmen steht gewaltig unter Druck. Innerhalb von elf Jahren hat sich der Umsatz der Branche fast halbiert. Voriges Jahr schrumpften die Erlöse weiter um 4,6 Prozent auf 1,67 Milliarden Euro. Damit hat sich die Erwartung des Verbands auf ein Ende des Jammertals nicht erfüllt. Erwartet werde zumindest eine „Abflachung“ des Negativtrends, sagt Verbandsgeschäftsführer Florian Drücke.

Es gibt allerdings auch einige positive Entwicklungen für die Branche. Erstaunlich ist vor allem, wie sehr die Deutschen der Musik-CD die Treue halten. Fast 100 Millionen Alben wurden voriges Jahr verkauft. Das ist zwar ein Viertel weniger als vor zehn Jahren, in anderen Ländern aber ist der Absatz viel stärker eingebrochen. In Deutschland kommen noch mehr als drei Viertel der Erlöse aus dem Verkauf von Tonträgern. Der Musikverkauf über das Internet gleicht die Einbrüche bei Weitem nicht aus. Voriges Jahr stieg der Umsatz hier um 18 Prozent auf 204 Millionen Euro.

Eine kleine Schar von Kunden gibt weiterhin extrem viel Geld für Musik aus. Nur 4 Prozent der Musikkäufer sorgen für ein ganzes Drittel des Gesamtumsatzes, hat der Verband ermittelt. Dabei haben deutsche Künstler weiterhin großen Erfolg. Voriges Jahr lag ihr Anteil in den Album-Hitparaden mit 49 Prozent auf Rekordhöhe. Erfolgreichste neue Musikgruppe war „Unheilig“.

Das schrumpfende Geschäft gefährdet nach Gornys Überzeugung die Nachwuchsförderung. Ohne ausreichende Umsätze könne die Branche nicht mehr wie bisher bis zu einem Viertel des Umsatzes in neue Künstler investieren, sagt er. Damit fehlten Investitionen in die Zukunft: „Unsere Einnahmen von heute sind die Musik von morgen.“

Massenhafte Verletzung der Urheberrechte dürfe nicht länger geduldet werden, sagt Gorny. Leider aber versuchten sich Teile der Politik aus der Verantwortung zu stehlen. Der Verband vertritt nach eigenen Angaben rund 280 Plattenfirmen und Marken, die 90 Prozent des deutschen Musikmarkts repräsentieren.

Thomas Wüpper

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