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Medien Nintendo-Konsole ermöglicht 3-D-Effekte ohne Spezialbrille
Mehr Welt Medien Nintendo-Konsole ermöglicht 3-D-Effekte ohne Spezialbrille
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18:46 06.04.2011
Flug durch Raum und Zeit: Beim Spiel „Pilotwings“ lassen sich Fluggeräte noch präziser durch die Landschaft steuern. Quelle: Nintendo

Wer früher dreidimensional mit der Spielekonsole daddeln wollte, dem wurde einiges abverlangt. „Virtual Boy“ nannte der japanische Entwickler Nintendo Mitte der neunziger Jahre seinen ersten ernsthaften Versuch mit 3-D-Effekten. Der Name versprach mehr, als die Konsole am Ende hielt. Der „Virtual Boy“ – eine klobige Mischung aus Helm und Brille auf einem Stativ – war unhandlich und technisch bereits veraltet. Für die dritte Dimension musste der Spieler sein Gesicht an das Gerät pressen und in zwei kleine Bildschirme blicken. Folgerichtig wurde es zu einem der wenigen Flops von Nintendo.

Jetzt wagen die Japaner erneut den Schritt in die dritte Dimension und wollen mit dem Nintendo 3DS alles besser machen. Der Clou: Für die 3-D-Effekte wird keine nervige Brille mehr benötigt. Die aufklappbare Konsole – in Deutschland seit zwei Wochen im Handel – ist so groß wie ein kleines Notizbuch. Optisch ähnelt der Nintendo 3DS seinem Vorgänger: Die tragbare Konsole verfügt über zwei Bildschirme – der obere ist für die 3-D-Effekte zuständig, der untere dient als Touchscreen. Da die Bildschirme nicht entspiegelt sind, kann es besonders im Freien zu lästigen Reflexionen kommen.

Im Gegensatz zum Vorgänger DS verfügt die Konsole über ein neuartigen Steuerknopf, der noch präzisere Bewegungen ermöglicht. Außerdem lassen sich mit den beiden installierten Kameras 3D-Bilder aufnehmen, die bei einem ersten Test wegen der schlechten Auflösung aber nicht überzeugten. Statt Plastik setzt Nintendo beim Gehäuse diesmal auf Metall, ebenso beim „Stylus“ genannten Stift für die Bedienung des Touchpads. Das Gerät wirkt dadurch hochwertiger.

Die wichtigste Frage ist jedoch, ob der 3-D-Effekt überzeugt. Und das kann er. Bei der Haustiersimulation „Nintendogs + Cats“ tobt ein virtueller Golden Retriever plastisch durch das Wohnzimmer, bei einem Pfiff springt er förmlich auf den Spieler zu. Bei „Pilotwings“ lässt sich ein Flugzeug präzise über die dreidimensionale Landschaft steuern, da sich dank des 3-D-Effektes Entfernungen besser abschätzen lassen. Um die 3-D-Ansicht zu genießen, bedarf es jedoch einer kurzen Eingewöhnungszeit: Der Abstand zur Konsole sollte nicht zu klein sein. Die Augen müssen sich erst entspannen und auf das dreidimensionale Bild einlassen. Auch eine ruhige Hand ist von Vorteil, denn der 3-D-Effekt lässt sich nur erkennen, wenn man frontal auf den Bildschirm blickt – neigt man den Kopf nur wenige Zentimeter nach rechts oder links, wirkt das räumliche Bild plötzlich verschwommen.

Die Intensität des 3-D-Effektes lässt sich an Hand eines Reglers einstellen. Einige Spieler berichteten wegen des ungewohnten Bildes von Kopfschmerzen oder Schwindel – in diesem Fall sollte der 3-D-Effekt abgeschaltet werden. Nintendo rät zudem, nicht länger als 30 Minuten im 3-D-Modus zu spielen. Kinder unter sieben Jahren sollten die Konsole nur im 2-D-Modus nutzen, auch wenn Experten eine Schädigung der Augen ausschließen.

Ein klarer Nachteil ist der Akku: Im 3-D-Modus muss das Gerät nach drei bis vier Stunden wieder ans Ladegerät – für mobile Konsolen ein schwacher Wert. Dafür punktet der 3DS mit mehreren neuen Elementen. Bei „Augmented Reality“-Spielen nimmt die 3-Kamera die reale Umgebung auf und bettet sie ins Spiel ein. Steht man vor einem Tisch, so erscheint dieser als Hintergrund; die Figuren eines Spiels tummeln sich anschließend nicht mehr auf einem virtuellen Untergrund, sondern auf der echten Tischplatte selbst. Weiter entwickelt wurde der integrierten WLAN-Modus. Er ermöglicht Spielern, nicht nur Daten wie Spielstände untereinander auszutauschen und unterwegs gegeneinander zu spielen. Mit dem Spot-Pass-Modus lassen sich auch kostenlose Programme, Mitteilungen oder 3D-Inhalte auf eine andere Konsole übertragen.

Das Spieleangebot ist zum Verkaufsstart mit 15 Titeln überschaubar. Die Haustiersimulation „Nintendogs + Cats“ ist die Fortsetzung des beliebten Nintendo-DS-Spiels. Dabei muss der Spieler einen kleinen Hundewelpen füttern, waschen und unterhalten. Über den Touchscreen wird der Hund gestreichelt und Gassi geführt, mit dem eingebauten Mikrofons können dem Tier Tricks von „sitz“ bis „gib Pfötchen“ beigebracht werden. Auch die Flugsimulation „Pilotwings“ und das Prügelspiel „Super Street Fighter IV“ sind Fortsetzung von Nintendo-Klassikern. Da der 3DS abwärtskompatibel ist, laufen auch Spiele für andere DS-Modelle auf der Konsole, allerdings nur im 2-D-Modus.

Noch fehlt Nintendo ein echter „Systemseller“, also ein Spiel, das den Kauf der Konsole rechtfertigt. Die 3-D-Technik allein ist kein überzeugendes Argument, um derzeit 250 Euro für das Gerät auszugeben. Nicht ohne Grund hat Nintendo deshalb zwei große Spiele angekündigt: Im Laufe des Jahres sollen dann auch „Super Mario 3DS“ und „Zelda: Ocarina of Time“ in die dritte Dimension vorstoßen.

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