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Medien Nesthäkchen, Madita und Silas: Was machen eigentlich die Darsteller von damals heute?
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10:00 24.12.2018
Berlin

In den Achtzigern gehörten sie zum Fest wie Tannenbäume. Aber was machen eigentlich die Hauptdarsteller von damals? Ein Überblick.

Tommi Ohrner heute und als junger Schauspieler 1982. Quelle: Jens Kalaene/Dieter Klar/dpa

Tommi Ohrner: „Timm Thaler“ (1979)

Das Münchner Kindl ist der Keim aller Weihnachtsmehrteiler. Bekannt geworden im gruseligen „Haus der Krokodile“, prägt er 1979 nicht nur die Jugendbuchfigur des Jungen, der sein Lachen an Baron Lefeut (Horst Frank) verkauft, sondern macht die Reihe zum Spielstraßenfeger. Nachdem er kurz darauf als „Manni, der Libero“ Erfolg hat, tingelt der Teenager bald durchs Showfernsehen von „Dingsda“ bis „Herzklopfen“ und landet bei „Verbotene Liebe“. Mit 55 ist der vierfache Vater vor allem im Radio zu hören. Im neuen „Timm Thaler“ hat er einen Gastauftritt.

Jonna Liljendahl: „Madita“ (1980)

Nie zuvor und danach gab‘s einen Kinderstar von unbestrittenerem Liebreiz als Jonna Liljendahls „Madita“. Das liegt zwar auch am unbestreitbaren Liebreiz von Lindgrens Vorlage unterm unbestreitbar liebreizenden Titel „Du är inte klok Madicken“. Aber wie die Zehnjährige aus Stockholm das inhaltliche Nichts spielender Kinder 1980 im Smålander Bällebad verkörpert, muss zur Weltkarriere führen, oder? Von wegen! Nach der Serie hat Jonna zwei Filme gedreht. Fertig. Heute lebt sie mit zwei Kindern in Stockholm. Beide gewiss von unbestreitbarem Liebreiz.

Kathrin Toboll: „Nesthäkchen“ (1983)

One-Hit-Wonder, Eintagsfliegen: die Begriffe für kurze Ausreißer vom Pfad der Erfolglosigkeit sind meist despektierlich. Auch Kathrin Toboll und Anja Bayer stehen nach ihrem Filmdebüt als junges und altes „Nesthäkchen“ im preußischen Bürgertum nie mehr sichtbar vor der Kamera. Der Bühne aber bleiben sie auch nach 1983 treu. Bis heute. Die Hamburgerin Toboll (45) als renommierte Filmproduzentin der Fernsehschmiede Teamworx, die Amerikanerin Bayer (47) als freie Künstlerin mit Theaterwissenschaftsdiplom und eigener Praxis für Logopädie.

Patrick Bach als Silas Quelle: Geisler-Fotopress/ZDF/dpa

Patrick Bach: „Silas“ (1981)

1981 gilt eine Zahnlücke auf dem Schulhof plötzlich als süß. Schuld ist die von Patrick Bach, ein Hamburger Jung, dessen dunkler Typ gleich zwei Titelhelden trägt: „Silas“ und „Jack Holborn“ – beide abenteuerlustige Waisenjungs in nostalgischer Kulisse, gemeinsam die Basis einer soliden Karriere. In 47 seiner 50 Jahre vor der Kamera führt sie ihn neben allerlei Serien („Nicht von schlechten Eltern“), Promiformaten („Let’s Dance“) und Karl-May-Festspiele (Bad Segeberg) sogar als Sidekick (Rainer) der Ballerina (Anna) in die neunte Weihnachtsserie. Beispiellos.

Hendrik Martz: „Patrik Pacard“ (1984)

Kaum im Grundschulalter, werden Weihnachtsmehrteiler erwachsen. Nicht nur die Handlung Sujet des Biotechthrillers „Patrik Pacard“ ist 1984 irgendwie unkindlicher, auch sein Hauptdarsteller, der 16-jährige Hendrik Martz. Und vielleicht bringt ihn diese Reife ja so geradlinig ins volljährige Fernsehen der Achtziger. Nach „Die Wicherts von nebenan“ jedenfalls geht es über den „Landarzt“ bis ins Theater, wo der Hamburger 2005 „Woyzeck“ spielt. Trotz Soap-Abstecher („Verbotene Liebe“) bildet der Autodidakt heute an vielen Schauspielschulen den Nachwuchs aus.

Josef Gröbmayr: „Oliver Maas“ (1985)

Wenn Filmprofis Dinge spielen, die sie nicht beherrschen, ist das oft so peinlich wie Tommi Ohrner als „Manni, der Libero“. Noch schlimmer jedoch ist es, wenn Filmlaien Filme drehen, nur weil die irgendwas darin gut können. So wie der Josef Gröbmayr. Im Weihnachtsmehrteiler „Oliver Maas“ zupft der reale Violinist zwar virtuos die Zaubergeige; das schauspielerische Resultat hingegen ist von so geringer Güte, dass der 48-Jährige nach zwei Nebenrollen und einer „Bravo“-Homestory nun da ist, wo er hingehört: im Münchner Rundfunkorchester. Mit Bravour!

Silvia Seidl als Anna Quelle: Ursula Düren/dpa

Silvia Seidel: „Anna“ (1987)

Es ist wie ein böses Omen: Der letzte Mehrteiler, mit dem das ZDF noch die Massen erreicht, bringt 1987 einen Star hervor, der früh stirbt. Wie ihre Mutter nimmt sich Silvia Seidel mit 42 Jahren von Nebenrollen und Boulevardtheater frustriert das Leben. Dabei ist sie dank „Anna“ das erste deutsche Postergirl im dualen Zeitalter. Doch obwohl die Ballerina sogar das Kino erobert, bleibt ihre Darstellerin erfolgloser als geplant. Dass keiner der acht Weihnachtsmehrteiler nach „Anna“ auch nur annähernd ihren Erfolg erreicht, ist das Vermächtnis dieser tragischen Figur.

Guido Cella: „Mino“ (1986)

Vollends die Unschuld einer aufregenden, aber am Ende behüteten Kindheit verliert das Format 1986. Da muss sich der Italiener „Mino“ sechs Folgen lang auf der Grundlage eines faschistischen Romans im Ersten Weltkrieg durch die Alpen kämpfen – immer auf der Suche nach Frieden, Wärme, das nackte Überleben. Dem damals 14-jährigen Darsteller verhilft so viel Ernst aber nicht zur anspruchsvollen Karriere. Guido Cella dreht nach seinem Debüt nur eine Handvoll belangloser Filme. Heute arbeitet der Mailänder immerhin als Fernsehproduzent in Italien.

Von Jan Freitag

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