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Medien „Mord mit Aussicht“: Caroline Peters ermittelt wieder in der Provinz
Mehr Welt Medien „Mord mit Aussicht“: Caroline Peters ermittelt wieder in der Provinz
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20:24 05.07.2010
Caroline Peters als Sophie Haas. Quelle: Handout

Dieser breite Mund, die Lachfalten, das Entsetzen in den Augen, wenn Verzweiflung naht – man muss Caroline Peters nur ein paar Sekunden im Film erleben, um zu verstehen, warum sie gar nicht sprechen bräuchte, um zu reden. Diese Frau ist pure Mimik, jedes Wort kriegt die ganze Klaviatur ihres Gesichts ab, jede Frage den vollen Umfang der Gestik und meist heißt beides: Panik.

In die gerät Caroline Peters’ erste Serienfigur Sophie Haas in der Reihe „Mord mit Aussicht“ ständig, wenn sie im Fernsehnest Hengasch ermittelt. Versetzt aus Köln in die bäuerliche Eifel, kriegt es die ballungsraumgewohnte Polizistin mit dem Konzentrat des Landlebens zu tun. Statt Mordfall Mutterbodendiebstahl, statt Entertainment Korn zum Bier, statt Action Betulichkeit. Da ist Zynismus ein probates Mittel gegen das Unbekannte. Caroline Peters beherrscht ihn vortrefflich.

Dieser Zynismus ist manchmal schwer verdaulich fürs Feierabendpublikum. Peters wurde mit Kritikerlob übersät, aber mit Zuschauermangel gestraft. Da spricht es für die ARD, dass sie endlich mal den Mut hat, abseits aller Quotenzwänge fortzufahren mit einem sperrigen Format. Von heute an laufen die neuen Folgen von „Mord mit Aussicht“.

„Sophie Haas tritt den Dörflern nicht arrogant gegenüber“, sagt Peters, die in Köln aufwuchs und deren kleinster Lebensmittelpunkt bislang ihr Studienort Saarbrücken war. Eher schon „ausgehebelt von der Wirklichkeit“. Besser: „Erstaunt.“ Ihre neuen Nachbarn zwischen Acker, Wald und Fachwerk wollen es nicht wahrhaben, dass da eine moderne Frau des 21. Jahrhunderts unter sie geraten ist. Und diese Frau ist auch ein bisschen wie Caroline Peters selbst.

Feminin, aber kein Püppchen; karrierebewusst, nicht verbissen; sportlich, nicht asketisch; blond, aber gewiss keine Blondine – das erinnert stark an das Rollenmodel der Neunziger: Katja Riemann. Schwache Männer kriegen weiche Knie vor derlei Frauen, die gestählt von Frühstücksfitness rasch die Börsenkurse studieren, um nach der Arbeit im mittleren Management ihre Barbekanntschaft zu vernaschen. Nur wenige Schauspielerinnen geben diese Allzweckweiblichkeit humorvoller, selbstkritischer, besser als Caroline Peters.

Schon im Grimmepreis-gekrönten Durchbruch „Arnies Welt“ spielte sich die 38-Jährige mit dem Repertoire durch die Eifel-Welt des Schweigens. Sie überezugte in Sathyan Rameshs Kinokleinod „Schöne Frauen“, im Zweiteiler „Contergan“ bot sie ihrem Gatten versiert die Stirn. Ihre Präsenz ist zielgerichtet. „Ich will unbedingt viele Zuschauer erreichen“, bekennt der Spross zweier Akademiker.

Das Massenmedium Fernsehen ist ihr trotz Engagements an der Volksbühne Berlin oder am Wiener Burgtheater dennoch unverdächtig, „solange ich nicht zwanghaft treffen muss, was das Publikum gerade sehen will“. Zum Beispiel „Mord mit Aussicht“, in einem Umfeld, das ihr fremd ist und doch vertraut. In Berlin-Mitte, wo sie allein lebt, „bin ich ja auch immer auf dem gleichen Kiez unterwegs“. Das Dörfliche ist ihr nicht unbekannt, suspekt vielleicht, aber erträglich, „wenn man sich mit der S-Bahn befreien kann“. Aus Hengasch bleibt ihr nur das rote Cabrio.

„Mord mit Aussicht“ | ARD
Krimiserie
dienstags, 20.15 Uhr

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