Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Medien Medienmanager Hubertus Meyer-Burckhardt über Filme und Romane
Mehr Welt Medien Medienmanager Hubertus Meyer-Burckhardt über Filme und Romane
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:42 08.04.2011
Hubertus Meyer-Burckhardt, geboren 1956 in Kassel, ist Filmproduzent, Journalist und Medienmanager. Am Freitagabend moderiert er mit Barbara Schöneberger die „NDR Talk Show“ um 22 Uhr. Quelle: dpa

Herr Meyer-Burckhardt, Sie haben gerade Ihren ersten Roman „Die Kündigung“ veröffentlicht. Er handelt von einem Manager, der die Beziehung zu sich selbst verloren hat und nur noch um sein Unternehmen kreist. Schreiben Sie über Ihr Alter Ego?

Ganz klar: nein. Wir erleben in dem Buch einen brüchigen Helden – einen Mann, der sich derart in den Dienst seiner Firma stellt, dass er eine Identitätskrise erleidet, als das Unternehmen ihn nicht mehr braucht. Das ist mir noch nie passiert.

Wo haben Sie den Stoff gesammelt?

Im Laufe meines Lebens habe ich, neben meiner Tätigkeit als Filmproduzent, in drei großen Konzernen gearbeitet: in der Werbeagentur BBDO, im Vorstand der Axel Springer AG und im Vorstand von ProSiebenSat.1. Dabei habe ich immer mal wieder Männer getroffen – sei es in den Unternehmen, sei es auf Flughäfen, sei es in Hotelbars –, bei denen sich mir die Frage aufgedrängt hat: Was bleibt eigentlich von der Person ohne die Funktion? Mein Buch kreist um diese Frage. Es ist in gewisser Weise ein Roman über die Einsamkeit der Männer, die sich der Managementwelt restlos unterordnen und die eins vergessen haben: Sie könnten jederzeit gehen.

Sie haben Geschichte und Philosophie studiert – was war Ihr Berufsziel?

Ich wollte Produzent werden. Aber ich hatte kein reiches Elternhaus. Eine Ausbildung zum Produzenten, wie das heute üblich ist, kam nicht infrage. Ich war erst einmal an einer Bildung interessiert, nicht an einer Ausbildung. Das Studium in Hamburg und Berlin habe ich mir dann durch Nebenjobs, zum Beispiel mit Taxifahren, leisten können.

Was ist für Sie ein gelungener Film?

Unter meinen eigenen Filmen habe ich mehrere Lieblinge. Stolz bin ich zum Beispiel auf „Das Urteil“ mit Matthias Habich und Klaus Löwitsch aus dem Jahr 1997. Ein anderer ist „Mein letzter Film“ mit Hannelore Elsner, für den sie 2003 mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet wurde. Bei Lieblingsfilmen denke ich aber auch an „Tödliches Vertrauen“ mit Barbara Rudnik und Otto Sander. Ein Klassiker, den ich sehr mag, ist „Die Hexen von Eastwick“ mit Jack Nicholson. Und ich verehre Woody Allen. Seinen vorletzten Film „Whatever works“ fand ich meisterlich.

Wie steht es um den deutschen Film?

Gut. Deutsche Kinofilme haben momentan einen ganz ordentlichen Anteil am Gesamtumsatz der Filmbranche. Und der deutsche Fernsehfilm hat sowieso ein recht hohes Niveau. In keinem anderen Land der Welt sind der TV-Film oder die TV-Serie so niveauvoll gemacht wie in Deutschland.

Hat sich seit Bernd Eichingers Tod in der deutschen Filmbranche etwas verändert?

Natürlich: Der König ist tot. Ansonsten hat sich so schnell noch nichts verändert. Aber die Frage ist mehr als berechtigt. Ein anderer König, der ihm nachfolgen könnte, ist weit und breit nicht in Sicht.

Sie sind Leiter des Filmstudiengangs an der Hamburg Media School mit Richard Reitinger zusammen. Was brauchen Studenten für den Beruf?

Eine Haltung. Im Wesentlichen heißt das: Arbeite 25 Stunden am Tag. Streiche die Vokabel „Urlaub“ aus deinem Wortschatz. Und wisse: Wenn man Filme macht, ist das nicht nur eine Berufswahl, sondern eine Wahl, die man auch leben muss. Ein Chirurg weiß, dass er nachts wegen eines Notfalls jederzeit aus dem Bett gerufen werden kann – und auch ein Produzent oder Regisseur muss wissen, dass er seinen Beruf nicht ablegt, wenn er abends nach Hause geht. Wer in der Medienbranche arbeiten und etwas bewegen will, muss den Job zum Mittelpunkt seines Lebens machen. Wer das nicht will, sollte es besser sein lassen.

Sie sind nicht nur Filmproduzent, sondern auch Gastgeber der „NDR Talk Show“ an der Seite von Barbara Schöneberger. Arbeiten Sie lieber vor oder hinter der Kamera?

Am liebsten bin ich Produzent. Aber ich bin ein intuitiver Mensch. Es macht mir Freude, vor der Kamera zu arbeiten, sonst würde ich es nicht machen. Aber das Produzieren betreibe ich mit noch größerem Enthusiasmus. Im Sommer kommt ein neuer Film von mir heraus, auf den ich mich sehr freue: „Valerie“, nach einem Buch von Roger Willemsen und mit Franka Potente in der Hauptrolle.

Rund 120 Mitarbeiter der „Frankfurter Rundschau“ haben am Donnerstag gegen den geplanten Stellenabbau und den Umzug nach Berlin demonstriert. Sie protestierten gegen den Sparplan, der starke Kürzungen vorsieht.

07.04.2011

Mit modernem Outfit und neuen Abenteuern kommen die Zeichentrickklassiker „Biene Maja“ und „Wickie“ beim ZDF zurück auf den Bildschirm. In diesen Tagen starte die Produktion der beiden Animationsserien, teilte der Sender am Donnerstag in Mainz mit.

07.04.2011

Mit kleinen Kurzfilmchen hat sich die Internetplattform Youtube einen Namen gemacht. Doch die Google-Tochter befürchtet, dass sie mit den Amateurfilmchen die Nutzer nicht für immer an sich binden kann. Deshalb sollen eine Reihe von Kanälen professionelle Unterhaltung liefern.

07.04.2011