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Medien Kabel 1 zeigt die zehnteilige Weltkriegsserie „The Pacific“
Mehr Welt Medien Kabel 1 zeigt die zehnteilige Weltkriegsserie „The Pacific“
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18:27 14.07.2010
Der Zweite Weltkrieg auf der anderen Seite des Erdballs. Quelle: HBO

Im Weißen Haus zu Washington finden für gewöhnlich viele wichtige Zusammenkünfte statt. Staatsempfänge, Krisensitzungen, geistig erhebende Parlierrunden. Als Filmvorführungsstätte dagegen macht das Haus in der Pennsylvania Avenue Nummer 1600 nur selten von sich reden. Wenn aber Amerikas Spielfilmkoryphäen und Hobbyhistoriker Steven Spielberg und Tom Hanks gemeinsame Sache machen und nach dem Weltkriegsdrama „Der Soldat James Ryan“ und der zehnteiligen D-Day-Dokumentation „Band Of Brothers“ nun ein weiteres Epos über den Kampf der US-Streitkräfte in den frühen vierziger Jahren vorlegen, dann lädt der Präsident auch gern mal zu sich zum Filmabend ein.

So geschehen im November vergangenen Jahres. Da saßen dann hochdekorierte Armeeangehörige in einem Vorführraum im Ostflügel des Weißen Hauses, verdiente Veteranen, Kongressabgeordnete und natürlich Barack Obama selbst. US-Zeitungen zufolge sollen die honorigen Gäste an der ersten Folge der zehnteiligen Miniserie „The Pacific“ großen Gefallen gefunden haben. Von einem „wichtigen Beitrag für das US-amerikanische Geschichtsbewusstsein“ war die Rede.

So oder so ähnlich werden wohl auch die Lobeshymnen auf die Serie lauten, die bei der Verleihung der Emmys Ende August auf „The Pacific“ gehalten werden. Mit unwahrscheinlichen 24 Nominierungen geht der Zehnteiler ins Rennen um die begehrte Trophäe für US-Fernsehproduktionen, den sich für das deutsche Fernsehen ausgerechnet der Wiederverwertungssender Kabel 1 gesichert hat. Mit anderen Worten: Das Produzentenduo Spielberg und Hanks hat wieder einmal ein konsensfähiges Kriegsdrama vorgelegt.

Diese Gratwanderung gelingt Spielberg, Hanks und dem Drehbuchautor Bruce C. McKenna dadurch, dass sie den Fokus ihrer epischen Erzählung auf das Innenleben der Marines richten, auf die Kämpfe, die die sehr jungen Männer mit ihren Ängsten und ihrem Gewissen ausfechten. Diese Binnenperspektive auf den Krieg resultiert nicht zuletzt daher, dass die in Australien gedrehte Serie auf den Memoiren der Kriegsveteranen Eugene Sledge (Joe Mazzello), Robert Leckie (James Badge Dale) und John Basilone (Jon Seda) basiert.

Dezember 1941, die Japaner haben soeben die amerikanische Pazifikflotte in Pearl Harbor angegriffen, Amerika zieht in den Zweiten Weltkrieg. Junge Soldaten wie Sledge, Leckie und Basilone haben noch nie etwas anderes als den Flecken Erde gesehen, wo sie zur Highschool gegangen sind oder auf den Feldern ihrer Väter geschuftet haben. Nun werden sie, gerüstet mit schwerer Artillerie, von einer Pazifikinsel zur nächsten verschifft, zum Dschungel auf Guadalcanal oder an die schwarzen Strände von Iwo Jima.

Die paradiesischen Landschaften offenbaren schon bald den Horror des Krieges, die anfängliche Euphorie der Jungen ist schnell dahin. Ihre Kameraden sterben in erschreckend eindringlich gezeigten Gefechten. Hinzu kommen Hunger, Malaria, nicht heilen wollende Wunden und Nervenzusammenbrüche. Mit jedem Etappensieg auf dem Weg zur Bezwingung des japanischen Kaiserreichs nimmt die innere Zermürbung zu, die Devise aber bleibt: weitermachen.

Die Serienteile arbeiten sich an den inneren Konflikten der Soldaten ab, darin erschöpft sich ihre Dramaturgie. Und darin erschöpft sich auch der psychologische Tiefgang der fast 200 Millionen Dollar teuren Produktion des ambitionierten US-Pay-TV-Senders HBO („Six Feet Under“, „The Sopranos“). Spielberg und Hanks geht es nicht darum, kriegerisches Handeln infrage zu stellen. Ihren Figuren – mögen sie auch zynische und makabere Scherze mit den „Nippons“ treiben – liegt eine Selbstlosigkeit und Aufopferungsbereitschaft zugrunde, die sie all die Brutalität und Seelenpein erdulden lässt. Sie rufen bei den Zuschauern ein Gefühl von Empathie und Solidarität hervor.

Die Einschaltquoten waren hoch, als das US-Fernsehen die Serie im März zeigte. „The Pacific“ trifft den Nerv der kriegsmüden US-Bevölkerung. Aber darüber wird man bei der Filmvorführung im Weißen Haus wohl kaum gesprochen haben.

„The Pacific“ | Kabel 1
zehnteiliges Kriegsdrama
donnerstags, 22.15 Uhr

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