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09:27 17.02.2014
Game Over: Die Smartphone-App Flappy Bird gibt's nicht mehr. Quelle: dpa

Smartphone-Apps haben es in sich: Vor allem Kinderspiele auf den multifunktionellen Handys können schnell teuer werden. Viele werden zwar am Anfang gratis angeboten – spätere Erweiterungen müssen jedoch dazugekauft werden. Diese sogenannten In-App-Käufe summierten sich in Extremfällen schon mal auf bis zu 300 Euro, warnt die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. Meist sind Minderjährige betroffen. Auch Politiker kritisieren die Abzock-Apps.

In der Regel handele es sich bei den anfallenden Kosten um kleinere Summen, sagt Boris Wita von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. „Aber etwa einmal im Monat haben wir einen Fall, in dem es um mehrere Hundert Euro geht.“ In Hamburg etwa hat ein zwölfjähriger Junge bei Pseudogratisspielen in zwei Monaten 550 Euro verspielt. Auf einem Android-Smartphone spielte er das Sportspiel „Fifa 13“. Der Kostenschock kam per Telefonrechnung – ohne dass der Junge beim Kauf ein Passwort hatte eingeben müssen. Dabei ist das Risiko je nach Hersteller unterschiedlich. Besitzer von Android-basierten Smartphones seien häufiger betroffen, sagt Verbraucherschützer Wita. Das iPhone von Apple habe offenbar eine bessere Sicherheitssoftware.

Natürlich gibt es nicht nur schwarze Schafe. Eine ganze Reihe von Gratis-Apps bleibt auch später noch gratis – oder der Nutzer bezahlt nur beim Herunterladen einen kleinen Betrag. Es gibt aber auch Beispiele, bei denen dem Smartphone-Nutzer später eine saftige Rechnung ins Haus flattert. Etwa beim Schlümpfespiel „Smurfs‘ Village“, in dem der Spieler mithilfe von Papa Schlumpf das vom fiesen Gargamel zerstörte Schlumpfhausen wieder aufbauen muss. Das Spiel ist kostenlos, um Schlumpfhausen aber wieder hübsch zu machen, benötigt der Spieler verschiedene Gegenstände, die er sich im Tausch für Schlumpfbeeren beschaffen kann. Und die virtuellen Beeren verschlingen echtes Geld. 21,99 Euro beispielsweise kostet das „Special Offer“.

Im Spiel „Talking Tom“ wiederum werden vom Anwender gesprochene Sätze von einem Handykater mit einer Quietschstimme wiedergegeben. Über das Touchpad kann man das Tier streicheln, außerdem trinkt das Kätzchen auf Befehl Milch oder zerkratzt den Bildschirm. In der Basisversion sind diese Funktionen kostenlos, will man den Niedlichkeitsfaktor von „Tom“ aber erhöhen oder ihm sogar etwas Futter geben, muss man zahlen – und natürlich kostet das wieder echtes Geld. Auch hier werden bis zu 21,99 Euro für einen „Tresor voll Goldmünzen“ fällig.

Die sogenannten In-Apps haben vor allem eine Zielgruppe: Kinder und Jugendliche. Verbraucherschützer kritisieren die In-Apps als Kostenfalle, da der Nutzer oft nicht merke, dass er für eine Zusatzfunktion innerhalb der App zahlen müsse. „Wenn man etwas aufpasst, dann kann eigentlich kaum etwas passieren“, glaubt Agniewska Pniewska, die gerne diverse Apps etwa von Bringdiensten nutzt. Wobei die Lübeckerin auch einräumt, dass viele Nutzer mit ihren Apps wohl zu blauäugig umgehen.

Die Callcenter-Mitarbeiterin kennt sich mit allgemeinen Geschäftsbedingungen gut aus, sie weiß, wo sich Kosten verstecken könnten. „Wer sich damit aber nicht so häufig beschäftigt, für den kann es durchaus ein böses Erwachen geben“, sagt sie. Genau wie Pniewska setzt auch ihr Freund Martin Müller in der Regel auf kostenlose Apps ohne kostenpflichtige Zusatzfunktionen. Die „Mehr Tanken“-App beispielsweise gehört zu seinen Favoriten. „Und natürlich WhatsApp. Das benutze ich täglich“, sagt der Oldenburger.

Andrej Lening aus Lübeck muss sich um kostenpflichtige Inhalte ohnehin keine Gedanken machen: Er hat mögliche In-App-Käufe bei seinem Mobilfunkanbieter von vornherein deaktiviert. „Genau richtig“, sagt dazu der schleswig-holsteinische Technologiestaatssekretär Ralph Müller-Beck. „Am sichersten ist es, die In-App-Käufe komplett zu sperren.“ Diese Sperren könnten zwar auch Kinder ab einem gewissen Alter wieder öffnen – aber dann sollten sie auch so alt sein, dass sie verstehen, dass sie nichts ungefragt im App Store kaufen dürfen, meint Müller-Beck.

Für Anneke Voß von der Hamburger Verbraucherzentrale sind die unerwarteten Kosten durch In-App-Käufe vor allem eins: „ärgerlich“. Sie sieht allerdings die Eltern in der Pflicht, auf Sicherungen und Sperren zu achten. „Das ist ein bisschen so, als würde man seinem Kind die Autoschlüssel für den Porsche geben und sich später wundern, dass ein Kratzer dran ist.“ Kindern bis zu sechs Jahren sollte man ihrer Meinung nach gar kein Smartphone oder Tablet in die Hand geben. „Sie haben kein Gefahrenbewusstsein und können noch nicht lesen“, argumentiert Voß. Doch auch wer älteren Kindern den Umgang mit Smartphones erlaubt, sollte den Internetzugang über das WLAN und die mobile Datenübertragung ausschalten.

Denn liegt die Rechnung erst einmal auf dem Tisch, stehen die Chancen, das Geld zurückzubekommen, schlecht. „Die Firmen, die solche Spiele betreiben, sitzen meist im Ausland, im arabischen Raum oder auf den karibischen Inseln“, meint Wita. „Da ist es fast unmöglich, an das Geld heranzukommen.“ Er würde klare Regeln für das diffuse Geschäft mit den Apps begrüßen, wie sie etwa in Großbritannien bereits formuliert worden sind.

„Man sollte genau hinschauen, an welcher Stelle Verbraucher, insbesondere aber Jugendliche, bei In-App-Käufen unredlich gelockt werden“, warnt auch Rasmus Andresen, medienpolitischer Sprecher der Grünen im schleswig-holsteinischen Landtag. Eine „überharte Regulierung“ lehnt der Politiker jedoch ab. Denn vergleichbare Angebote gebe es überall. „Wichtig ist die Vermittlung von Medienkompetenz“, sagt Axel Bernstein (CDU). Kinder müssten die Fallstricke des Internets kennen, bevor sie selbstständig darin unterwegs sind. Peter Eichstädt (SPD) schlägt vor, für Onlinekäufe dieser Art die gleichen Regelungen zu schaffen wie für andere Produkte, zum Beispiel ein 14-tägiges Rückgaberecht.

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