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22:24 09.02.2014
War es der Gärtner? Matthias Hamm (Ralph Herforth, links) und Jana Winter (Natalia Wörner) ermitteln in Schloss Gottorf in Schleswig. Quelle: ZDF

Inmitten der historischen Landesschätze von Schleswig liegt eine Leiche. Der Fund im Keller von Schloss Gottorf ruft die ehrgeizige Kommissarin Jana Winter (Natalia Wörner) auf den Plan – tags zuvor hatte sie das Museum schließlich erst besucht. Und dabei allerlei Merkwürdiges beobachtet. Dass Winter, Hauptfigur der beliebten ZDF-Montags-Krimireihe „Unter anderen Umständen“ (Montag, 20.15 Uhr), eigentlich vom Dienst suspendiert ist, weil sie bei ihrem letzten Einsatz reichlich überfordert wirkte, schert sie nicht. Anders sieht es mit ihrem Chef aus: Arne Brauner (Martin Brambach) brennen angesichts seiner trotzigen Kommissarin kurz die Sicherungen durch.

Für Winters nie um einen Spruch verlegenen Machokollegen Matthias Hamm (Ralph Herforth) steht der Mörder rasch fest: Der geistig zurückgebliebene Christoph Kramer (Peter Jordan), der in der Schlossgärtnerei arbeitet und seit dem Tod der Eltern von seiner Schwester Rike (Maria Simon) betreut wird, benimmt sich sehr verdächtig. Doch Jana hat den armen Kerl ins Herz geschlossen und bringt lieber den Museumsdirektor hinter Gitter, weil der eine Affäre mit dem Mordopfer, einer hübschen jungen Museumswärterin, hatte. Dass er in der Untersuchungshaft einen Selbstmordversuch unternimmt, scheint Winters Theorie zu widerlegen – zumal immer mehr Indizien Christoph Kramer belasten. Sollte sie am Ende falschgelegen haben?

„Falsche Liebe“, der Titel des wie immer von Regisseurin Judith Kennel inszenierten Falls, bezieht sich nicht nur auf die Verdächtigen. Kommissarin Winter etwa beginnt einen Flirt mit einem Psychologen (Thomas Sarbacher), der die Schuldfähigkeit des Gärtners untersuchen soll. Ob sie immer so aggressiv, unhöflich und rechthaberisch sei, fragt Professor Martini. „Das sind meine guten Eigenschaften“, entgegnet Winter schlagfertig. Die Kommissarin ist zwar keine rundum liebenswerte, dafür aber eine sehr interessante Filmheldin.

Sorgen bereitet ihr diesmal Sohn Leo. Aus blinder Mutterliebe übersieht Winter hartnäckig, dass mit dem Verhalten des Jungen etwas nicht stimmt: Er wird im Unterricht auffällig, schlägt einen Mitschüler sogar mit einem Stein. Als die Schulleiterin den Kleinen von einer Psychologin wegen Verdachts auf eine autistische Störung untersuchen lässt, fällt Winter aus allen Wolken. Damit setzt die Reihe konsequent die Ausrichtung auf das Privatleben der Kommissarin fort, die von Anfang an zum Konzept gehörte. Schließlich heißt das beliebte Format „Unter anderen Umständen“, weil Hauptdarstellerin Natalia Wörner und mit ihr auch die Hauptfigur in der 2006 gezeigten ersten Folge schwanger war.

Der mehrfach ausgezeichnete Drehbuchautor Stefan Kolditz („Unsere Mütter, unsere Väter“, „Dresden“) hat mit „Falsche Liebe“ ein Drama von bemerkenswerter Vielschichtigkeit geschrieben. Neben der sorgfältigen Umsetzung besticht es vor allem durch seine facettenreichen Schilderungen familiärer Tragödien. Dass Couchermittler spätestens nach einer Stunde wissen sollten, wer die junge Museumswärterin auf dem Gewissen hat, tut der Qualität des ZDF-Films keinen Abbruch.

Von Cornelia Wystrichowski und Tilmann P. Gangloff

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