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Medien „Edel sei der Mensch und gesund“: Berliner „Tatort“ in der ARD
Mehr Welt Medien „Edel sei der Mensch und gesund“: Berliner „Tatort“ in der ARD
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20:09 01.04.2011
Sophia (Lucy Ella von Scheele) muss vom Notarzt behandelt werden. Ihre Mutter Susanne (Kirsten Block) und die Kommissare sind fassungslos. Quelle: ARD

Edel sei der Mensch, hilfreich und gut!“, heißt es in Goethes Gedicht „Das Göttliche“, auf das sich der Titel des aktuellen „Tatorts“ aus Berlin bezieht. Dass statt Nächstenliebe Gesundheit empfohlen wird, hat seinen Grund: Das Drehbuch der soeben mit einem Grimme-Preis gleichfalls für einen „Tatort“ ausgezeichneten Dinah Marte Golch beschreibt eine Welt, in der man besser nicht krank werden sollte.

Wie so oft ist der Krimi also ein Vorwand, um auf einen gesellschaftlichen Missstand hinzuweisen – in diesem Fall das Gesundheitssystem. Und wie so oft tritt die Spannung allzu sehr in den Hintergrund, weil das komplexe Thema so viel Raum beansprucht. Fesselnd ist das Ergebnis dennoch.

Die kleine Sophia leidet an der Stoffwechselkrankheit Mukoviszidose. Sie ist Patientin einer Gemeinschaftspraxis, die Besuch von den Kommissaren Ritter und Stark (Dominic Raacke, Boris Aljinovic) bekommt: Ein alter Mann ist offenbar an einer falschen Medikation gestorben. Er litt an Morbus Crohn und damit ebenfalls an einer Krankheit, deren Behandlung sehr kostspielig ist. Ihm wurden zwei Medikamente verabreicht, deren Kombination fatale Folgen hat.

Es dauert eine Weile, bis die Geschichte auf den Punkt kommt: Der idealistische Internist Schmuckler, vom großen Bühnenschauspieler Dieter Mann sehr würdevoll als Arzt alter Schule verkörpert, ist kein Halbgott in Weiß, sondern der Robin Hood seiner Zunft. Spätestens, wenn er einer alten Frau eröffnen muss, er könne sie erst nach Quartalsende von ihren Schmerzen befreien, weil die Kasse vorher nicht zahlen werde, wird deutlich, wo die Sympathien des Films liegen. Und Schmuckler hat eine Idee, wie er die Schmerzen seiner Patienten trotzdem lindern kann. Er lässt einfach die Rechnungen für die Privatpatienten etwas teurer ausfallen. Eine junge Kollegin, neues Mitglied der Gemeinschaftspraxis, hat diesen sehr menschlichen, aber dennoch hochgradig illegalen Schwindel entdeckt. Als sie erschlagen aufgefunden wird, ist nicht nur Schmuckler äußerst mordverdächtig.

Dass die verschiedenen Figuren immer wieder erklären müssen, wie die Krankheitsbilder aussehen und wie das Gesundheitssystem funktioniert, ist der Spannung nur bedingt förderlich. Aber das ist gar nicht das Problem dieses Films. Eine ungleich größere Schwäche ist das Tempo, mit dem der Schweizer Regisseur Florian Froschmayer die Geschichte umsetzt. Oder treffender gesagt: die Abwesenheit jeglichen Tempos.

„Edel sei der Mensch und gesund“ | ARD
Krimi aus der Reihe „Tatort“
Sonntag, 20.15 Uhr

Tilmann P. Gangloff

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