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11:10 08.02.2014
Auf und davon: Die Kommissare Felix Stark (Boris Aljinovic, li.) und Till Ritter (Dominic Raacke) haben eine Verfolgungsjagd überstanden – und stehen vor dem Ruhestand. Quelle: ARD
Berlin

In Berlin werden zwei Stellen frei: Dominic Raacke (55) löst am Sonntagabend nach mehr als 14 Jahren Dienst seinen letzten Fall als Berliner „Tatort“-Kommissar Till Ritter. Sein Kollege Boris Aljinovic (46) alias Felix Stark bekommt dieses Jahr noch ein Solo – es wird vermutlich im November ausgestrahlt. Dann will der zuständige Sender Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) einen Neustart wagen. Wer das ungleiche Duo ersetzt, hat der RBB noch nicht verkündet.

Raackes letzter Fall mit dem Titel „Großer schwarzer Vogel“ ist keine pompöse Abschiedsgala – und er wird am Ende auch nicht erschossen. Der 55-Jährige verlässt, wie es heißt, auf eigenen Wunsch vorzeitig die Reihe, die er seit 1999 als Kommissar mitgeprägt hat. Und offensichtlich ist er mit der Entwicklung seiner Rolle in den letzten Jahren nicht ganz zufrieden gewesen.

In einem Interview mit seinem Sender sagt Raacke: „Ich erinnere mich, dass Ritter in seinen Anfangsjahren kaputter war. Er rauchte und trank und die Figur war insgesamt einsamer und melancholischer angelegt. Diese Eigenschaften verschwanden mit der Zeit. Er wurde vernünftiger und angepasster. Das war für manche Fälle sicher zuträglich, aber insgesamt ging dabei Charakter verloren.“ Diesen Eindruck möchte man als Zuschauer allerdings so nicht bestätigen. Raacke gefiel sich in seinen ersten Fällen doch zu sehr in der oft bemüht wirkenden Rolle des einsamen Großstadt-Cowboys. Erst später, als „Normalo“, gewann er das notwendige Profil.

Überraschend unspektakulär fällt also Till Ritters Abschied aus. Ja, es gibt noch nicht einmal einen Mord, dafür eine tieftraurige Geschichte, die richtig gut zu Felix Starks melancholischem Dauergesichtsausdruck passt. Im Mittelpunkt steht der Radiomoderator Nico Lohmann (Florian Panzner), der als seelentröstender Night-Talker bei seinem Sender arbeitet und am Mikrofon schon einmal Anruferinnen rät, ihren Mann zu verlassen. So macht man sich natürlich Feinde. Eines Tages explodiert vor Lohmanns Wohnungstür ein dilettantisch zusammengebastelter und eigentlich recht harmloser Sprengsatz – mit schlimmen Folgen: Ein im Hausflur spielender kleiner Junge fällt wegen des Knalls vor Schreck die Treppe hinunter und stirbt kurz darauf im Krankenhaus.

Dass der verhängnisvolle Anschlag dem Moderator oder womöglich seiner schwangeren Freundin galt, scheint zwar sicher, dennoch kommen Ritter und Stark bei ihren Ermittlungen nicht weiter. Erst als sie in der Vergangenheit des Radiomoderators nach einem möglichen Tatmotiv suchen, stoßen sie auf Spuren. So war Lohmann vor seinem Job beim Rundfunk ein hoffnungsvoller Leistungsschwimmer, der seine Karriere nach einem fatalen Autounfall an den Nagel gehängt hat. Bei dem Crash starben damals eine Frau und ihr kleines Mädchen. Und obwohl schnell geklärt war, dass Lohmann keine Schuld traf, gibt es merkwürdige Ungereimtheiten. Und den Ehemann der Toten, der Lohmann immer noch beschuldigt. Außerdem verhält sich der Radiomann der Polizei gegenüber seltsam unkooperativ.

Dies alles erzählt der Film ruhig und sachlich. Die Geschichte (Drehbuch: Jochen Greve) ist von Regisseur Alexander Dierbach stimmig inszeniert. Neben dem insgesamt gut aufspielenden Ensemble überzeugt dabei wie schon in seinen letzten Fällen das Duo Raacke und Aljinovic, das so angenehm unaufgeregt und schnörkellos ermittelt, dass man sein Ausscheiden aus der immer größer werdenden „Tatort“-Familie schon ein wenig bedauert. Aber irgendwann, sagte Raacke, „will man bei seinem Namen in Klammern nicht mehr nur ,Tatort-Kommissar‘ lesen, sondern vielleicht auch mal wieder ,Schauspieler‘.“

Vielleicht wäre beim RBB jetzt mal eine Frau an der Reihe. Raacke hatte zu Beginn Stefan Jürgens als Partner. Andere Fahnder aus der Berliner Chronik sind Volker Brandt, Hans-Peter Korff, Heinz Drache, Günther Lamprecht und Winfried Glatzeder, der gerade im  „Dschungelcamp“ von RTL als „Wutfried“ auffiel. Ein Comeback ist höchst unwahrscheinlich. Aber genug interessante Schauspielerinnen gibt’s doch nun wirklich.

Von Ernst Corinth

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