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Medien Saul Goodmann, der Experte des Zwielichts
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00:17 28.02.2015
Großspurige Haltung, klappriges Auto: Bob Odenkirk als Saul Goodman. Quelle: Ben Leuner/AMC

Die Messlatte lag hoch: Die US-Serie „Breaking Bad“ um den Drogen köchelnden Krebskranken Walter White avancierte zum Kult, fuhr mehrere Golden Globes, Emmys und weitere Auszeichnungen ein und gilt als Aushängeschild einer anspruchsvollen, modernen Fernseh-Erzähltradition, die dem Kino Konkurrenz macht. Entsprechend skeptisch reagierten Fans der Serie auf die Ankündigung eines Spin-offs: Taugt Bob Odenkirk, der als schmieriger Gauneranwalt Saul Goodman eine Nebenrolle im „Breaking Bad“-Universum einnahm, zum Protagonisten? „Better Call Saul“ spielt nun als Prequel sechs Jahre vor dem ersten Treffen von Walter White und Saul Goodman, der eigentlich Jimmy McGill heißt.

Die Dramaturgie der beiden Serien ist ähnlich: Erzählte „Breaking Bad“, wie der unauffällige Chemielehrer Walter White zum Crystal-Meth-König „Heisenberg“ wird, so begleitet „Better Call Saul“  einen Anwalt mit anfänglichem Ehrenkodex beim Abstieg in die Unterwelt. Beide Serien zeigen auf meisterhafte Weise, wie ein Mann im Sinne des Titels „Breaking Bad“ von der dunklen Seite der Macht verlockt und korrumpiert wird. In den ersten Folgen setzt sich Saul noch liebevoll für seinen psychisch kranken Bruder ein, der sich vor Handystrahlung fürchtet. Auch scheut der wenig erfolgreiche Anwalt anfangs davor zurück, sich von einem Steuerhinterzieherpaar bestechen zu lassen.

Herrlich absurde Schlüsselszene

Fahrig und unsicher wirkt der Mann, den der Zuschauer aus „Breaking Bad“ als skrupellos-hochtrabenden Anwalt mit Clip im Ohr kennt. Eine herrlich absurde Schlüsselszene in einer der ersten Folgen zeigt, wie Saul zum Experten des Zwielichts wird: Durch Zufall gerät er an den brutalen Drogenboss Tuco Salamanca (Raymond Cruz), der auch in „Breaking Bad“ eine Rolle spielen wird. Dieser will sich an zwei Brüdern rächen, die seine Großmutter belästigen. Saul setzt sein eigenes Leben aufs Spiel, um wenigstens das Leben der beiden Kleinkriminellen zu retten, und handelt mit Tuco das Strafmaß von Erschießung über Blendung und Verkrüppelung bis zu Beinbrechen herab. 

Spannende Cliffhanger und atmosphärische Bilder der Wüstenlandschaften von Albuquerque samt weitem Himmel sind weitere Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Serien, die beide aus der Feder von Drehbuchautor und Regisseur Vince Gilligan stammen. Trotz deutlicher Parallelen wirkt „Better Call Saul“ aber nicht wie ein billiger Abklatsch. Auf ironische Weise wird mit dem Vorwissen des Zuschauers gespielt. So gibt Jonathan Banks, der in „Breaking Bad“ zum gutmütigen Ganoven Mike Ehrmantraut mutiert, der für den Drogenbaron Gus die Drecksarbeit erledigt, hier einen peniblen und lakonischen Parkplatzwärter.

Er treibt Saul zur Weißglut, weil er ihn jedes Mal zum Nachzahlen verdonnert, wenn dieser mit seinem klapprigen Auto fünf Sekunden nach Ablauf der Parkzeit vorfährt.  „Better Call Saul“ lebt von diesem oft schwarzen Humor und ist insgesamt weniger düster als das Original. Odenkirk kann es als Getriebener, der zwischen Prinzipien und Geld hin- und hergerissen ist, durchaus mit Bryan Cranston aufnehmen. Michael Mando überzeugt als intelligenter Bösewicht „Nacho“ Varga mit einem Blick, bei dem sich die Nackenhaare aufstellen.  Für die Qualität der Serie spricht auch, dass das Zuschauerrating bei der Filmdatenbank IMDb mit 9,4 von 10 Punkten nur um 0,1 Prozent unter der Originalserie liegt. Also lässt sich der Werbespruch des Anwalts durchaus auf folgende Weise umformulieren: „Better Watch Saul!“

„Better Call Saul“: Neue Folgen immer dienstags auch in deutscher Sprache auf Netflix – verzögert auch bei Amazon und Maxdome

Von Nina May

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