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Medien Die ARD erinnert wieder an „große Kriminalfälle“
Mehr Welt Medien Die ARD erinnert wieder an „große Kriminalfälle“
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19:13 04.07.2010
Sein Leben und sein Tod beschäftigten die Medien enorm: Rudolph Moshammer wurde im Januar 2005 ermordet. Quelle: dpa (Archivbild)

Es gibt Verbrechen, die brennen sich tief ein ins kollektive Gedächtnis: Etwa die Morde an Rosemarie Nitribitt und Walter Sedlmayr oder die Drohungen von Kaufhauserpresser Dagobert. Im Juli rollt die ARD in der Reihe „Die großen Kriminalfälle“ vier weitere Straftaten auf, die die Menschen in Deutschland erschüttert haben. Den Anfang der 8. Staffel macht am Montag der gewaltsame Tod des Münchener Modezaren Rudolph Moshammer im Januar 2005. Weitere Folgen drehen sich um den Mordprozess gegen die Schauspielerin Ingrid van Bergen, um den Frauenmörder Heinrich Pommerenke und um den immer noch ungelösten Fall des verschwundenen Pascal aus Saarbrücken.

Eines wollen die Filme strikt vermeiden: die Täter als Leidtragende darzustellen, die aus widrigen Umständen auf die schiefe Bahn geraten sind. Das sei natürlich eine Gefahr, wenn man sich sehr auf die Person und ein Psychogramm des Täters einlasse, sagt Esther Schapira vom Hessischen Rundfunk (HR), die den Film über Moshammer als Redakteurin betreut hat und die gesamte Reihe für die ARD koordiniert. Wichtig ist ihr deshalb, dass seit den Taten einige Zeit vergangen ist, auch wenn die frühere Grenze von zehn Jahren aufgeweicht wurde. „Es müssen Fälle sein, die zumindest einen gewissen Abstand ermöglichen, dass man etwas begriffen hat darüber“, sagt Schapira.

39 Kriminalfälle hat die ARD bereits für diese Reihe aufgegriffen – die meisten spektakulären Taten der vergangenen Jahrzehnte finden sich hier wieder. Allzu niedrig wollen die Verantwortlichen die Schwelle aber nicht hängen auf der Suche nach Stoff für neue Folgen. „Entscheidendes Kriterium bleibt, ob ein Fall nur ein interessanter Kriminalfall ist, dann wäre er nicht tauglich“, erklärt Schapira. „Er muss darüber hinaus immer auch ein gesellschaftliches Phänomen mit erzählen, es muss eine Millieustudie sein, oder er muss Rechtsgeschichte geschrieben haben.“

Im Fall Moshammer ist dies der Nachweis der DNA des Täters in der Villa des Modemachers. Befeuert durch den unglaublich raschen Ermittlungserfolg innerhalb von nur zwei Tagen wurde der damals noch kritisch beäugte DNA-Beweis auf einmal salonfähig. „Der Fall Moshammer hat durchaus was bewegt“, erinnert sich der damalige Münchener Oberstaatsanwalt Peter Boie. Es gab damals höhere formale Hürden: „Man brauchte einen Gerichtsbeschluss, nur um die am Tatort befindliche Spur analysieren zu können.“

Doch die Dokumentation „Rudolph Moshammer – der einsame Tod des Modemachers“ konzentriert sich nicht nur auf die Ermittlungen. Die Filmemacher Danuta Harrich-Zandberg und Walter Harrich wollen sich der streng gehüteten Privatperson Moshammer annähern: seine Kindheit in armen Verhältnissen, wie er sich hocharbeitete und wie seine Boutique an der noblen Münchener Maximilianstraße zum Treffpunkt der Prominenten wurde. Ein reicher Mann mit Herz, vor allem für die Obdachlosen. Dazwischen seine spektakulären Auftritte auf dem roten Teppich, gerne mit seiner Mutter und seinem über alles geliebten Hund Daisy.

„Mosis“ Homosexualität war ein offenes Geheimnis, von seinen nächtlichen Autofahrten quer durch München wussten jedoch nur die wenigsten. Doch genau diese einsame Suche nach Nähe und Zuneigung wurde dem Modemacher zum Verhängnis, als er in einer kalten Januarnacht seinen späteren Mörder mit nach Hause nahm.

„Die großen Kriminalfälle“ | ARD
neue Staffel der Dokuserie
montags, 21 Uhr

dpa

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