Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Medien „Rach tischt auf“
Mehr Welt Medien „Rach tischt auf“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:35 17.02.2014
Fernsehkoch Christian Rach mit den Ko-Moderatoren Andrea Kiewel und Dirk Steffens nach der Aufzeichnung der ersten ZDF-Sendung "Rach tischt auf! - Die 50 wichtigsten Fakten über unser Essen". Quelle: dpa
Hamburg

Herr Rach, für Ihr Nahrungsmittelformat „Rach tischt auf“ kündigt Sie das ZDF „als Anwalt der Verbraucher“ an. Wie kriegt man dafür die Zulassung?
Oh, wenn man dafür eine braucht, muss ich mich schleunigst drum kümmern.

Sehen Sie sich als Verbraucherschützer?
Dafür klingt mir der Begriff zu pädagogisch. Ich möchte Transparenz fördern. Die Nahrungsproduzenten haben in der Außendarstellung solche Defizite, dass sie auf der Beliebtheitsskala ganz unten bei den Bankern landen. Um das zu ändern, haben sie nur eine Chance: Offenheit. Mir geht es um Kommunikation.

Sie sehen sich also als Medium zwischen Hersteller und Kunde?
Gefällt mir, der Begriff. Es geht mir ja weniger um Industrie-Bashing als um Aufklärung. Gut 60 Prozent der vermeidbaren Essensabfälle entstehen im privaten Haushalt, was allerdings nicht nur mit Wegwerfverhalten zu tun hat, sondern auch mit den Herstellern und ihrer Überproduktion. Wenn ich aber versuche, Auskunft zu erhalten, stoße ich auf eine Mauer des Schweigens. Das verstehe ich nicht, und wenn ich was nicht verstehe, gehe ich dem nach.

Und was schmeißen Sie selber weg?
Äußere Salatblätter vielleicht. Selbst Fischköpfe koche ich für einen Fonds aus. Ich schmeiße nicht mal Brot weg, sondern mach daraus Knödel und armer Ritter. Aber es geht mir bei allem, was ich zum Thema Essen tue, vor allem um Fakten. Wer die nicht kennt, gerät nämlich aufs dünne Eis der Moral. Und das meide ich.

Was angesichts des globalen Konsumirrsinns sicher schwerfällt.
Manchmal schon.

Kann das Fernsehen daran etwas ändern?
Durchaus, aber ohne erhobenen Zeigefinger. Selbst Kartoffelchips machen manchmal Spaß; erst wenn sie das Frühstück ersetzen, wird es problematisch. Bei uns gibt’s heute Abend Bohneneintopf, das kostet fast nichts, ist aber köstlich und gesund. So etwas wurde früher von Mutter zu Tochter weitergegeben oder sogar in der Schule gelehrt, als es noch das Fach Hauswirtschaft gab.

Sind Fernsehköche so gesehen die neuen Mütter und Hauswirtschaftslehrer?
Sofern sie die Moralkeule unten lassen und nicht in Klamauk ausarten, dennoch spannend und unterhaltsam sind, also im besten Sinne einen Bildungsauftrag erfüllen, schon. Der hört aber schon auf, wenn der Fernsehkoch sagt: Ich hab’ da schon was vorbereitet. Genau das hat ja für Mama und Papa keiner gemacht, wenn sie den ganzen Tag gearbeitet haben. Ich plädiere dafür, ehrlich zum Zuschauer zu sein, ohne Angst vorm Kartoffelschälen zu machen. Viele frische Mahlzeiten dauern kaum länger als ein Fertiggericht – so was kann Fernsehen vermitteln helfen. Es geht immer um Bildung, Wissen, Erkenntnisse. Als kürzlich jemand probeweise Fischstäbchen mit Flosse dran in ein öffentliches Aquarium gesetzt hat, soll sich darüber niemand gewundert haben – da muss man ansetzen. Aufklärung ist ein Kundenbedürfnis.

Und Sie tun das wie in „Rach tischt auf“ nun sogar auf der großen Showbühne.
Stimmt, aber ich werde sicher nie „Wetten, dass …?“ moderieren. Dazu fehlt mir komplett der Narzissmus. Dennoch bin ich bereit, auch ein großes Publikum für so etwas wie eine Haltung zu begeistern. Wobei man auch diese ständig überprüfen muss, weshalb ich etwa Massentierhaltung kritisch, aber offen hinterfrage. Auch gute News dürfen News sein, und wenn ich positive Erfahrungen in einer norwegischen Aquakultur sammele, will ich die kundtun.

Würden Sie die denn auch in einer Hühnerfarm mit Käfighaltung sammeln?
Um Gottes willen, nein, auch Offenheit hat ihre Grenzen.

Gibt es bei Ihnen daheim auch mal ein Fertiggericht?
Nein. Dafür habe ich viel zu viel Respekt vor dem Begriff Fertigkeiten, die wir nicht verlieren dürfen. Meine Frau kocht ebenso gern wie ich, und wir beide sorgen dafür, dass es einmal am Tag etwas frisches, selbst gemachtes Warmes gibt. Das heißt allerdings nicht, dass es bei uns keine Tütennudeln gibt und zwei Gläser Fertigsoße im Schrank.

Aber reagiert Ihre Tochter auf den gewissenhaften Vater nicht wie alle Teenager –  und geht erst recht zu McDonald’s?
Weil ich mit positiven Beispielen vorangehe, eher nicht. Auch bei uns stehen Kekse auf dem Tisch, davon explodiert ja niemand. Ich will mich von so was nur nicht ernähren. Das einzige Dogma auf unserem Küchentisch ist: kein Dosenfutter.

Eine Currywurst ist also schon mal drin.
Klar, aber bitte nicht mit dieser Einheitspampe zweier Hersteller. Wenn ich die Currysoße mache, dauert das 20 Minuten, die reicht aber auch zwei Monate.

Und ist vermutlich billiger als im Imbiss.
Sehen Sie! Geht doch!

Zur Person

CHRISTIAN RACH (56), geboren in St. Ingbert im Saarland, studierte Philosophie und Mathematik. Er verließ die Universität Hamburg kurz vor dem Abschluss, um Koch zu werden. Bei RTL wurde er ab 2005 als „Rach – Der Restauranttester“ bekannt. Nun wechselte er zum ZDF, wo am Donnerstag um 20.15 Uhr seine 90-Minuten-Show „Rach tischt auf“ Premiere hat. In zunächst zwei Ausgaben will er „unterhaltsam über das Thema Ernährung aufklären“. Eine weitere abendfüllende Infotainment-Sendung zum Thema „Existenzgründung“ ist geplant.

Interview: Jan Freitag / mit Material von der dpa

Medien Hohe Kosten durch In-App-Käufe - Kostenfalle Smartphone-App

Streicheltiere, Schatzsuche oder Fußballwette: Gratis erhältliche Spiele und Anwendungen für Handy und Touchpad versprechen Spaß ohne Reue. Doch Experten warnen. Oft fallen später durch In-App-Käufe hohe Kosten an.

17.02.2014
Medien Auszeichnung durch Oscar-Akademie - Erfinder und Techniker mit Oscars geehrt

Zwei Wochen vor der Oscar-Nacht hat Hollywood bereits Erfinder und Techniker mit den begehrten Auszeichnungen geehrt. Sie vergab in der Nacht zu Sonntag zwei Technik-Oscars und einige weitere Preise. 

16.02.2014
Medien Coming-Out der Schauspielerin - Ellen Page: „Ich bin lesbisch“

Den Valentinstag hat Ellen Page genutzt, um ein Zeichen zu setzen. Auf einer Jugendkonferenz der Human Rights Campaign bekannte sich die 26-jährige Schauspielerin zur Homosexualität.

15.02.2014