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Medien Bastian Pastewka: „Ich bin Batman und Superman – und Spiderman obendrauf“
Mehr Welt Medien Bastian Pastewka: „Ich bin Batman und Superman – und Spiderman obendrauf“
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07:55 24.01.2019
Bastian wacht in der neunten Folge der neuen Staffel seinem Saab auf dem Krankenhausparkplatz auf. Quelle: Amazon Prime
Hannover

Er buhlt um seine Ex-Freundin Anne, braucht dringend einen neuen Job – und wird auch noch Patenonkel: Bastian Pastewka meldet sich mit seiner Serie „Pastewka“ endlich zurück auf die Streamingbildschirme. An diesem Freitag (25. Januar) startet die neunte Staffel auf Amazon. Im Gespräch spricht der Schauspieler und Komiker über „seine kreative Heimat“.

Herr Pastewka, was ist Ihr Lieblingsgemüse?

Erbsen und Möhren. Nicht einzeln. Es geht nur in der Kombination. Man kann keine Erbsen oder Möhren allein für sich essen.

Das geht technisch auch schon gar nicht – die werden ja nur zusammen in einer Dose verkauft.

So ist es.

Als Sie 1994 zum ersten Mal im deutschen Fernsehen auftraten, haben Sie einen Spinat gespielt. Können Sie das bitte erklären?

Damit fing alles an – das ist richtig. Das war für eine Kindersendung des Westdeutschen Rundfunks. Da wurde ich als Spinat in den Boden eingegraben und musste dann langsam wachsen – was nicht einfach war: Ich musste mich immer wieder ein Stück ausbuddeln. Eine Kamera stand drei Meter 50 entfernt und hat immer wieder Bilder gemacht, die mit dem sogenannten Stopptrick-Verfahren so zusammengeschnitten wurden, als würde ich als Spinat aus dem Boden wachsen. Warum sie nicht einen normalen Spinat genommen haben, ist mir bis heute unerklärlich.

Sie waren jahrzehntelang ein Aushängeschild für das deutsche Fernsehen. Jetzt gehen Sie mit „Pastewka“ in die zweite Streamingrunde. Kommt beim TV-Konkurrenten mehr Fleisch auf den Tisch?

Nein (lacht). Die Motivation eine achte und nun auch eine neunte Staffel zu machen, hat mit der Serie zu tun. Die Serie ist meine kreative Heimat. Das Ensemble Sonsee Neu, Matthias Matschke, Bettina Lamprecht und Co. ist für mich eine Art Band, die Jahr für Jahr wieder zusammenkommt. Der Wechsel zum Streamingdienst kam, als wir nach der letzten Staffel für das Privatfernsehen gemerkt haben, dass die „Pastewka“-Geschichte noch nicht zu Ende erzählt ist. Wir wollten weitermachen und haben uns dann gefreut, dass es Amazon Prime geworden ist.

Früher musste man sich für das Batman- oder Superman-Lager entscheiden. Heute scheint sich diese Entweder-oder-Frage auf TV und Streamingdienst übertragen zu haben. Gucken Sie privat eher Fernsehen oder sind Sie der Streamingjunky?

Ich bin Batman und Superman – und sogar noch Spiderman obendrauf, weil ich eine große Radioleidenschaft habe. Ich finde es richtig, dass alle diese Anbieter heutzutage in einem Konzert erklingen und dass der Zuschauer sich das Beste rausgreifen kann. Und: Konkurrenz belebt das Geschäft. Die Öffentlich-Rechtlichen schwingen sich was serielle Fiktion angeht plötzlich zu unerreichten Höhen auf. Etwa mit der tollen Serie „Babylon Berlin“.

In der neuen „Pastewka“-Staffel werden Sie nicht mehr nackt über die Bildschirme laufen. Wie werden Sie mit den sinkenden Zuschauerzahlen umgehen?

Schwierig (lacht). Aber dieses Stilmittel haben bereits aktuell Frank Rosin in seiner TV-Sendung „Rosins Fettkampf“ und auch schon Matthias Schweighöfer und Florian David Fitz in „100 Dinge“ für sich beansprucht. Ich vermute, dass ich angezogenen ähnlich attraktiv bin und setze einfach darauf, dass sich die Zuschauer bei „Pastewka“ nicht nur an nackten Tatsachen, sondern auch an den Gags erfreuen können.

Nach der Selbstfindungskrise in der achten Staffel kriegt „Pastewka“ nun neuen Aufwind und wird nicht nur Patenonkel, sondern auch Serien-Arzt. Auf der Straße werden Sie ja bereits gern bei Serien um Rat gefragt. Haben Sie nicht Bedenken, dass Sie jetzt auch als Arzt-Ratgeber herhalten müssen?

Ich weiß von Klausjürgen Wussow, dass er aufgrund seiner Schwarzwaldklinik-Rolle oft nach ärztlichem Rat gefragt worden ist. Ich glaube, bei mir wird es soweit aus Sicherheitsgründen nie kommen.

Sie sind großer Fan der französischen Komiklegende Louis de Funès. Wie haben seine Werke Ihr Schaffen beeinflusst?

Ein Fernsehheld meiner Kindheit. Seine Filme habe ich rauf und runter geguckt. Es gab eine zeitlang den sogenannten ZDF-Regenfilm. Wann immer in mehr als 50 Prozent Deutschlands heftiger Regen war, hat das ZDF in den achtziger Jahren, um die Lücke zwischen Vormittags- und Nachmittagsprogramm zu schließen, spontan einen Film gezeigt. Ich habe immer so gebetet, dass es regnet, und dass dann auch noch ein Louis-de-Funès-Film gezeigt wird. Die Genauigkeit seiner Komik mag ich noch heute.

Noch mal zurück zum Gemüse: Ihr Serien-Ich mag keines. Hand aufs Herz. Wie viel Pastewka steckt denn jetzt eigentlich in „Pastewka“?

Das kann ich schon nicht mehr auseinanderhalten. Die Rolle hat mich über die Jahre in Besitz genommen – von Innen infiltriert wie in einem guten Alienfilm. Tatsächlich esse ich aber wie mein Serien-Ich ungern Obst – matschig mit unerwarteten Kernen durchsetzt. Das ist für mich kein Service-Essen. Da muss man Pulen. Da muss man Schälen. Da muss man Stängel zur Seite legen. Meine Leidenschaft für altes und Retro-TV, das ist letztlich ein bisschen geflunkert. Ich gucke selten alte Serien noch mal und höre auch nicht jeden Abend zum Einschlafen „Die drei Fragezeichen“. Ich werde in drei Jahren 50 – inzwischen höre ich zumindest Gruselhörspiele (lacht).

Von Amina Linke / RND

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