Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Medien 3sat-Reihe zeigt Trickfilme
Mehr Welt Medien 3sat-Reihe zeigt Trickfilme
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:52 20.07.2010
Von Stefan Stosch
Christiane Cegavskes „Blood Tea and Red String“ aus den USA. Quelle: 3sat

Welcher Name fällt einem unweigerlich beim Stichwort Trickfilm ein? Genau: Walt Disney. „Bambi“, „Schneewittchen“, „Dumbo“ und natürlich „Micky Maus“, die 1928 in „Steamboat Willie“ erstmals knapp acht Minuten lang auf der Leinwand herumturnte – das waren Werke, die man heute unter dem Stichwort Familienunterhaltung abbuchen würde. Soll heißen: Kinder nehmen ihre Eltern mit ins Kino. Dass Trickfilm alles andere als Kinderkram ist, will uns nun der Sender 3sat beweisen. Die Reihe „Trickreich“ lädt ein zu einer Reise in ein riesiges Reich jenseits von Disneyland.

Vom Übervater aus Hollywood musste sich der Zeichentrick erst in vielen Jahrzehnten emanzipieren. Heute gibt es im Trickfilm nichts, was es nicht gibt. Der Israeli Ari Folman hat vor zwei Jahren sogar einen Dokumentarfilm in Form eines Trickfilms inszeniert: „Waltz with Bashir“ war eine sehr persönliche Erinnerung an den Libanonkrieg. Ebenso schmücken sich große Filmfestivals mittlerweile gern mit Trickfilmen.

Auch technisch hat sich der Trickfilm fortentwickelt. Die ursprüngliche Praxis, bei der eine Kohorte von Zeichnern Bilder in Reihe schuf, hat Seltenheitswert. 3-D-Werke aus dem Computer sind heute gefragt und werden auch jenseits von Hollywood produziert – „Konferenz der Tiere“, frei nach Erich Kästner, ist zu großen Teilen in Hannover entstanden (Kinostart am 7. Oktober).

Zahlreiche Erstausstrahlungen sind in der am Dienstag beginnenden 3sat-Reihe zu inspizieren, aber auch Klassiker wie der Cowboy „Lucky Luke“ (29. Juli, 22.25 Uhr), der sich wie immer mit den Daltons anlegt, oder „Das wandelnde Schloss“ (24. Juli, 15.10 Uhr) des japanischen Anime-Meisters und Oscar-Gewinners Hayao Miyazaki. Der „Schloss“-Film ist allerfeinste Handarbeit aus Miyazakis berühmtem Ghibli-Studio in Tokio: ein düsteres Märchen um Hexen, Dämonen und die Liebe, angesiedelt in einem Schloss auf Heuschreckenbeinen und mit mehreren Türen, die sich in verschiedene Welten öffnen.

Der Auftaktfilm „Blood Tea and Red String“ (um 22.55 Uhr im Anschluss an ein halbstündiges „Kennwort Kino: Animationsfilm“) gibt uns einen Eindruck von der Besessenheit, mit der Trickfilmer zu Werke gehen. 13 Jahre lang arbeitete die US-Regisseurin Christiane Cegavske an ihrem Puppenfilm. Herausgekommen ist ein putziges Märchen ohne Worte, an dem „Alice im Wunderland“ Gefallen finden könnte: Blasierte Mäuse-Aristokraten rauben eine selbst genähte Puppe. Die Beraubten, skurrile Pelzwesen, brechen zur Rückholaktion auf und erleben die seltsamsten Abenteuer mit Froschkönigin und anderen Kreaturen. Digitale Effekte in diesem Trip: Fehlanzeige.

Ganz anders der französisch-britische Science-Fiction-Film „Renaissance“ (22. Juli, 22.25 Uhr), der in eine stark stilisierte schwarz-weiße Zukunft führt. Regisseur Christian Volckman erzählt in seinem computeranimierten Noir-Thriller vom kriminellen Streben nach Unsterblichkeit, dem sich ein einsamer Polizeiinspektor entgegenstellt.

Ein Königsdrama von shakespearescher Wucht präsentiert der dänische Regisseur Anders Rønnow im Puppenfilm „Strings“ (23. Juli, 22.25 Uhr), und trickreiche Kreativität wird danach in einer Kurzfilmnacht (0.20 Uhr) gezeigt. Nach dieser 3sat-Reihe dürfte jedem klar sein, dass Trickfilm auch etwas für große Zuschauer ist.

„Sternschnuppen im August“ heißt der meistgesehene Film am Sonntagabend. Das acht Jahre altes ZDF-Melodram aus der Rosamunde-Pilcher-Reihe sahen 5 Millionen Zuschauer.

19.07.2010

Die „werberelevante Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen“ ist die wohl cleverste Erfindung des Fernsehens – 
mit der Wirklichkeit in deutschen Wohnzimmern hat sie aber wenig zu tun. Das soll sich nun ändern.

18.07.2010

"Das Unternehmen besorgt sich Daten von Menschen, die das Netzwerk gar nicht nutzten": Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) attackiert das Internet-Netzwerk Facebook weiter wegen Verstößen gegen den Datenschutz.

17.07.2010