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Welt Finanznot: Bremer Polizei fährt Carsharing-Autos
Mehr Welt Finanznot: Bremer Polizei fährt Carsharing-Autos
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00:18 10.12.2018
Viele Fahrzeuge aus dem eigenen Fuhrpark sind fast schon Oldtimer: In weniger dringlichen Fällen holen sich Bremer Polizisten einen Wagen vom Carsharing. Quelle: Foto: Carmen Jaspersen/dpa
Bremen

Finanznot macht erfinderisch: Weil die Bremer Polizei zu wenige intakte Dienstwagen hat, greifen die Beamten auf die Leihautos eines Carsharing-Anbieters zurück. „Insgesamt verfügt die Polizei Bremen lediglich über eine Mindestausstattung an Fahrzeugen. Fallen Fahrzeuge aus, ist es schwierig, diese adäquat und zeitnah zu ersetzen,“ sagte ein Polizeisprecher der HAZ. Deshalb habe die Polizei „quasi aus der Not eine Tugend gemacht“.

Fahrzeuge sind oft kaputt

Bei Notfällen mit Blaulichteinsatz nutzen die Bremer Beamten weiterhin ausschließlich ihre eigenen Fahrzeuge. Aber immer dann, wenn eine weniger dringliche Dienstfahrt ansteht und gerade kein regulärer Streifen- oder Zivilwagen zur Verfügung ist, wenden sie sich an Cambio – den größten Carsharing-Anbieter vor Ort.

Dieser Fall kann in der extrem verschuldeten Hansestadt häufiger eintreten, denn der Fuhrpark ist knapp bemessen, und etliche der vorhandenen Fahrzeuge sind fast schon Oldtimer, so dass sie häufiger in der Werkstatt stehen.

„Mehrfach monatlich“ nutzen deshalb verschiedene Dienststellen seit 2016 aus dem Bereich der Ermittlungskommissariate, des Einsatzstabes und der regionalen Reviere die Leihwagen – sei es für Ermittlungen, Fortbildungen oder andere Dienstfahrten, bei denen kein Blaulicht gebraucht wird. Auch für überregionale Dienstreisen buchen manche Polizisten einen Carsharing-Wagen – selbst wenn Dienstfahrten grundsätzlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln erfolgen sollen.

Cambio unterhält in der Stadt Bremen immerhin rund 100 Stationen mit meist zwei bis drei Wagen. Wenn eines der Autos gerade frei ist, lässt es sich von jetzt auf gleich buchen: per Telefon, per Handy-App oder Internet. Der Zündschlüssel steckt in einem Stationstresor oder im Handschuhfach des gebuchten Autos. Die Tresor- oder Autotür lässt sich mit einer Chipkarte und einem PIN-Code öffnen.

Für Verwechslungen oder Verdächtigungen hat das Verfahren noch nicht gesorgt. „Bisher sind uns keine Fälle bekannt, bei denen Polizisten, die ein Carsharing-Auto nutzten, für falsche Polizeibeamte gehalten wurden“, versichert der Sprecher. Ob diese Praxis eine Dauerlösung wird, müsse man allerdings erst noch sehen.

Tarif für Vielfahrer

Behördenrabatt scheint die Polizei nicht zu bekommen. „Wir zahlen den normalen Tarif für Vielfahrer“, sagt der Polizeisprecher. Laut Cambio-Preisliste ist zunächst eine Monatsgrundgebühr fällig: 25 Euro plus 2 Euro für jeden weiteren Fahrtberechtigten. Für die einzelnen Touren kommen Zeit- und Kilometerpreise hinzu, je nach Wagengröße 1 bis 2 Euro pro Stunde und 20 bis 22 Cent pro Kilometer. Alle Preise verstehen sich inklusive Benzin – aber Bußgelder für zu schnelles Fahren ohne Blaulicht sind nicht inklusive.

Von Eckhard Stengel

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