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Welt Lange Haftstrafen nach Tod von Sqeezer-Sänger
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19:01 06.11.2018
Der Musiker Jim Reeves auf einem Foto aus dem Jahr 2001 Quelle: Kalaene Jens/Zentralbild/dpa
Berlin

Für den qualvollen Tod des Musikers Jim Reeves in einem Hostel in Berlin-Charlottenburg sind zwei Männer zu hohen Haftstrafen verurteilt worden. 14 Jahre ergingen gegen einen 31-Jährigen. Für 13 Jahre soll ein 24-Jähriger ins Gefängnis. Die aus Polen stammenden Bauarbeiter hätten sich des Totschlags in einem besonders schweren Fall sowie des besonders schweren Missbrauchs einer widerstandsunfähigen Person schuldig gemacht, begründete das Landgericht am Dienstag. Die Angeklagten seien bei der Tat erheblich alkoholisiert gewesen.

Der 47 Jahre alten Sänger, der in den 1990er Jahren mit seiner Band Sqeezer erfolgreich war, wurde im Februar 2016 in einem Sechs-Bett-Zimmer brutal geschlagen – ein Gewaltexzess, sagten später Ermittler. Nach Angaben der Angeklagten habe ihnen der Musiker nach gemeinsamer Zecherei sexuelle Avancen gemacht, hieß es weiter im Urteil. „Sie griffen ihn massiv an.“ Als Reeves schwer verletzt und bewusstlos gewesen sei, hätten sie ihn „in einer degradierenden, homophobe Gefühle ausdrückenden Art mehrfach mit einem Stuhlbein gepfählt“.

„Dicht an niedrigen Beweggründen“

Jim Reeves war als Jim Nyasaniin Köln geboren worden. Der Sänger und Musikproduzent feierte mit seiner Eurodance-Band Sqeezer Erfolge. Der Mann mit den blond gefärbten Rastazöpfen stand im Mittelpunkt der Formation. Er war später auch als Moderator, Schauspieler und Model tätig. Die Leiche des bisexuellen Künstlers wurde am Morgen im Zimmer des Hostels entdeckt. Er starb an seinen inneren Verletzungen.

Entgegen der Anklage sah das Gericht keine Mordmerkmale. „Allerdings liegt die Tat dicht an niedrigen Beweggründen“, sagte Richter Peter Faust. Weil die Bauarbeiter stark angetrunken waren, sei das Gericht von einer erheblich verminderten Schuldfähigkeit ausgegangen. Die Staatsanwaltschaft hatte auf jeweils 14 Jahre und sechs Monate Haft unter anderem wegen Mordes plädiert. Die Anwälte von Verwandten von Reeves, die als Nebenkläger am Prozess teilnahmen, plädierten auf lebenslange Haft. Sie kündigten bereits Revision an.

Täter soll Entzug machen

Der 24-Jährige hatte gestanden. „Ich schäme mich. Nüchtern hätte ich so etwas niemals gemacht“, sagte er. Die Tat sei nicht homophob oder sexuell motiviert gewesen. Der 31-Jährige erklärte kurz vor dem Urteil, er sei unschuldig. Er werfe sich aber vor, Reeves nicht geholfen zu haben. Gegen den 31-Jährigen ordnete das Gericht zudem wegen Alkoholsucht eine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt nach Verbüßung von fünf Jahren Haft an.  

Von RND/dpa

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