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Mann muss sich für Tod von Flüchtlingen verantworten

Landgericht Osnabrück Mann muss sich für Tod von Flüchtlingen verantworten

Zwei Frau und ihre vier Kinder sind beim Versuch ertrunken, in einem Boot von der Türkei nach Griechenland überzusetzen. Für ihren Tod mach die Staatsanwaltschaft einen Afghanen verantwortlich. Der Mann steht nächste Woche in Osnabrück vor Gericht.

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Symbolbild

Quelle: dpa

Osnabrück. Ein mutmaßlicher Schleuser muss sich vom 23. Mai an vor dem Landgericht Osnabrück verantworten. Der 28-jährige Afghane sei wegen des Einschleusens von Flüchtlingen mit Todesfolge angeklagt, teilte das Landgericht am Mittwoch mit. Zwei Schwestern und ihre vier Kinder sollen Anfang 2016 bei dem Versuch, mit Hilfe seiner Schleuserdienste vom türkischen Bodrum aus über das Mittelmeer nach Griechenland zu kommen, ertrunken sein (Aktenzeichen 6 Ks 4/18).

Der Mann soll die beiden Frauen und ihre Kinder im Alter von einem bis sieben Jahre in ein völlig überladenes und erkennbar seeuntüchtiges Boot in der Nähe von Bodrum gebracht haben. Er soll im Auftrag eines weiteren unbekannten Schleusers gehandelt haben, hieß es. Dabei soll ein Preis von 2700 Euro pro Person vereinbart worden sein. Auf dem Boot, in das auch er selbst gestiegen sei, sollen sich bis zu 85 weitere Flüchtlinge befunden haben. Es sei bei widrigen Witterungsbedingungen in der Nähe der griechischen Insel Kalolimnos in den frühen Morgenstunden des 22. Januar mit Wasser vollgelaufen und gesunken.

Die griechische Küstenwache habe in der anschließenden Rettungsaktion lediglich 24 Personen, zu denen auch der Angeklagte gehört habe, lebend aus dem Wasser geholt. Die beiden Schwestern und deren vier Kinder sowie eine Vielzahl weiterer Personen sind laut Anklage im Mittelmeer ertrunken.

Am ersten Verhandlungstag wird nach Angaben des Gerichts zunächst die Anklageschrift verlesen. Der Angeklagte bekomme dann die Gelegenheit, sich zu den Vorwürfen zu äußern. Es sind weitere Termine bis Mitte Juli anberaumt. Der Angeklagte hat zuletzt als Asylbewerber in Wallenhorst bei Osnabrück gelebt und sitzt jetzt in Untersuchungshaft.

Von Ulrike Millhahn

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