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Welt Landesbischof will Kirchen im Winter nur noch selten öffnen
Mehr Welt Landesbischof will Kirchen im Winter nur noch selten öffnen
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00:34 03.06.2018
Landesbischof Ralf Meister. Quelle: dpa
Hannover

Landesbischof Ralf Meister setzt sich dafür ein, dass Gottesdienste im Winter nur noch ausnahmsweise in geheizten Kirchen stattfinden. „Wo es keine grüne Energieversorgung gibt, können Kirchen im Winter nur ausnahmsweise genutzt werden“, sagte er am Donnerstag vor der Synode der hannoverschen Landeskirche. Etwa ein Drittel der Gemeinden gehe schon mit gutem Beispiel voran und ziehe – nach den Weihnachtsgottesdiensten – sonntags ins Gemeindehaus um. Dies diene dem Klimaschutz, auch wenn Kirchen als geistliche Orte grundsätzlich unverzichtbar blieben. „Die Nutzung muss sich auch an ihrer Schöpfungsverantwortung messen“, meinte der Bischof.

Ganz verzichten soll die Kirche nach Ansicht des Bischofs auf einen großen Teil derjenigen Gebäude, die nicht direkt für die Gemeindearbeit genutzt werden. „Wir werden den Gebäudebestand in den kommenden zehn bis 15 Jahren um mindestens 15 bis 20 Prozent reduzieren“, kündigte Meister vor dem Kirchenparlament an. Dies betreffe vor allem seit Jahren ungenutzte Dienstwohnungen von Pastoren, die etwa von Kommunen für Kitas übernommen werden könnten, aber auch alte Gemeindehäuser. Hier müsse der Klimaschutzmaßstab ebenfalls gelten: „Es kann keine Sanierungsförderung mehr geben, wenn nicht eine überdurchschnittliche Reduktion des Energieverbrauchs nachgewiesen wird.“ Bei Neubauten komme eine Verpflichtung infrage, ausschließlich positive Energiehäuser zu errichten.

Steuereinnahmen wieder gestiegen

Die Möglichkeit einer angemessenen Gebäudenutzung ergebe sich auch aus der kleiner werdenden Zahl von Mitgliedern. Der Bischof sagte dazu: „Bezogen auf den Gesamtbestand an Gebäuden hilft die simple Einsicht: Wie soll ein Bestand, der vor 18 Jahren von 3,2 Millionen Mitgliedern getragen wurde, heute von 20 Prozent weniger Mitglieder getragen werden?“ Manche Kirchenkreise seien bereits sehr weit damit gekommen, ihre Immobilien zu begutachten und Prioritätenlisten zu erstellen.

Die Kirchensteuereinnahmen sind zuletzt wieder gestiegen. Deutschlands größte evangelische Landeskirche verzeichnete im vergangenen Jahr ein Plus von 24,3 Millionen Euro, wie der Vorsitzende des Landessynodalausschusses, Jörn Surborg, zum Auftakt der Frühjahrssynode berichtete. Insgesamt stiegen die Einnahmen aus der Kirchensteuer auf 566,5 Millionen Euro. 2016 musste die Landeskirche noch einen Rückgang um 4,4 Millionen Euro hinnehmen. Finanzchef Rolf Krämer führte den Anstieg auf die gute Konjunktur in Niedersachsen zurück.

Bei den Ländereien der Kirche wünscht sich der Landesbischof, dass sie nicht an Meistbietende, sondern nach ökologischen Kriterien verpachtet werden. Ein Ziel könne etwa die Ansiedlung von gefährdeten Tier- und Pflanzenarten sein. „Innovative Vorschläge, die bei überzeugenden Konzepten zu Einnahmeverlusten der Kirchengemeinden führen, müssten aus einem Fonds der Landeskirche ausgeglichen werden“, meinte Meister. Einen „Öko-Vorschlag“ machte er auch für die kommenden Sitzungen des Kirchenparlaments: Es müsse dort nicht unbedingt zu jeder Mahlzeit auch Fleisch geben.

Von Gabriele Schulte

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