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18:31 24.02.2014
Es tut sich was 
an Hannovers Kunstorten. Auch im Kubus, wo eine neue Konzertreihe die Ausstellungen von Künstlern wie Degenhard 
Andrulat begleitet.
Hannover

Der hannoversche Künstler Degenhard Andrulat, der gerne zu sperrigen Titeln greift, ist jetzt mit seiner ersten Einzelausstellung in der Landeshauptstadt zu sehen. Unter dem Titel „Alizarine, Alleinstehend, Butlerfinish“ stellt er seine Arbeiten im Rahmen der alljährlichen Kooperation zwischen der städtischen Galerie Kubus und der Galerie vom Zufall und vom Glück aus. Der Ausstellungstitel verweist auf die Arbeitsweise, die Andrulat gewählt hat. Alizarin ist ein Farbstoff und Butlerfinish die Technik, mit der einer Oberfläche eine gebürstete Optik verliehen wird.

Es empfiehlt sich, die Werke Andrulats chronologisch zu betrachten und in der Galerie vom Zufall und vom Glück zu beginnen. Hier werden die frühen Gemälde, die bis 1996 entstanden sind und zum Teil eine einfarbige und satte Farbgebung aufweisen, gezeigt. In späteren Schaffensphasen beginnt der Künstler mit mehreren übereinander lasierten Farbschichten zu arbeiten. Ein Stipendium in Österreich brachte ihm im vergangenen Jahr die Butlerfinish-Technik näher. Dabei wird die Kolorierung im Liegen auf leichte, kupferbeschichtete Aluminiumplatten aufgetragen, sogenannte Dibond-Platten. Entstanden sind feinsinnige Werke mit metallischem Glanz. Die jeweiligen Farben sind in mehreren Schichten auf die rötlichen Platten gemalt.

Die Galerie Kubus zeigt dagegen eine 50 Meter lange und drei Meter hohe Installation, zwischen deren Wänden die Besucher umherwandeln können. Zwei Jahre hat Andrulat an den 150 Quadratmetern Bildfläche gearbeitet. Entstanden ist ein Kunstwerk exklusiv für den Kubus-Saal. Je nach Perspektive entdeckt der Betrachter neue Farbübergänge und Wechselspiele der Pinselstriche. Die weißen Wände aus Hartschaum sind mit Kunststoff beschichtet. Wasser- und Acrylfarben sind in dickeren und dünneren Pinselstrichen auf die Platten aufgetragen. „Ich wollte verschiedene Farbwirkungen und neu entwickelte Formsprachen zeigen“, sagt der Maler. Zu sehen sind leichte, lichte Farbkreationen, die in senkrechten Abwärtsbewegungen verlaufen. Wenn Sonnenstrahlen durch die Oberlichter der Galerie fallen, kommen die Farbakzente der Bilder besonders zur Geltung. Bei manchen Bildern, die an die Farbfeldmalerei des abstrakten Expressionismus der fünfziger Jahre erinnern, verdichtet sich der Rhythmus der Pinselstriche, und dunklere Nuancen mischen sich unter hellere Töne.

Die Farbvorhänge dieser Bilderserie sind jedoch, wie der Titel „Pthalo-Hansa-Irgazin, erdleicht“ den Kenner schon erahnen lässt, blau, gelb und rot. Blau und gelb ergibt grün - und somit huscht in fedrig leichten Spuren der Frühling durch so manches Bild. Sehen die Pinselstriche auch beliebig aus, so folgen sie doch einer individuellen Logik, die der Künstler sich durch seine technische Erfahrung angeeignet hat.

Bis 30. März, Theodor-Lessing-Platz 2.

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