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Kultur Yogeshwar im Literarischen Salon
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19:47 07.07.2015
Ranga Yogeshwar im Literarischen Salon.
Hannover

An diesem Montagabend sind die Gäste des Literarischen Salons vor allem eins: konkurrierende Journalisten. Dabei haben TV-Moderator Ranga Yogeshwar („Wissen vor Acht“, „Quarks & Co“) und Mitgründer des Wissenschafts-Onlinemagazins „Substanz“, Georg Dahm, das gleiche Ziel: Wissenschaft so zu vermitteln, dass auch ein Laie die Möglichkeit hat, komplexe Sachverhalte zu verstehen.

Während aber Dahm mit seinem über Crowdfunding finanzierten Magazin wissenschaftliche Themen durch umfangreiche Multimedia-Reportagen vermitteln möchte, verfolgt Yogeshwar ein ganz anderes Konzept. Der Fernsehmann fordert vehement die Demokratisierung der Wissenschaft und des Journalismus. Damit dominiert er die Diskussion im Literarischen Salon, die sich anfänglich noch um den Abbau von Stereotypen (guter Wissenschaftler, böser Wissenschaftler) und den Unterschied zwischen Popularisierung und Boulevardisierung von wissenschaftsjournalistischen Inhalten dreht, schnell aber zu einem Monolog über die aktuelle Krise des Journalismus wird.

Yogeshwar gibt sich kämpferisch idealistisch, Dahm und Salon-Moderatorin Charlotte Milsch haben sichtlich Mühe, sich gegen den Wissenschaftsdino des deutschen Fernsehens durchzusetzen. Der Weg des Neuen Journalismus sei es, so Yogeshwar, sich abzuwenden von der professoralen Belehrung hin zu einer wechselseitigen Beziehung mit dem Leser und Zuschauer.

Dahm geht es vor allem um die Personalisierung von Wissenschaft und um wissenschaftliche Korrektheit in journalistischen Texten. Wichtig ist es ihm, „den Experten nicht zu beleidigen und den Laien nicht zu überfordern“. Den Laien zu unterfordern aber ist eine Gefahr, der sich Yogeshwar aussetzt.

Durch seine ausufernden Anekdoten verprellt er nach und nach das Publikum, das am Ende mehr belehrt als aufgeklärt zurückbleibt.

Termine

Den nächsten Literarischen Salon gibt es bereits am Donnerstag, 9. Juli. Um 20 Uhr sprechen die Autorin Kathrin Passig und der Twitter-Aphoristiker Eric Jarosinski über Twitter, Facebook und den Reiz kurzer Texte.

Von Melanie Huber

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